16.08.2020 | Presseinfo Nr. 76

Bildung als Kapital begreifen

„Aktuell sind wir wieder auf einem guten Weg, die Situation verbessert sich“, beschreibt Horst Eckert, Leiter der Lörracher Arbeitsagentur die Lage.

Zuletzt meldete die Arbeitsagentur Statistikdaten, die keine weiteren Corona-Effekte mehr aufwiesen und sich saisonal normal entwickelten, wenngleich auf einem höheren Niveau als in den Vorjahren. Die leichte Konjunkturdelle, die sich bereits 2019 langsam abzeichnete, sei durch den Lockdown allerdings befeuert worden. Auch wenn es jetzt langsam wieder bergauf ginge, könne man die langfristigen Auswirkungen noch nicht absehen. Nicht zuletzt sei man auch von nicht beeinflussbaren, geopolitischen Faktoren, wie die weltweiten Handelskonflikte oder die Folgen des Brexit abhängig.

Sabine Hartmann-Müller lobte an dieser Stelle die unkomplizierte und zügige Bearbeitung von Kurzarbeitergeld, welche maßgeblich zur Stabilisierung der Arbeitsmarktlage beigetragen habe. Die Beschäftigten der Arbeitsagentur haben hier ein großartiges Engagement gezeigt.

Besonders am Herzen lag Hartmann-Müller die derzeit steigende Jugendarbeitslosigkeit: „Junge Menschen sind aktuell besonders betroffen, erst recht, wenn kein formaler Berufsabschluss vorliegt.“ In der Stärkung der Aus- und Weiterbildung sieht Hartmann-Müller deshalb einen wichtigen politischen Ansatzpunkt. „Bildung ist unser Kapital der Zukunft, hier lohnt es sich zu investieren um den Wirtschaftsstandort langfristig zu erhalten und wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Eckert weist in diesem Zusammenhang nicht nur auf den demografiebedingt sinkenden Anteil der Schulentlassenen hin. Es gäbe auch nach wie vor einen hohen Anteil von Schülern, die den Besuch einer weiterführenden Schule der dualen Ausbildung vorziehen: „Corona hat auch dieses Phänomen verstärkt. Wir erleben, dass junge Menschen in diesem Jahr ganz bewusst keine Ausbildung aufnehmen, weil sie unsicher sind, ob sie die gleichen Rahmenbedingungen im Ausbildungsbetrieb vorfinden, die es vor Corona gab,“ so Eckert.

Aktuell sind noch viele Ausbildungsstellen unbesetzt, die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist auf einem hohen Niveau. „Mit dem Bundesprogramm „Ausbildung sichern“ wurden auch politische Rahmenbedingungen geschaffen, die die duale Ausbildung auch in diesem Corona gebeuteltem Jahr auf sichere Füße stellt,“ so Hartmann-Müller.