28.10.2021 | Presseinfo Nr. 55

Der Arbeitsmarkt im Oktober 2021 und Bilanz des Beratungsjahres 2020/2021 auf dem Ausbildungsmarkt

Auch wenn die Corona-Krise nicht endgültig überwunden ist, befindet sich der Arbeitsmarkt in Leipzig wieder auf Erholungskurs und nähert sich dem Vorpandemieniveau. 

  • Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um – 1.607
  • - 4.856 arbeitslose Menschen weniger als vor einem Jahr in Leipzig
  • Arbeitslosenquote auf 6,3 Prozent gesunken
  • Zugang von 1.729 freien Arbeitsstellen
  • Anzeigen auf Kurzarbeit stark zurückgegangen, 34 Betriebe für 908 Beschäftigte
  • 263 freie Ausbildungsstellen bei 225 noch unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern (Stand 30.09.2021)

Entwicklung des Arbeitsmarktes

Insgesamt waren Ende Oktober in der Stadt Leipzig 20.384 Menschen, - 1.607 weniger als im September, bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter, arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Oktober 2020 sank die Arbeitslosigkeit um – 4.856 Personen oder – 19,2 Prozent.

„Auch wenn die Corona-Krise nicht endgültig überwunden ist, befindet sich der Arbeitsmarkt in Leipzig wieder auf Erholungskurs und nähert sich dem Vorpandemieniveau. So ist die Arbeitslosenquote aktuell noch mit 0,2 Prozentpunkten über der im Oktober 2019 mit 6,1 Prozent. Der Herbstaufschwung hat den Arbeitsmarkt sehr belebt. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat und vor allem zum Vorjahr ist sehr deutlich. Die Zahl der Abmeldungen von arbeitslosen Menschen in eine neue Erwerbstätigkeit ist hoch und gleichzeitig haben sich weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die angewachsene Nachfrage nach Arbeitskräften ist ein Zeichen für die ansteigende Aufnahmefähigkeit der Wirtschaft. Alle diese Entwicklungen sind Anzeichen für eine sehr positive Arbeitsmarktentwicklung in Leipzig in den zurückliegenden Wochen“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Steffen Leonhardi zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Oktober 2021.

Entwicklung in den Altersgruppen

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat September betrug bei den Unter-20-Jährigen - 89 (- 19,5 Prozent) auf 367 und bei den Unter-25-Jährigen - 341 (- 16,4 Prozent) auf 1.736. Zum Vorjahres-Oktober lag der Rückgang bei den beiden Altersgruppen bei – 26,3 und – 29,9 Prozent.

Bei den Lebensälteren, in der Altersgruppe ab 50 Jahren, sank die Arbeitslosigkeit um - 337 auf 5.715 Personen (Vorjahr: 6.622).

Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im zurückliegenden Monat in Leipzig gesunken. Gegenüber dem Vormonat fiel sie um - 419 auf 7.880. Im Vergleich zum Oktober 2020 gab es + 1.098 langzeitarbeitslose Menschen mehr. Das entsprach einem Anstieg um 16,2 Prozent.

In den letzten vier Wochen betrug der Zugang aus der Erwerbstätigkeit in die Arbeitslosigkeit + 1.839. In Erwerbstätigkeit abgemeldet haben sich im gleichen Zeitraum 2.190 vorher arbeitslose Menschen.

Beim Zugang an offenen Arbeitsstellen verzeichnete die Arbeitsagentur Leipzig im Oktober einen Anstieg gegenüber dem Vormonat. Die Wirtschaft und die Verwaltung haben in den letzten vier Wochen 1.729 freie Stellen, das waren + 157 mehr als im davor liegenden Monat und - 486 weniger als vor einem Jahr, zur Besetzung gemeldet. Der Bestand an freien Stellen lag bei 9.808.

„Dieser gestiegene Stellenzugang im Vergleich zum Vormonat war ein deutliches Zeichen für die anwachsende Nachfrage nach Arbeitskräften und zugleich ein Vertrauensbeweis in die Leistungsfähigkeit der Arbeitsagentur und des Jobcenters Leipzig bei der Besetzung dieser Vakanzen“, so Leonhardi.

Zum statistischen Zähltag im Oktober betrug die Arbeitslosenquote* in der Stadt Leipzig 6,3 Prozent (Vormonat: 6,8 Prozent). Im Oktober 2020 lag die Quote noch bei 7,9 Prozent.
*Die Arbeitslosenquote bezieht sich auf alle zivilen Erwerbspersonen.

Kurzarbeit angezeigt

Im September 2021, jüngster statistisch ausweisbarer Monat, haben 34 Leipziger Unternehmen Kurzarbeit angezeigt. Diese Anzeigen umfassten 908 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Besonders betroffen waren Unternehmen der Vorbereitenden Bauinstallation und des Ausbaugewerbes (7), der Lagerei (4) und des Einzelhandels (4).

Kurzarbeit abgerechnet - Betriebe

Im Januar 2021 haben 3.463, im Februar 3.510, im März 3.028, im April 2.838, im Mai 2.632 und im Juni1.967 (jüngster statistischer Datenstand) Betriebe Kurzarbeit abgerechnet. Zum Höhepunkt der Kurzarbeit im April 2020 waren es 4.759 Betriebe

Kurzarbeitergeld bezogen - Beschäftigte

Im Januar 2021 haben die Leipziger Unternehmen für 25.183 Beschäftigte, im Februar für 24.907, im März für 19.546, im April für 19.696, im Mai für 16.593 und im Juni für 11.163 bezogen. Im April 2020 zum Höhepunkt lag diese Zahl bei 50.956 Beschäftigten.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigt in Leipzig

In Leipzig gab es mit Stand März 2021 277.991 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Das waren + 2.076 mehr als im Vorjahr.

Arbeitsmarktentwicklung nach Rechtskreisen SGB III und SGB II

Im Oktober waren 6.315 Menschen in der Arbeitsagentur im Rechtskreis SGB III arbeitslos gemeldet. Das waren - 704 weniger als im Vormonat und – 3.110 weniger als vor einem Jahr.

Im Jobcenter Leipzig im Rechtskreis SGB II waren 14.069 Menschen arbeitslos registriert. Das waren - 903 weniger als im September und - 1.746 weniger als vor einem Jahr.

69,0 Prozent aller arbeitslosen Leipzigerinnen und Leipziger wurden vom Jobcenter und 31,0 Prozent von der Arbeitsagentur betreut.

In Leipzig gab es im Oktober 30.586 Bedarfsgemeinschaften. Das waren – 693 weniger als im Vormonat und – 2.167 weniger als im Oktober des Vorjahres.

Das Jobcenter Leipzig betreut aktuell 38.555 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Im Vergleich zum Vormonat betrug der Rückgang – 761. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um – 2.508 Personen.

Prognose

„Auch im nächsten Monat rechne ich mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Der Herbstaufschwung hält an, das bestätigen uns die täglichen Gespräche mit den Unternehmen Leipzigs“, beschreibt Leonhardi die Aussicht auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Leipzig.

Bilanz Ausbildungsmarkt des Beratungsjahres 2020/2021

Die Bilanzzahlen des Beratungsjahres 2020/2021, welches immer den Zeitraum von Oktober bis September des darauffolgenden Jahres abbildet, liegen jetzt vor.

Ausbildungsstellen

Seit Oktober 2020 wurden der Arbeitsagentur Leipzig 2.678 Ausbildungsstellen, davon 2.521 betriebliche und 157 außerbetriebliche, zur Besetzung gemeldet. Das waren - 98 Ausbildungsstellen weniger als im Beratungsjahr 2019/2020. Der Rückgang betrug - 3,5 Prozent. Gegenwärtig sind noch 263 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Top 10, der angebotenen Ausbildungsberufe

An erster Stelle lag die Zahl der Ausbildung zur Kauffrau/mann im Einzelhandel (201 Ausbildungsstellen), an zweiter Stelle lag die Ausbildung zur Kauffrau/mann Büromanagement (189), Verkäufer/in (135), Zahnmedizinische Fachangestellte/r (84), Fachkraft Lagerlogistik (77), Koch/ Köchin (64), Mechatroniker/in (61), Restaurantfachmann/frau (59) und Kfz-Mechatroniker/in für PKW-technik (57). 1.689 Ausbildungsstellen wurden durch die Unternehmen für weitere Berufe gemeldet.

Bewerberinnen und Bewerber

Im zurückliegenden Beratungsjahr meldeten sich 2.869 Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz in der Arbeitsagentur Leipzig. Das waren – 10 weniger als im Beratungsjahr 2019/2020. Der Rückgang betrug – 0,3 Prozent.

Top 10, der nachgefragten Ausbildungsstellen

An erster Stelle lag Verkäufer/in, 254 junge Leute wollten in diese Ausbildung. Weitere Wunschausbildungsberufe waren Kfz.-Mechatroniker- PKW-Technik (159), Kauffrau/mann Büromanagement (149), Kauffrau/mann im Einzelhandel (148), Fachlagerist/in (99), Friseur/in (87), Fachinformatiker/in-Anwendungsentwicklung (74), Zahnmedizinische Fachangestellte/r (67), Medizinische/r Fachangestellte/r (66) und Tischler/in (63). Für die übrigen Berufe bewarben sich 1.703 Bewerberinnen und Bewerber

Hinweis: Einstieg in die Ausbildung ist immer noch möglich

Ein Einstieg in die Ausbildung ist auch jetzt im Herbst noch möglich. Wenn sich Ausbildungsbetrieb und die jeweilige Kammer, wie die Handwerkskammer oder die Industrie- und Handelskammer, darüber einig sind, dass der verspätet beginnende Auszubildende erfolgreich sein wird, dann sind Einstiege in die Ausbildung noch bis ans Ende des Jahres möglich.

„Die beste Voraussetzung für eine berufliche Perspektive ist der Erwerb eines anerkannten Ausbildungsabschlusses. Wir wollen jeder und jedem Ausbildung Suchenden ein Angebot machen. Deshalb unbedingt zu unseren Berufsberaterinnen und Berufsberatern Kontakt aufnehmen. Über die Bündelung von Kompetenzen von Stadt, Kammern, Landesamt für Schule und Bildung, Jobcenter sowie Arbeitsagentur in der Jugendberufsagentur unterstützen wir junge Menschen bei der Lösungsfindung für den Berufseinstieg. Wir sind über die gemeinsame Homepage der Jugendberufsagentur www.jugendberufsagentur-leipzig.de oder unsere Telefonhotline 0800 4 5555 00 erreichbar und gerne für alle Ausbildung Suchenden da“, erklärt Steffen Leonhardi. „Für die, die jetzt noch suchen und trotzdem keine Ausbildungsstelle finden gibt es gute Möglichkeiten, die Zeit bis zum Ausbildungsstart im nächsten Jahr sehr gut für die Vorbereitung zu nutzen. Für Betriebe und Jugendliche empfehle ich die Einstiegsqualifizierung. In diesem verlängerten Praktikum können die Ausbildung Suchenden zeigen, welche praktischen Fähigkeiten und Motivation sie haben und Betriebe können junge Ausbildungswillige besser kennen lernen und an eine Ausbildung in ihrem Betrieb heranführen.“

Dieses Angebot richtet sich an Ausbildungsinteressierte, die bis zum 30. September keine Ausbildungsstelle finden konnten. Vorrangige Intention einer Einstiegsqualifizierung (EQ) ist es, diesen jungen Menschen Gelegenheit zu geben, berufliche Handlungsfähigkeit zu erlangen. Gleichzeitig bietet eine EQ dem Ausbildungsbetrieb die Möglichkeit, den jungen Menschen nicht nur in einem kurzen Bewerbungsgespräch kennenzulernen, sondern seine Fähigkeiten und Fertigkeiten über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten im täglichen Arbeitsprozess beobachten zu können. Dieser vergleichsweise lange Zeitraum erlaubt es, die Leistungsfähigkeit besser einzuschätzen. Die Arbeitgeber, die eine betriebliche Einstiegsqualifizierung durchführen, fördert die Arbeitsagentur durch Zuschüsse zur monatlichen Vergütung zuzüglich eines pauschalierten Anteils am durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitrags. Näheres dazu erfährt jedes Unternehmen beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Leipzig.

Kostenlose Telefon-Hotline 0800 4 5555 20.

www.arbeitsagentur.de