26.11.2020 | Presseinfo Nr. 118

In der Corona-Krise keinen Jugendlichen verlieren

• „Steuerungskreis Arbeitsmarktmonitor“ analysiert Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den heimischen Arbeits- und Ausbildungsmarkt

Der vor zehn Jahren im Lahn-Dill-Kreis als bundesweites Modellprojekt der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufene „Steuerungskreis Arbeitsmarktmonitor“ verständigt sich seit Beginn der Corona-Pandemie in monatlichem Rhythmus, um die aktuelle Arbeits- und Ausbildungsmarktsituation zu bewerten und wirksame Maßnahmen zu konzertieren. Neben Schirmherr Landrat Wolfgang Schuster nehmen an den jeweiligen Telefonkonferenzen auch Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner sowie die Spitzen von IHK, Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaft, DGB Mittelhessen, der Wirtschaftsförderung des Lahn-Dill-Kreises, des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL Mittelhessen, der Bürgermeister und der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar teil.

Sorgen bereitet den Beteiligten vor allem die Entwicklung am Ausbildungsmarkt. Zum einen habe schon das Frühjahr gezeigt, dass sich viele Jugendliche aus Unsicherheit sehr frühzeitig gegen eine betriebliche Ausbildung und für die Fortsetzung des Schulbesuches entschieden hätten. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten viele Maßnahmen der Berufsorientierung nicht durchgeführt werden, Ausbildungsmessen, Tage der offenen Tür und Schülerpraktika hatten nicht stattgefunden, auch direkte Kontakte zwischen Jugendlichen und Betrieben waren oft nicht zu realisieren. Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2020/2021 mussten die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer insgesamt deutlicher weniger neu abgeschlossene Lehrverträge verzeichnen, auch wenn es im Handwerk im Bezirk der Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill einen leichten Aufwuchs der Neuverträge gegeben hat. Bei den Kammern seien weiterhin offene Ausbildungsplätze verzeichnet, die Hoffnung bestehe, dass Nachvermittlungen noch erfolgreich seien. Gegenüber der Arbeitsagentur hätten die heimischen Betriebe elf Prozent weniger Ausbildungsplätze zur Besetzung gemeldet, als im Vorjahr. Landrat Schuster appelliert daher, alle Anstrengungen zu unternehmen, um einen weiteren Rückgang der dualen Berufsausbildung zu verhindern. „Wir dürfen in der Corona-Krise keinen Jugendlichen verlieren und müssen gleichzeitig um jeden Ausbildungsplatz in der Region kämpfen“, betonte der Landrat. Dabei seien die vom Bund beschlossene Ausbildungsprämie sowie die Einstiegsqualifizierung ein geeignetes Instrument, Unternehmen in ihren Ausbildungsbemühungen zu unterstützen. Jugendliche und Arbeitgeber sollen sich möglichst frühzeitig mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter in Verbindung setzen und auch die Online-Lehrstellenbörsen und Beratungsangebote der Kammern nutzen. In Zeiten erschwerter Kontaktmöglichkeiten sei Zeit ein wesentlicher Erfolgsfaktor, so Schuster abschließend.