Was macht eigentlich die Zeitarbeit?

• Kostenlose Broschüre der Bundesagentur für Arbeit zur aktuellen Situation in der Zeitarbeit erschienen

03.02.2022 | Presseinfo Nr. 15

Mit den aktuellen Entwicklungen in der Zeitarbeit beschäftigt sich eine neue 27-seitige Broschüre der Bundesagentur für Arbeit (BA), die ab sofort kostenlos im Internet abrufbar ist. Darauf hat die Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar hingewiesen. Demnach ist die Anzahl der Leiharbeiter im langfristigen Vergleich mit hoher Dynamik gewachsen. 2018 habe ein Beschäftigungsrückgang eingesetzt, der auch durch gesetzliche Regulierungen verursacht worden seien. 2019 sei der Stellenabbau vor allem auf die konjunkturelle Abschwächung zurückzuführen gewesen. Die Auswirkungen der Corona-Krise spiegeln sich auch in den Zahlen zur Leiharbeit wider. Für den gesamten Wirtschaftszweig zeigten sich seit Frühjahr 2020 bereits deutliche Einbußen. Gegen Ende des ersten Pandemiejahres zeichnete sich allerdings bereits eine positive Tendenz ab, die weiter anhält.

Jeder zweite Zeitarbeiter übt Helferjob aus

Im gleitenden Jahresdurchschnitt habe die Zahl der Leiharbeitnehmer bis Juni 2021 bei 784.000 Beschäftigten gelegen. Bis Juni 2019 waren es noch 948.000 Beschäftigte. Der Anteil der Zeitarbeiter an der Gesamtbeschäftigung betrug im Juni vorigen Jahres 2,1 Prozent (Juni 2019: 2,5 Prozent). Jeder Zweite übe eine Helfertätigkeit aus (bei allen Beschäftigten trifft dies nur auf jeden Fünften zu). Die Mehrzahl der Zeitarbeiter ist laut Studie männlich und jünger. Personen ohne Berufsabschluss sind anteilig deutlich häufiger vertreten als bei den Beschäftigten insgesamt. Auch der Ausländeranteil sei vergleichsweise hoch. Die Zeitarbeitsbranche biete diesen Personenkreisen gute berufliche Einstiegsmöglichkeiten. Gleichzeitig tragen Beschäftigten in der Branche allerdings ein überdurchschnittlich hohes Risiko, aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung heraus arbeitslos zu werden.

75 Prozent sind nach einem Jahr noch im Job

Die Studie belegt aber auch, dass 75 Prozent der Arbeitslosen, die eine Beschäftigung in der Zeitarbeit aufgenommen haben, auch nach zwölf Monaten noch beschäftigt sind, teilweise jedoch in anderen Branchen. Die Bruttoentgelte in der Zeitarbeit liegen laut Publikation deutlich unter dem Durchschnitt aller Branchen. Nachdem die Stellenzugänge coronabedingt deutlich eingebrochen waren, nahm der Kräftebedarf der Branche im Laufe des Jahres 2021 wieder erheblich zu. Das Vorkrisenniveau wird allerdings noch nicht wieder erreicht. Die Broschüre ist im Internet unter https://bit.ly/3Je7p99 abrufbar.

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