30.10.2019 | Presseinfo Nr. 52

Ausbildungsbilanz 2018/19

Die Agentur für Arbeit Ludwigshafen veröffentlicht die Ausbildungsbilanz für das Berichtsjahr 2018/19.

Betriebe im Bezirk der Agentur für Arbeit Ludwigshafen haben erneut eine hohe Ausbildungsbereitschaft gezeigt – das ergibt sich aus der Bilanz für das Ausbildungsjahr 2018/19. Insgesamt wurden bei der Agentur für Arbeit Ludwigshafen bis Ende September 2.975 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 252 mehr als im Vorjahr. Von diesen blieben bis zum Ende des Berichtsjahres 105 unbesetzt, 42 weniger als zur selben Zeit vor einem Jahr. „Es ist erfreulich, dass viele Betriebe bereit sind, ihre Fachkräfte selbst auszubilden, denn der beste Nachwuchs ist der, den man selbst ausbildet“, meint Daniel Lips, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ludwigshafen.  

Zumal Firmen heutzutage mit reichlich Konkurrenz zu kämpfen haben. So stehen den jungen Menschen nach ihrem Schulabschluss noch andere Optionen offen als der Weg, der in eine Berufsausbildung mündet. 18,3 Prozent der 2.582 Bewerber, die sich seit Oktober 2018 bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur Ludwigshafen gemeldet hatten, wählten eine schulische Weiterbildung oder nahmen ein Studium auf. Mit 46,2 Prozent entschied sich die Mehrheit allerdings für den Start einer Berufsausbildung. „Unsere Berufsberatung konnte im vergangenen Berichtsjahr 100 Jugendliche mehr bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle unterstützen. Das zeigt, dass sich die intensivere Beratung an dem Ort, wo sich die jungen Menschen aufhalten, der Schule, auszahlt. Daher wird diese seit Beginn des aktuellen Schuljahres durch die Einführung der Lebensbegleitenden Berufsberatung noch weiter gestärkt. Wir haben unser Team der Berufsberatung personell aufgestockt, um das Angebot an Schulen noch weiter auszubauen, damit für jeden ein nahtloser Übergang von der Schule in den Beruf gelingt“, sagt Lips und ergänzt: „Eine abgeschlossene Berufsausbildung schützt vor späterer Arbeitslosigkeit. Von den aktuell 13.600 Arbeitslosen haben 7.933 keine Berufsausbildung.“

Den 190 Bewerbern, die keine Lehrstelle nach der Schule finden konnten, das sind 128 mehr als im Vorjahr, sollen nun Alternativen aufgezeigt werden, damit auch diese ihren Berufsweg bald starten können. „Wir arbeiten eng mit den Kammern zusammen, um auch für diese als unversorgt geltenden jungen Menschen so schnell wie möglich eine berufliche Perspektive zu finden. Wichtig ist dabei, dass die jungen Leute offen sind für alternative Angebote und sich nicht zu sehr auf eine spezielle berufliche Richtung fixieren. Mit unseren Unterstützungsangeboten kann es dann gelingen, dass die ehemaligen Unversorgten zu gefragten Bewerbern im laufenden Ausbildungsjahr werden“, meint Lips. Dies gilt auch in Bezug auf die Arbeitgeber, die ihre Ausbildungsstellen nicht besetzen konnten. „Manchmal lohnt es sich auch, motivierten jungen Menschen, die auf den ersten Blick nicht den gewünschten Anforderungen entsprechen, eine Chance zu geben, denn auch hier bietet die Agentur für Arbeit Unterstützungsmöglichkeiten an, die beiden Seiten helfen können“, sagt Lips.

 

Die Agentur für Arbeit Ludwigshafen hat zum Start des aktuellen Ausbildungsjahres im September ebenfalls wieder Auszubildende eingestellt. Von den fünf Auszubildenden absolviert eine Dame ihre Ausbildung in Teilzeit. „Das ist ein Novum hier bei uns in Ludwigshafen. Tahira Rana ist über unser Projekt Comeback ANNE, das von der Bundesagentur sogar prämiert wurde, zu uns gestoßen. Im Bewerbungsprozess hat sie so überzeugt, dass wir ihr unbedingt die Möglichkeit bieten wollten, ihre Ausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen in Teilzeit zu absolvieren“, berichtet Lips. Aufgrund des Erfolgs von Comeback ANNE geht das Projekt, das auf eine Ausbildung in Teilzeit vorbereitet und gemeinsam mit den Teilnehmenden einen passenden Betrieb sucht, im kommenden Jahr in die dritte Runde. Wer Interesse hat, kann sich per E-Mail an ludwigshafen.anne@arbeitsagentur.de an die Agentur für Arbeit Ludwigshafen wenden.

 

 

Bilanz der Handwerkskammer der Pfalz (HWK)

Wie die Handwerkskammer der Pfalz (HWK) mitteilt, wurden im pfälzischen Handwerk bis zum 30. September 2019 insgesamt 2.446 neu eingetragene Lehrverhältnisse registriert. Dies bedeutet eine Abnahme gegenüber dem Vorjahr (2.549) um 4,04 Prozent. Bezogen auf den Agenturbezirk Ludwigshafen waren es 710 Ausbildungsverhältnisse, dies entspricht einem Rückgang von 6,21 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Nach zwei Jahren Neuvertragszuwachs in Folge scheint dieser 2019 zum Erliegen zu kommen. Handwerksbetriebe suchen weiterhin unvermindert Nachwuchskräfte, dies zeigen die vielen auch im September noch unbesetzten Lehrstellen. Eine große Herausforderung bleibt die Zusammen­führung von Angebot und Nachfrage. An dieser Stelle zeigt sich die Notwendigkeit einer intensiveren beruflichen Orientierung. Jungen Menschen können dadurch weniger bekannte Alternativen zum Wunsch­beruf aufgezeigt werden, die ihrer Neigung, Eignung und Leistungsfähigkeit entsprechen. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten die Kammern mit ihrem vom rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium geförderten Projekt „Ausbildungsbotschafter“, den Ferienwerkstätten und dem gemeinsamen Projekt der Agenturen für Arbeit, den rheinland-pfälzischen Handwerkskammern und dem Wirtschaftsministerium „Coach für betriebliche Ausbildung“.

 

 

Bilanz der Industrie- und Handelskammer für die Pfalz (IHK)

Im Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz wurden bis zum 30. September 2019 insgesamt 5.014 Ausbildungsverhältnisse neu eingetragen. Dies entspricht einem Rückgang von 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr oder 225 Ausbildungsplätze weniger als im Vorjahr (5.239 Ausbildungsverträge). Auf den Bereich der Agentur für Arbeit Ludwigshafen entfielen 2.116 Ausbildungsverhältnisse, dies sind 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr (2.156).

Bereits das elfte Jahr in Folge sind in der Pfalz mehr offene Stellen zu verzeichnen als unversorgte Bewerber auf dem Markt sind. Für die pfälzischen Unternehmen wird es zunehmend schwerer, Bewerber für Ausbildungsstellen zu finden. Über die Hälfte der Ausbildungsbetriebe unterstützt Auszubildende mit sogenannten ausbildungsbegleitenden Hilfen oder eigener Nachhilfe. Das ist notwendig, da die Unternehmen auch schwächeren Bewerbern eine Chance auf Ausbildung bieten.

Die rückläufige Zahl an eingetragenen Ausbildungsverhältnissen in diesem Jahr ist kein Zeichen dafür, dass die Unternehmen weniger ausbilden. Erfahrungsgemäß werden im Herbst noch viele Ausbildungsverträge geschlossen. Bei vielen Unternehmen können die angebotenen Plätze nicht komplett besetzt werden, da viele Schulabgänger lieber weiter zur Schule gehen.

 

 

Entwicklung am Ausbildungsmarkt nach Geschäftsstellen

 

Geschäftsstelle Ludwigshafen

Im Geschäftsstellenbezirk Ludwigshafen haben sich 1.596 junge Menschen gemeldet, um Unterstützung bei der Suche nach einer Lehrstelle zu erhalten. Das waren 78 mehr als im Vorjahr. Ende September 2019 hatten 130 Jugendliche noch keinen Ausbildungsvertrag oder ein anderes Angebot, 84 mehr als im Vorjahr.

Dem Arbeitgeber-Service wurden von Oktober 2018 bis September 2019 insgesamt 1.943 Ausbildungsplätze gemeldet, 241 mehr als vor einem Jahr. 62 Ausbildungsstellen blieben bis zum 30. September 2019 unbesetzt, 38 weniger als vor einem Jahr.

 

Geschäftsstelle Speyer

Im Geschäftsstellenbezirk Speyer haben sich 611 junge Menschen gemeldet, um Unterstützung bei der Suche nach einer Lehrstelle zu erhalten. Das waren 77 mehr als im Vorjahr. Ende September 2019 hatten 38 Jugendliche noch keinen Ausbildungsvertrag oder ein anderes Angebot, 31 mehr als im Vorjahr.

Dem Arbeitgeber-Service wurden von Oktober 2018 bis September 2019 insgesamt 610 Ausbildungsplätze gemeldet, 8 mehr als vor einem Jahr. 17 Ausbildungsstellen blieben bis zum 30. September 2019 unbesetzt, drei weniger als vor einem Jahr.

 

Geschäftsstelle Frankenthal

Im Geschäftsstellenbezirk Frankenthal haben sich 375 junge Menschen gemeldet, um Unterstützung bei der Suche nach einer Lehrstelle zu erhalten. Das waren 58 weniger als im Vorjahr. Ende September 2019 hatten 22 Jugendliche noch keinen Ausbildungsvertrag oder ein anderes Angebot, 13 mehr als im Vorjahr.

Dem Arbeitgeber-Service wurden von Oktober 2018 bis September 2019 insgesamt 422 Ausbildungsplätze gemeldet, 3 mehr als vor einem Jahr. 26 Ausbildungsstellen blieben bis zum 30. September 2019 unbesetzt, eine weniger als vor einem Jahr.