26.10.2021 | Presseinfo Nr. 89

Lahn-Dill-Kreis und Arbeitsagentur sichern Berufseinstiegsbegleitung

• Haupt- und Förderschüler erhalten somit weiterhin Hilfe an der Schwelle zwischen Schule und Beruf
 

Wolfgang Schuster und Angelika Berbuir führen die Berufseinstiegsbegleitung in eigener Verantwortung weiter
Wolfgang Schuster und Angelika Berbuir führen die Berufseinstiegsbegleitung in eigener Verantwortung weiter

Viele hessischen Schüler müssen künftig auf die Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) verzichten. Nicht so die jugendlichen Haupt- und Förderschüler im Lahn-Dill-Kreis. Weil der Kreis -vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistages- die in den letzten zehn Jahren vom Europäischen Sozialfond (ESF) sichergestellte und 2020 ausgelaufene Kofinanzierung übernimmt, stehen für das laufende Schuljahr an zehn Gesamt-, Haupt-, Real- und Förderschulen im Kreisgebiet weiterhin insgesamt 50 Teilnahmeplätze zur Verfügung. Im kommenden Schuljahr können dann weitere 50 Schüler einsteigen. Die andere Hälfte der Kosten finanziert die Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, die aus rechtlichen Gründen keine Vollförderung übernehmen darf. Verantwortlich für die Umsetzung ist das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft. In den meisten anderen hessischen Landkreisen findet BerEB nicht mehr statt.

Zur Zielgruppe gehören Schüler, die einen Haupt- oder Förderschulabschluss und anschließend eine Ausbildung anstreben, auf diesem Weg aber besondere Hilfestellung benötigen. Die Berufseinstiegsbegleitung unterstützt sie dabei bereits ab der Vorabgangsklasse. Während der bis zu 36-monatigen Betreuungsdauer kümmern sich die Berufseinstiegsbegleiter auch darum, dass die Jugendlichen ihren Schulabschluss schaffen. Zudem helfen sie intensiv beim Übergang in die Berufsausbildung, dem Bewerbungsverfahren, der Vermittlung in Praktika und der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Zudem unterstützen sie mit ihrer sozialpädagogischen Kompetenz die jungen Menschen in akuten Krisensituationen und bei der Bewältigung von Konflikten. Dabei arbeiten sie eng mit Lehrern und Berufsberatern zusammen. In den ersten Monaten der Ausbildung helfen sie ferner, sich im Berufsleben zurecht zu finden und Abbrüche zu vermeiden.

Angelika Berbuir, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar, begrüßt die Fortsetzung der Berufseinstiegsbegleitung im Lahn-Dill-Kreis: „Berufseinstiegsbegleiter unterstützen seit Jahren tatkräftig und erfolgreich junge Menschen beim Übergang von der Schule in die Ausbildung. Viele dieser Jugendlichen hätten ohne diese Hilfe lange Umwege in Kauf nehmen müssen oder vielleicht gar keine Ausbildung aufgenommen. Die Berufseinstiegsbegleiter leisten damit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Die Corona-Krise mit ihren massiven Auswirkungen auf Schule und Ausbildung schafft für diese Schüler zusätzliche Hürden, die sie ohne professionelle Hilfe nicht meistern würden.“ Berbuir dankt Landrat Wolfgang Schuster ausdrücklich dafür, dass der Lahn-Dill-Kreis mit der freiwilligen Leistung Verantwortung für die Weiterführung dieses sehr erfolgreichen Instruments übernommen habe.

Durch Begleitung mehr Hauptschüler in Ausbildung gekommen

Für Landrat Schuster ist die der finanzielle Beitrag des Kreises gut investiertes Geld: „Durch die Berufseinstiegsbegleitung kamen in den letzten Jahren mehr Förder- und Hauptschüler in eine Ausbildung, als in den Jahren zuvor. Die Einstiegsbegleiter konnten die Abbrecherquote während der Ausbildung deutlich minimieren. Außerdem wurden Schüler zum Schulabschluss geführt, die das ohne die enge Begleitung nicht geschafft hätten. Das Programm hilft, jungen Menschen einen guten Start ins Leben zu ermöglichen und trägt gleichzeitig zur Fachkräftesicherung im Lahn-Dill-Kreis bei.“

Für weitere Informationen können sich interessierte Schüler sowie deren Eltern an Lehrkräfte der teilnehmenden Schulen oder an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit (Tel. 06431 209 200 | Email mailto:limburg-wetzlar.berufsberatung@arbeitsagentur.de) wenden.