11.04.2022 | Presseinfo Nr. 40

Erstmals mehr als 57.000 Beschäftigte

• Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt in Limburg-Weilburg um 1,1 Prozent
• Branchen entwickeln sich unterschiedlich
• Anstieg bildet sich fast ausschließlich bei den über 55-Jährigen ab
 

Nie gab es im Landkreis Limburg-Weilburg mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als am 30. September letzten Jahres. Das geht aus den neusten Zahlen der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar hervor.

Demnach waren zum Stichtag im Kreisgebiet 57.174 Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dies waren 605 Beschäftigte mehr als im dritten Quartal 2020. Der Veränderungswert lag bei +1,1 Prozent (Hessen: +1,6 Prozent). 434 der Beschäftigungsverhältnisse wurden seinerzeit durch Kurzarbeitergeld gestützt (Kurzarbeiterquote: 0,8 Prozent). Erstmals gab es damit im Landkreis Limburg-Weilburg mehr als 57.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer bestätigt die Arbeitsagentur. Genau zehn Jahre zuvor seien es noch 47.712 Beschäftigte gewesen – annähernd 10.000 weniger als im September 2021.

Den höchsten Arbeitsplatzzuwachs kann der Handel verzeichnen. 291 zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten einen Zuwachs von 2,9 Prozent. 174 zusätzliche Arbeitsplätze (+6,1 Prozent) weist der Wirtschaftszweig ‚Immobilien, freiberufliche wissenschaftliche und technische Dienstleistungen‘ aus. Weitere deutliche Beschäftigungsgewinne verbuchte vor allem die Arbeitnehmerüberlassung (156 / +14,7 Prozent). Diese Branche gilt als Frühindikator am Arbeitsmarkt. Wenn die Aufträge der Industrieunternehmen abnehmen, sind es in der Regel Zeitarbeitnehmer, die als erste freigesetzt werden. Sobald sich die Auftragsbücher wieder füllen, steigt zunächst meist die Zahl der Zeitarbeiter, bevor Unternehmen sich zur Einstellung von Festangestellten entscheiden. Nennenswerte Arbeitsplatzgewinne gab es auch bei den ‚sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen‘, denen beispielsweise Sicherheits- und Hausmeisterdienste, Gebäudereiniger sowie Reisebüros zuzuordnen sind (+79/+3,8 Prozent), im Gesundheitswesen (+79 / +1,4 Prozent) sowie ‚Information und Kommunikation‘ (+69 / +7,7 Prozent).

Verkehrsgewerbe verliert Beschäftigte

Arbeitsplatzverluste weisen hingegen allen voran folgende Wirtschaftszweige aus: ‚Verkehr und Lagerei‘ (-212 / -8,6 Prozent), die Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (-140 / -10,9 Prozent) und das Gastgewerbe (-43 / -3,0 Prozent).

604 der 605 gewonnenen Arbeitsplätze bilden sich bei über 55-Jährigen ab

Beim Blick auf die Personenkreise bleibt festzustellen, dass mehr Frauen (+407 / +1,5 Prozent) als Männer (+198 / +0,7 Prozent) vom Beschäftigungsaufwuchs profitierten. Zudem entstanden mehr Vollzeit- (+438 / +1,1 Prozent) als Teilzeitarbeitsplätze (+167 / +0,9 Prozent). Bemerkenswert ist nach Angaben der Arbeitsagentur, dass nahezu alle Arbeitsplatzgewinne statistisch den über 55-Jährigen zufielen. Hier stieg die Beschäftigtenzahl um 604 Sozialversicherungspflichtige (+4,9 Prozent). „Dabei spielt allerdings auch der demographische Wandel eine große Rolle“, erläutert Ralf Fischer, Sprecher der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar und berichtet weiter: „Einerseits verbleiben immer mehr ältere Arbeitnehmer länger auf ihren Arbeitsplätzen, andererseits ‚wachsen‘ stetig mehr Beschäftigte aus den geburtenstarken Jahrgängen in diese Altersgruppe hinein und nehmen ihren Arbeitsplatz quasi in diese statistische Kohorte mit“.

Zum September 2021 nahm die Zahl der geringfügig Beschäftigten hingegen leicht ab (-64 / -0,4 Prozent). Diese Arbeitsplätze werden auch während der Corona-Krise nicht durch Kurzarbeitergeld gesichert.