29.07.2022 | Presseinfo Nr. 11

Der Arbeitsmarkt kommt etwas ins Stocken

  • Arbeitslosenzahlen steigen leicht an
  • Arbeitskräftenachfrage auf Höchsttand, aber Neumeldungen etwas rückläufig
  • Noch viele offene Ausbildungsstellen zum Ausbildungsbeginn

„Das Beschäftigungswachstum verliert angesichts der Energiekrise und der Inflation etwas an Schwung. Die Arbeitslosigkeit ist im Juli im zweiten Monat in Folge entgegen der sonst saisonüblichen Entwicklung leicht gestiegen. Obwohl die Arbeitskräftenachfrage insgesamt sehr hoch ist, fragen die Firmen weniger neue Mitarbeiter nach. Dazu passen auch die jüngsten Ergebnisse des Ifo- Geschäftsklimas des Ifo-Instituts in München. Demnach verschlechterte sich die Stimmung in deutschen Unternehmen deutlich, und zwar in allen betrachteten Wirtschaftsbereichen“, so der stellvertretende Leiter der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen Robert Maier.

Der Bestand an Arbeitslosen ist im Vergleich zum Vormonat um 35 Personen auf 7.984 leicht gestiegen. Nach dem starken Anstieg im vergangenen Monat mit rund 1.000 Personen, der durch die Betreuung der ukrainischen Geflüchteten durch die Jobcenter verursacht wurde, ist die Zahl der Arbeitslosen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit nun im Juli um 35 Personen wieder leicht zurückgegangen.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der Arbeitslosen um 115 reduziert. Ein längerfristiger Vergleich zum Juli 2019 (Bestand Arbeitslose 7.352) zeigt, dass der Arbeitslosenbestand aktuell etwas höher ist. Die Arbeitslosenquote stagniert mit drei Prozent auf dem Niveau des Vormonats und des Vorjahres.

Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist auch im Juli 2022 weiter etwas gestiegen. So wurden der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen 804 neue Stellen gemeldet, 194 bzw. 19,4 Prozent weniger als vor einem Jahr und 106 bzw. 11,6 Prozent weniger als im Vormonat. Im Stellenpool befinden sich aktuell 5.598 offene Stellen. Das sind 90 mehr als im Juni und 1.642 mehr als im Vorjahr.

 „Die Betriebe haben im Juli weniger Stellen gemeldet als im Monat zuvor und auch weniger als im Vorjahresmonat. Insbesondere im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung, des Handels, des Gastgewerbes und im Verarbeitenden Gewerbe ist ein Rückgang festzustellen. Durch die nach wie vor sehr hohe Nachfrage nach Arbeitskräften konnten im Berichtsmonat über 653 Personen durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ihre Arbeitslosigkeit beenden. Die Abgänge in Erwerbstätigkeit sind jedoch deutlich geringer als im Vorjahresmonat (-380)“, so Maier.

Der Arbeitsmarkt nach regionalen Gesichtspunkten:

Stadt Landshut

Insgesamt waren 1.765 Landshuter im Juli 2022 über die Agentur für Arbeit und das Jobcenter Landshut Stadt auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, 52 Personen mehr als im Juni und 75 weniger als im Vorjahresmonat. In der Stadt Landshut errechnete sich im Juli 2022 eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent. Sie ist damit um 0,1 Prozentpunkte höher als im Vormonat und um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahresmonat.

Arbeitgeber aus der Stadt Landshut haben der Agentur für Arbeit im Juli 240 Stellen neu gemeldet. Insgesamt waren damit 1.121 Stellen in der Stadt Landshut über die Agentur für Arbeit zu besetzen. Das waren 248 mehr als im Vorjahresmonat.

Landkreis Landshut

2.434 Menschen (73 mehr als im Vormonat) waren im Juli auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Im Juli 2021 waren 37 Personen mehr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Landshut betrug im Juli 2022 2,6 Prozent. Sie ist damit um 0,1 Prozentpunkt höher als im Juni dieses Jahres und so hoch wie im Vorjahresmonat.

Arbeitgeber aus dem Landkreis Landshut haben der Agentur für Arbeit im Juli 261 Stellen neu gemeldet. Insgesamt waren 1.006 Stellen im Landkreis Landshut über die Agentur für Arbeit zu besetzen, 114 mehr als im Vorjahresmonat.

Landkreis Rottal-Inn

Im Landkreis Rottal-Inn ist die Zahl der Arbeitslosen von Juni auf Juli 2022 um 84 gesunken. Insgesamt waren im Juli 2022 2.231 Personen auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, 32 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ist mit 3,2 Prozent um 0,2 Prozentpunkt niedriger als im Juni. Im Vorjahresmonat betrug sie auch 3,2 Prozent.

Arbeitgeber aus dem Landkreis Rottal-Inn haben der Agentur für Arbeit im Juli 210 Stellen neu gemeldet. Insgesamt waren 1.858 Stellen im Landkreis Rottal-Inn über die Agentur für Arbeit zu besetzen. Das waren 588 mehr als im Vorjahresmonat.

Landkreis Dingolfing-Landau

Im Juli 2022 waren im Landkreis Dingolfing-Landau 1.554 Personen auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, sechs weniger als im Juni und 35 weniger als im Juli 2021. Im Landkreis Dingolfing-Landau ist die Arbeitslosenquote im Juli 2022 mit 2,5 Prozent so hoch wie im Vormonat. Im Vorjahresmonat war sie um 0,1 Prozentpunkte höher.

Arbeitgeber aus dem Landkreis Dingolfing-Landau haben der Agentur für Arbeit im Juli 204 Stellen neu gemeldet. Insgesamt waren 1.210 Stellen im Landkreis Dingolfing-Landau über die Agentur für Arbeit zu besetzen, 403 mehr als im Vorjahresmonat.

Ausbildungsstellenmarkt

Der Countdown bis zum letzten Schultag hat begonnen und für manchen Absolventen stellt sich die nun Frage: Wie soll es nach dem Schulabschluss weitergehen? Robert Maier: „Es ist auch jetzt noch nicht zu spät, eine Ausbildungsstelle für den Ausbildungsstart im September zu ergattern. Eine Lehre ist das Fundament und das Eintrittsticket ins Berufsleben und bringt zugleich das erste eigene Gehalt.“ Viele erfolgreiche Führungskräfte und Selbstständige haben mit einer Ausbildung angefangen und haben dann Karriere gemacht“. Aktuell stehen den 487 Bewerbern, die derzeit noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind, 1.742 freie Ausbildungsplätze gegenüber. Das bedeutet, dass jeder Jugendliche momentan unter mehr als drei freien Ausbildungsstellen wählen kann. Maier: „Wer es bis zum September nicht schafft, sollte auf keinen Fall gleich die Flinte ins Korn werfen. Viele Betriebe stellen Azubis auch noch nach dem regulären Ausbildungsbeginn ein. Bis Dezember ist ein Start problemlos möglich.“ Maier rät Jugendlichen, die vor der Berufswahl stehen, Praktika zu absolvieren und in der Schule die Angebote zur beruflichen Orientierung wahrzunehmen. Einen Termin bei der Berufs- oder Studienberatung können Interessierte unter Telefon 0871/ 697 555 oder per E-Mail an Landshut.Berufsberatung@arbeitsagentur.de vereinbaren.