29.10.2020 | Presseinfo Nr. 23

Arbeits- und Ausbildungsmarkt von Corona-Pandemie gezeichnet;

Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen haben sich auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt und die Folgen sind nach wie vor deutlich sichtbar. Im Vergleich zum Vorjahr ist einerseits die Arbeitslosigkeit um knapp 30 Prozent gestiegen und andererseits hat die Nachfrage nach Arbeitskräften um über ein Viertel nachgelassen. Es haben sich in den letzten Monaten aber leichte Zeichen der Besserung gezeigt. Die Zahl der Arbeitslosen ist im zweiten Monat in Folge wegen der Herbstbelebung zurückgegangen. Insbesondere die Zahl der 15- bis unter 25-jährigen Arbeitslosen ist saisonüblich gesunken. Im Vorjahresvergleich haben wir jedoch nach wie vor einen starken Anstieg bei den arbeitslos gemeldeten Personen verzeichnen. Durch den Teil- Lock down ab kommender Woche werden wieder viele Betriebe Kurzarbeit anzeigen und sich vermehrt Personen arbeitslos melden müssen. Um den Ansturm bewältigen zu können, verstärken wir unser Personal und sorgen dafür, dass die existenzsichernden Leistungen schnell ausgezahlt werden. Wir sind für Arbeitgeber unter 0800 45555 20 und für unsere Arbeitnehmer-Kund*innen unter 0800 4 5555 00 von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Für Arbeitnehmer*innen haben wir eine zusätzliche Telefonnummer 0871 697 555 eingerichtet. Diese ist von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr geschaltet,“ so Eva-Maria Kelch, Leiterin der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im Oktober um 408 auf 9.381 verringert.  Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es jedoch 2.146 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Oktober 3,5 Prozent (Vormonat 3,7 Prozent). Vor einem Jahr hatte sie sich auf 2,7 Prozent belaufen. Im Rechtskreis SGB III lag die Arbeitslosigkeit bei 5.873, das sind 301 weniger als im Vormonat und 1.642 mehr als im Vorjahr. Im Rechtskreis SGB II gab es 3.508 Arbeitslose, das ist ein Minus von 107 gegenüber September; im Vergleich zum Oktober 2019 waren es 504 Arbeitslose mehr. Rechnet man die Menschen mit ein, die beispielsweise an einer Umschulung teilnehmen und allein deswegen nicht aktiv nach einer Arbeit suchen, dann waren im Oktober insgesamt 11.699 Menschen in der sogenannten Unterbeschäftigung. Das waren 297 weniger als im September, aber auch 2.029 mehr als vor einem Jahr.

Arbeitskräftenachfrage und Kurzarbeit

Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Landshut – Pfarrkirchen im Oktober geringfügig gesunken, und zwar um fünf auf 2.887. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 992 Stellen weniger (–26 Prozent). Der Rückgang fällt im Bereich der Produktion und Fertigung, im Lagerlogistik- Bereich und im Handel am stärksten aus.  Arbeitgeber meldeten im Oktober 707 neue Arbeitsstellen, das waren 61 oder 8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Seit Jahresbeginn sind damit 6.596 Stellen eingegangen, das ist eine Abnahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 2.334 oder 26 Prozent. Besonders gesucht werden derzeit Arbeitskräfte nach wir vor im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Baubereich, im Handel sowie im Bereich Lager/ Logistik.

Anzeigen zur Kurzarbeit sind ein Indikator für die konjunkturelle Entwicklung. Spätestens im Beginn-Monat der Kurzarbeit muss eine Anzeige bei der zuständigen Arbeitsagentur über die Höhe des Arbeitsausfalls und die Anzahl der Mitarbeiter erfolgen. Bei der Interpretation ist zu beachten, dass bei konjunktureller Eintrübung die Anzeigen sehr früh eingehen und einen erhöhten Umfang aufweisen. Nur ein Teil der Anzeigen wird tatsächlich realisiert. Der Höchststand an abgegebenen Anzeigen seit Januar 2009 war mit 3.345 Anzeigen im Monat April 2020. Im Kalendermonat Oktober 2020 wurden von 39 Betrieben bzw. Betriebszweigen 294 Personen zur Kurzarbeit angezeigt. Das sind eine Anzeige mehr und 273 Personen in Anzeigen weniger im Vergleich zum Vormonat. Die Gesamtzahl der Anzeigen erhöhte sich damit seit März auf 4.397, die der betroffenen Beschäftigten auf 76.554. Auch wenn möglicherweise die angezeigte Kurzarbeit nicht in vollem Umfang realisiert wird, zeigen die aktuellen Daten eine im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten noch nie dagewesene Größenordnung.

Der Arbeitsmarkt nach regionalen Gesichtspunkten:

Stadt Landshut

Insgesamt waren 2.066 Landshuter im Oktober 2020 über die Agentur für Arbeit auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, 154 Personen weniger als im September und 428 mehr als im Vorjahresmonat. In der Stadt Landshut errechnete sich im Oktober 2020 eine Arbeitslosenquote von fünf Prozent. Sie ist damit um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat. Im Oktober des Vorjahres betrug sie vier Prozent.

Landkreis Landshut

2.776 Menschen, 146 weniger als im Vormonat waren im Oktober auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Im Oktober 2019 waren 637 Männer und Frauen weniger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Landshut betrug im Oktober 2020 2,9 Prozent. Sie liegt damit 0,2 Prozentpunkte niedriger als im September. Im Vorjahresmonat betrug sie 2,3 Prozent.

Landkreis Rottal-Inn

Im Landkreis Rottal-Inn ist die Zahl der Arbeitslosen von September 2020 auf Oktober 2020 um 36 Personen zurückgegangen. Damit waren im Oktober 2020 2.434 Personen auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, 591 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ist mit 3,6 Prozent so hoch wie im September. Im Vorjahresmonat betrug sie 2,7 Prozent.

Landkreis Dingolfing-Landau

Insgesamt waren im Oktober 2020 2.105 Personen auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, 72 weniger als im September und 490 mehr als im Oktober 2020. Im Landkreis Dingolfing-Landau ist die Arbeitslosenquote im Oktober 2020 um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent gefallen. Sie ist damit um 0,8 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat.

Trotz Corona-Krise weiterhin hohe Ausbildungsbereitschaft

Deutlich mehr Stellen als Bewerber

Zwischen Oktober 2019 und September 2020 hatten sich 2.413 Jugendliche bei der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen als Bewerber für eine Ausbildung gemeldet. Das waren 123 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zugleich haben die Betriebe 3.745 Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 318 weniger als im Vorjahr. „Der Rückgang bei den Ausbildungsstellen war vor allem im Tourismus und in der Gastronomie zu verzeichnen. Aufgrund der Corona-Pandemie haben sich einige Betriebe dazu entschlossen nicht auszubilden. Dennoch lag das Verhältnis Ausbildungsstelle je Bewerber immer noch bei gut 1,5. Die Jugendlichen konnten also aus einer Vielzahl von Ausbildungsangeboten auswählen. Durch das Überangebot an Ausbildungsstellen blieben naturgemäß auch viele Ausbildungsangebote unbesetzt“, so Eva-Maria Kelch.

Insgesamt konnten 515 Lehrstellen bis zum 30.9.2020 nicht besetzt werden; 32 Jugendliche hatten zum Stichtag noch keinen Ausbildungsplatz gefunden. 163 Stellen blieben im Verkauf und im Handel sowie im Gastronomiebereich unbesetzt. 156 Stellen im Bereich Produktion und Fertigung sowie 55 im Bereich Unternehmensorganisation. „Der Mangel an geeignetem Nachwuchs trifft nahezu alle Berufsbereiche. Ich rate den Betrieben alle Möglichkeiten zu nutzen, ihr Unternehmen als attraktiven Ausbildungsbetrieb darzustellen, sei es über die Sozialen Medien, Online-Börsen, die eigene Homepage oder andere digitale Formate. Als Arbeitsagentur werden wir die betroffenen Arbeitgeber auf Wunsch auch über Alternativen zur klassischen Ausbildung informieren und ihnen andere Wege aufzeigen“, so Eva Maria Kelch. Alternativen können etwa die von der Agentur geförderte Weiterbildung von eigenen, bisher gering qualifizierten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sein. Zudem sind manche junge Menschen nach der Schule noch nicht gleich reif für eine Ausbildung. Hier bietet die Agentur für Arbeit dem Arbeitgeber und dem Jugendlichen Unterstützung, beispielsweise durch eine Einstiegsqualifizierung, an. Kelch appelliert an die Arbeitgeber, auch diesen Jugendlichen eine Chance zu geben. „Auch Jugendliche, die auf den ersten Blick nicht unbedingt zu den Wunschauszubildenden gehören, haben viele Fähigkeiten und eigene Talente“.

Die bisherigen Erfahrungen sprechen dafür, dass im so genannten „fünften Quartal“ von Oktober bis Dezember noch verschiedene der derzeit noch unbesetzten Ausbildungsstellen durch Alternativen besetzt werden können.

Der Ausbildungsmarkt nach regionalen Gesichtspunkten:

Stadt Landshut

In der Stadt Landshut wurden im Berichtsjahr 2019/2020 von den Betrieben 716 und damit 137 Berufsausbildungsstellen weniger als im Vorjahr gemeldet. Davon konnten bis zum Stichtag 63 noch nicht besetzt werden. Die Zahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz in der Stadt Landshut ist um 46 auf 385 gefallen. 14 Jugendliche waren am 30. September noch mit Hilfe der Agentur für Arbeit auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das entspricht einem Verhältnis von 4,5 unbesetzte Berufsausbildungsstelle je unversorgtem Bewerber.

Landkreis Landshut

Im Zeitraum vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 haben Betriebe aus dem Landkreis Landshut der Agentur für Arbeit 1.084 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das waren 42 weniger als im Berichtsjahr 2018/2019. 961 Jugendliche waren in diesem Zeitraum Bewerber um eine Ausbildungsstelle (63 weniger als im Vorjahr). Von diesen haben am Stichtag 30. September 2020 noch sieben eine Ausbildungsstelle gesucht. Im September gab es demgegenüber noch 143 unbesetzte Ausbildungsplätze. Das entspricht einem Verhältnis von 20,43 unbesetzte Berufsausbildungsstelle je unversorgtem Bewerber.

Landkreis Rottal-Inn

Im Landkreis Rottal-Inn wurden von den Betrieben 1.133 und damit 95 Berufsausbildungsstellen weniger als im Vorjahr gemeldet. Davon konnten bis zum Stichtag 251 noch nicht besetzt werden. Die Zahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz im Landkreis Rottal-Inn ist mit 473 konstant geblieben. Neun Jugendliche waren am 30. September 2020 noch mit Hilfe der Agentur für Arbeit auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das entspricht einem Verhältnis von 28 unbesetzte Berufsausbildungsstelle je unversorgtem Bewerber.

Landkreis Dingolfing-Landau

Im Landkreis Dingolfing-Landau waren von den 812 gemeldeten Ausbildungsstellen zum Stichtag noch 58 unbesetzt. 594 Jugendliche waren als Bewerber bei der Agentur für Arbeit gemeldet, das waren 14 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von diesen hatten zwei Jugendliche am 30. September 2020 noch keinen Ausbildungsplatz gefunden. Das entspricht einem Verhältnis von 29 unbesetzte Berufsausbildungsstelle je unversorgtem Bewerber.