30.09.2020 | Presseinfo Nr. 101

PI 1010 Corona lockert Griff auf den Arbeitsmarkt

• Arbeitslosenquote sinkt im August 2020 um 0,3 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent
• Im Vorjahresvergleich gab es im Agenturbezirk 2.660 Arbeitslose mehr
• LDK: 395 Arbeitslose weniger als im Vormonat, 1.621 mehr als vor einem Jahr
• LM-WEL: 324 Arbeitslose weniger als im August, 1.039 mehr als im Vorjahr
• LDK: 2.674 Betriebe (42,4%) zeigten seit März für 40.589 Personen (42,4%) KUG an
• LM-WEL: 1.905 Betriebe (40,2%) zeigten seit März für 19.770 Personen (35,5%) KUG an
• Im Mai befanden sich laut einer Hochrechnung im Gesamtbezirk 311 Betriebe weniger in Kurzarbeit, als im April. Allerdings ist die Zahl der Kurzarbeitender im gleichen Zeitraum um 3.273 Personen gestiegen.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar waren im September 2020 insgesamt 12.576 Personen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 5,4 Prozent, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Im August lag die Zahl der Arbeitslosen bei 13.295, die Arbeitslosenquote betrug 5,7 Prozent. Vor einem Jahr waren 9.916 Menschen im Bezirk ohne Beschäftigung -  die Quote lag seinerzeit bei 4,3 Prozent.

Von den insgesamt 12.576 arbeitslosen Personen waren 5.419 bei den Arbeitsagenturen in Limburg, Wetzlar und Dillenburg gemeldet. 2.328 Arbeitslose wurden beim Jobcenter Limburg-Weilburg gezählt. 4.829 Arbeitslose meldete das Kommunale Jobcenter des Lahn-Dill-Kreises.

„Zwar sichert die Kurzarbeit derzeit noch Tausende Arbeitsplätze im Agenturbezirk Limburg-Wetzlar, dennoch gab es im September auch sehr zuversichtliche Entwicklungen auf dem heimischen Arbeitsmarkt“, berichtete der Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, Michael Beck, bei Vorlage der Arbeitsmarktzahlen für den abgelaufenen Monat. So sei der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat doppelt so hoch ausgefallen, wie im September letzten Jahres. Dass sich der Abbau der Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III (bei der Arbeitsagentur) besonders stark abbilde, ist laut Beck ein weiteres Indiz dafür, dass die Corona-Pandemie im abgelaufenen Monat den Griff auf den Arbeitsmarkt gelockert habe. Als positiv bewertete der stellvertretende Agenturchef zudem die Entwicklung der sogenannten „Bewegungszahlen“, also der Zu- und Abgänge am Arbeitsmarkt. Demnach hätten sich im abgelaufenen Monat 59 Menschen weniger aus vorheriger Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet, als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig hätten 182 Arbeitslose mehr eine Arbeit aufgenommen, als im September 2019. „Alles in allem sind das sehr ermutigende Entwicklungen, die den positiven Trend der letzten Monate bestätigen. Die Lage zeigt auch, dass die Arbeitnehmer und Unternehmen zum allergrößten Teil sehr verantwortlich mit der aktuellen Situation umgehen“, so Beck abschließend.

Kreis Limburg-Weilburg:

Die Arbeitslosenquote lag im September im Kreis Limburg-Weilburg bei 4,7 Prozent und somit um 0,4 Prozentpunkte niedriger, als im Vormonat. Im September 2019 betrug die Quote 3,6 Prozent. In absoluten Zahlen: 4.468 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 324 weniger als im August (-6,8 Prozent) und 1.039 mehr als vor einem Jahr (+30,7 Prozent).

Im Jahresdurchschnitt 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Limburg-Weilburg 4,0 Prozent. 3.735 Personen waren 2019 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

Im aktuellen Monat wurden 47,4 Prozent (2.099 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 189 Personen (-8,3 Prozent) zurückgegangen und im Vergleich zum Vorjahr um 720 Arbeitslose (+52,2 Prozent) gestiegen.

52,6 Prozent (2.328 Personen) aller gemeldeten Arbeitslosen waren im September beim Jobcenter Limburg-Weilburg gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Rückgang um 135 Arbeitslose (-5,5 Prozent). Gegenüber September 2019 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 15,9 Prozent (319 Personen) erhöht.

Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ‚Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig.

Im Schnitt des Jahres 2019 waren bei der Arbeitsagentur 1.526 Arbeitslose und beim Jobcenter 2.209 Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der arbeitslosen Männer hat sich im letzten Monat um 167 Betroffene (-6,3 Prozent) auf 2.484 Arbeitslose reduziert. Bei den Frauen sank die Arbeitslosenzahl im gleichen Zeitraum um 157 Personen auf 1.943 Betroffene (-7,5 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 648 Arbeitslose (+35,3 Prozent), bei den Frauen um 391 Arbeitslose (+25,2 Prozent) zu.

2019 waren jahresdurchschnittlich 2.113 Männer und 1.622 Frauen arbeitslos gemeldet.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist im September um 18,8 Prozent oder 108 Arbeitslose gesunken. Aktuell sind 468 Arbeitslose jünger als 25 Jahre: 122 mehr, als vor einem Jahr (+35,3 Prozent).

Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 364 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

 

Bei den älteren Arbeitslosen (50+) hat sich die Zahl im aktuellen Monat um 27 Betroffene (-1,9 Prozent) auf 1.386 Arbeitslose reduziert. Sie liegt damit um 322 Personen oder 30,3 Prozent über dem Vorjahreswert.

Im Jahresdurchschnitt 2019 waren bei der Limburger Arbeitsagentur und dem Jobcenter Limburg-Weilburg 1.152 ältere Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im September im Kreis Limburg-Weilburg bei 336 Personen und damit um 12 Personen oder 3,4 Prozent unter dem August-Wert. Gegenüber September 2019 war ein Anstieg um 56 arbeitslose Schwerbehinderte zu verzeichnen (+20,0 Prozent).

Im Jahr 2019 waren jahresdurchschnittlich 299 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

Im Berichtsmonat waren im Landkreis 1.386 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 45 arbeitslose Ausländer weniger als im August (-3,2 Prozent) sowie 380 (+37,9 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 1.182 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

Im September 2020 erteilten die Unternehmen und Verwaltungen den Arbeitgeberservices von Arbeitsagentur und Jobcenter 310 Vermittlungsaufträge. Dies waren 196 Stellen weniger als im September letzten Jahres (-38,7 Prozent).

2019 wurden insgesamt 5.218 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet.

Kurzarbeit:
Im September 2020 gingen nach vorläufigen Erhebungen bei der Arbeitsagentur Kurzarbeitsanzeigen von 14 Betrieben aus dem Landkreis Limburg-Weilburg für 151 Arbeitnehmer ein. Somit liegt die Gesamtzahl der Anzeigen seit Beginn der Corona-Krise im Landkreis bei 1.905, die Zahl der angezeigten Arbeitnehmer bei 19.770. Damit haben seit Beginn der Corona-Pandemie 40,2 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe Kurzarbeit für 35,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze angezeigt. Erstmals gibt es für den April 2020 eine Hochrechnung zur realisierten Kurzarbeit auf Kreisebene. Demnach arbeiteten im Landkreis Limburg-Weilburg im genannten Monat 7.918 Arbeitnehmer in 1.239 Betrieben kurz. Für den Agenturbezirk Limburg-Wetzlar liegt zudem die Hochrechnung für den Mai vor, nach der seinerzeit 26.800 Arbeitnehmer in 2.574 Betrieben tatsächlich von Kurzarbeit betroffen waren. Dies entsprach 17,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in 23,3 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe. Demnach haben im Mai 311 Betriebe weniger kurzgearbeitet, als noch im April. Allerdings ist die Zahl der Kurzarbeitender im gleichen Zeitraum um 3.273 Personen gestiegen.

Lahn-Dill-Kreis:

Im Lahn-Dill-Kreis lag die Arbeitslosenquote im September bei 5,8 Prozent und somit um 0,3 Prozentpunkte niedriger, als im Vormonat. Im September 2019 betrug die Quote 4,7 Prozent. In absoluten Zahlen: 8.149 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 395 weniger als im August (-4,6 Prozent) und 1.621 mehr als vor einem Jahr (+24,8 Prozent).

Im Jahresdurchschnitt 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Lahn-Dill-Kreis 4,8 Prozent. 6.640 Personen waren 2019 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

Im aktuellen Monat wurden 40,7 Prozent (3.320 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 257 Personen (-7,2 Prozent) zurückgegangen und im Vergleich zum Vorjahr um 1.283 Arbeitslose (+63,0 Prozent) gestiegen.

59,3 Prozent (4.829 Personen) aller Arbeitslosen waren im September beim kommunalen Jobcenter Lahn-Dill gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Rückgang um 138 Arbeitslose (-2,8 Prozent). Gegenüber September 2019 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 338 Personen erhöht (+7,5 Prozent).

Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ‚Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig.

Im Schnitt des Jahres 2019 waren bei der Arbeitsagentur 2.073 Arbeitslose und beim Jobcenter 4.567 Arbeitslose gemeldet.

Die Anzahl arbeitsloser Männer sank im Lahn-Dill-Kreis gegenüber dem Vormonat um 205 auf 4.660 Arbeitslose (-4,2 Prozent). Die Zahl arbeitsloser Frauen reduzierte sich im gleichen Zeitraum um 190 auf 3.489 Betroffene (-5,2 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 1.092 Arbeitslose (+30,6 Prozent) zu, bei den Frauen stieg sie um 529 Arbeitslose (+17,9 Prozent) an.

2019 waren jahresdurchschnittlich 3.666 Männer und 2.974 Frauen arbeitslos gemeldet.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vormonat um 105 Personen oder 10,4 Prozent zurückgegangen. Im Vergleich zum September 2019 hat sie sich um 235 Personen (+35,3 Prozent) erhöht. Aktuell sind 900 Jugendliche unter 25 Jahren als Arbeitslose gemeldet.

Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 620 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

Bei den 50jährigen und älteren lag die Zahl der Arbeitslosen im abgelaufenen Monat bei 2.560 Personen und nahm damit im Vergleich zum Vormonat um 80 Personen (-3,0 Prozent) ab. Gegenüber September letzten Jahres ist bei diesem Personenkreis ein Anstieg um 428 ältere Arbeitslosen (+20,1 Prozent) festzustellen.

Im Jahresdurchschnitt 2019 waren bei den Arbeitsagenturen in Wetzlar und Dillenburg sowie beim kommunalen Jobcenter des Lahn-Dill 2.214 ältere Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im September im Lahn-Dill-Kreis bei 717 Personen und damit um 16 Betroffene oder 2,2 Prozent unter dem Wert des Vormonats. Im Vergleich zum September 2019 war ein Anstieg von 60 arbeitslosen Schwerbehinderten zu verzeichnen (+9,1 Prozent).

Im Jahr 2019 waren jahresdurchschnittlich 686 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

Im Berichtsmonat waren im Lahn-Dill-Kreis 2.610 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 100 arbeitslose Ausländer weniger als im August (-3,7 Prozent) sowie 464 mehr als im September letzten Jahres (+21,6 Prozent).

Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 2.209 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

Der Zugang gemeldeter Arbeitsstellen lag in diesem Monat abermals unter dem Vorjahresniveau. 318 Vermittlungsaufträge bedeuten ein Minus von 167 Stellen oder 34,4 Prozent gegenüber September 2019.

2019 wurden insgesamt 5.605 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet. 

Kurzarbeit:
Im September 2020 gingen nach vorläufigen Erhebungen bei der Arbeitsagentur Kurzarbeitsanzeigen von 22 Betrieben aus dem Lahn-Dill-Kreis für 245 Arbeitnehmer ein Somit liegt die Gesamtzahl der Anzeigen seit Beginn der Corona-Krise im Landkreis bei 2.674, die Zahl der angezeigten Arbeitnehmer bei 40.589. Damit haben seit Beginn der Corona-Pandemie 42,4 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe Kurzarbeit für ebenfalls 42,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze angezeigt. Erstmals gibt es für den April 2020 eine Hochrechnung zur realisierten Kurzarbeit auf Kreisebene. Demnach arbeiteten im Lahn-Dill-Kreis im genannten Monat 15.608 Arbeitnehmer in 1.646 Betrieben kurz. Für den Agenturbezirk Limburg-Wetzlar liegt zudem die Hochrechnung für den Mai vor, nach der seinerzeit 26.800 Arbeitnehmer in 2.574 Betrieben tatsächlich von Kurzarbeit betroffen waren. Dies entsprach 17,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in 23,3 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe. Demnach haben im Mai 311 Betriebe weniger kurzgearbeitet, als noch im April. Allerdings ist die Zahl der Kurzarbeitender im gleichen Zeitraum um 3.273 Personen gestiegen.