29.08.2019 | Presseinfo Nr. 46

Der Arbeitsmarkt im August 2019

Vom saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Sommermonaten war der Bezirk der Agentur für Arbeit Ludwigshafen in diesem Jahr nur geringfügig betroffen. Der regionale Arbeitsmarkt hat sich als stabil erwiesen. Während im Juli noch ein Anstieg zu verzeichnen war, bringt der August einen leichten Rückgang: Mit 14.062 Personen waren 37 Arbeitslose weniger registriert als im Vormonat. Auffällig ist allerdings ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 786 Personen. Die Arbeitslosenquote liegt weiterhin bei 6,1 Prozent.

Die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen – Kunden des Jobcenters werden im SGB II betreut, Kunden der Agentur für Arbeit im SGB III – verlief in den vergangenen Wochen unterschiedlich. Bei der für die Arbeitslosenversicherung zuständigen Agentur für Arbeit waren im August 5.243 Arbeitslose gemeldet, 38 mehr als im Vormonat. Das Jobcenter Vorderpfalz-Ludwigshafen, das die Menschen in der Grundsicherung betreut, zählte 8.819 Arbeitslose, 75 weniger als im Juli. Hier ist jedoch ebenfalls ein Anstieg zum Vorjahr um 2,9 Prozent feststellbar.

„Während der Bestand an arbeitslosen Menschen im SGB III im Vergleich August 2016 bis August 2018 jedes Jahr gesunken ist, war dies in diesem Jahr ganz klar nicht der Fall. Stattdessen kam es zu einem Anstieg von 11,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Anstieg bei Kunden der Arbeitsagentur lässt schon eine Eintrübung erkennen, die man auf die ersten Auswirkungen des Wirtschaftsabschwungs zurückführen kann. Allerdings können wir am Arbeitsmarkt noch lange nicht von einer Krise sprechen. Der Arbeitsmarkt befindet sich eher in einer Art kontrollierten Defensive“, erläutert Daniel Lips, Chef der Agentur für Arbeit Ludwigshafen.

Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt zudem viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung. Im August waren diese Bewegungen sehr ausgeglichen. Während sich 3.894 Personen arbeitslos gemeldet haben, 213 mehr als im Juli, konnten im selben Zeitraum 3.916 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden, 408 mehr als im Vormonat. „Viele Betriebe in der Region sind im August aus den Sommer- oder Betriebsferien zurückgekehrt und haben dementsprechend wieder Personal eingestellt. Ein Anstieg war im August, wie bereits auch im Vormonat, besonders bei den Jugendlichen unter 25 Jahren zu verzeichnen. Dieser Anstieg ist jahreszeitlich bedingt normal, da einige junge Menschen nach dem Ende ihrer Ausbildung nicht in ein Arbeitsverhältnis übernommen wurden. Die Zahl dieser arbeitslosen jungen Menschen ist im Vergleich zu den beiden Vorjahren praktisch identisch. Hier sind die Chancen, schnell wieder einen Job zu finden, gut, da die Nachfrage nach ausgebildeten Fachkräften nach wie vor hoch ist“, erklärt Lips.

 

Stellen und Situation am Ausbildungsmarkt

Der konstant hohe Bedarf an Personal zeigt sich in der Zahl der neu gemeldeten Stellen. Im August wurden mit 857 neuen Jobmöglichkeiten 126 mehr gemeldet als im Vormonat. Dies lässt auch den Bestand leicht ansteigen: 4.567 Stellen umfasst dieser, 13 mehr als im Juli. „Die weiterhin hohen Stellenzugänge zeigen die hohe Einstellungsbereitschaft der Arbeitgeber der Region. Um dem Personalbedarf zu decken, arbeitet unser Arbeitgeber-Service eng mit Unternehmen zusammen, um diese auch über unsere Fördermöglichkeiten zu informieren“, sagt Lips.

Wer zum Start des Ausbildungsjahres Anfang August noch keinen passenden Ausbildungsplatz gefunden hatte, der sollte nicht die Hoffnung verlieren, sondern sich weiter um seine berufliche Zukunft kümmern und am besten einen Termin bei der Berufsberatung vereinbaren. Die Experten für den Ausbildungsmarkt wissen genau, welche Arbeitgeber noch auf der Suche nach Nachwuchskräften sind. Aktuell sind von den 2.876 gemeldeten Ausbildungsstellen noch 729 unbesetzt, 35 mehr als zur selben Zeit vor einem Jahr. Diesen stehen 481 Jugendliche gegenüber, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Viele offene Lehrstellen sind in den Bereichen Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung, Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus sowie Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit zu finden. „Wer jetzt resigniert, bereut das später. Daher sollten alle, die eine Ausbildung beginnen möchten, ihre beruflichen Perspektiven gemeinsam mit der Berufsberatung erörtern und herausfinden, welche Möglichkeiten es für sie gibt. Denn die Arbeitswelt ist vielfältig. Wichtig ist, dass man sich auf diese Vielfalt einlässt und offen ist für Berufe, die für einen selbst auf den ersten Blick nicht so spannend klangen – genauer hinschauen lohnt sich und baut Vorurteile ab, die leider zu gewissen Berufen in den Köpfen einiger Jugendlicher verankert sind“, meint Lips.

 

Stadt Ludwigshafen

In der Stadt Ludwighafen ist ebenfalls ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Mit 7.707 Personen waren im August 69 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat. In Bezug auf das Vorjahr sind es jedoch 533 Arbeitslose mehr. 2.185 Frauen und Männer haben ihre Arbeitslosigkeit beendet, 298 mehr als im Juli. Im gleichen Zeitraum haben sich 2.123 Personen arbeitslos gemeldet, 171 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt weiterhin bei 8,4 Prozent.

 

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung bildet zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen ab, die nicht als arbeitslos eingestuft werden, weil sie zum Beispiel an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen. Hier zeigt sich im August ein leichter Rückgang, denn mit 8,1 Prozent beträgt die Unterbeschäftigungsquote 0,1 Prozentpunkte weniger als im Juli.

 

Geschäftsstellenbezirk Frankenthal

Nach dem saisonalen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten aufgrund von Sommerferien und dem Auslaufen von Ausbildungsverhältnissen ist im August im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankenthal die Arbeitslosigkeit wieder geringfügig gesunken. Insgesamt waren 2.125 Arbeitslose registriert, 17 weniger als im Vormonat. Auf die Arbeitslosenquote wirkt sich diese Entwicklung nicht aus, sie liegt weiterhin bei 5,6 Prozent. 607 Personen haben sich in den letzten vier Wochen arbeitslos gemeldet, genauso viele wie im Vormonat. Im gleichen Zeitraum konnten 617 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden, 24 mehr als im Juli. Die Arbeitgeber sind nach dem „Sommerloch“ wieder verstärkt auf der Suche nach Personal, denn im August wurden mit 188 neuen Stellen 84 mehr gemeldet als im Vormonat. Insgesamt umfasst der Bestand aktuell 613 Jobmöglichkeiten, 55 mehr als im Juli. Davon sind 499 in der Stadt Frankenthal angesiedelt.  

„Der Arbeitsmarkt bleibt aktuell stark und trotzt im August der schwächeren Konjunktur. Ich rechne weder mit einem starken Anstieg noch mit einem großen Rückgang der Zahlen“, erläutert Ralf Lenke, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Frankenthal die aktuelle Entwicklung und ergänzt: „Gleichwohl führt die abkühlende Konjunktur auch dazu, dass sich der bisher starke Rückgang der Arbeitslosigkeit der vergangenen Jahre nun verlangsamt. Die gesunkenen Wachstumszahlen haben vor allem weltwirtschaftliche Ursachen. Die Auslandsnachfrage ist stark zurückgegangen. Hinzu kommen die zunehmenden Risiken durch die aktuellen Entwicklungen im Vereinigten Königreich, den anhaltenden Handelsstreit und die allgemeine weltwirtschaftliche Konjunkturschwäche, die zu einer Eintrübung der Konjunkturerwartungen führen. Sollte sich die Konjunktur in Zukunft weiter deutlich eintrüben, haben wir die entsprechenden arbeitsmarktpolitischen Instrumente, um darauf angemessen zu reagieren.“

 

Geschäftsstellenbezirk Speyer

Im August war im Bezirk der Agentur für Arbeit Speyer ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Insgesamt waren 2.700 Arbeitslose registriert, 35 mehr als im Vormonat. Auf die Arbeitslosenquote wirkt sich diese Entwicklung minimal aus: Mit 4,8 Prozent beträgt diese 0,1 Prozentpunkte mehr als im Juli. 754 Personen haben sich in den letzten vier Wochen arbeitslos gemeldet, 33 mehr als im Vormonat. Im gleichen Zeitraum konnten 719 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden, 47 mehr als im Juli.

„Der Arbeitsmarkt zeigt sich im August unverändert stabil. Im Vergleich zu den Vormonaten gibt es kaum Veränderungen. Unser besonderes Augenmerk richtet sich derzeit gezielt auf den Personenkreis der jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahren, denn in erster Linie haben sich in den vergangenen beiden Monaten verstärkt ehemalige Auszubildende arbeitslos gemeldet, die in ihren Betrieben keine Anschlussbeschäftigung erhalten haben. Ziel ist es nun, gemeinsam mit den neuen Fachkräften einen schnellen Weg aus der Arbeitslosigkeit zu finden“, sagt Gerhard Werling, stellvertretender Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Speyer. Arbeitgeber sind wieder verstärkt auf der Suche nach Personal, denn im August wurden mit 236 neuen Stellen 64 mehr gemeldet als im Vormonat. Insgesamt umfasst der Bestand aktuell 953 Stellen, 11 mehr als im Juli.

Noch ein Hinweis: Zum 1. September ändern sich die Öffnungszeiten der Arbeitsagentur Speyer und des Jobcenters Speyer. Mittwochs sind dann nur noch Vorsprachen nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.

Die Öffnungszeiten auf einen Blick:

 

Montag: 8 bis 12 Uhr

Dienstag: 8 bis 12 Uhr

Mittwoch: Nur nach vorheriger Terminvereinbarung

Donnerstag: 8 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr

Freitag: 8 bis 12 Uhr

 

Videobotschaften zum Arbeitsmarkt auf Twitter

Vor lauter Zahlen wird Ihnen ganz schwindelig? Kein Problem: Schauen Sie einfach auf dem Twitter-Account von Daniel Lips, Chef der Arbeitsagentur Ludwigshafen, vorbei. Auf seiner Seite „@DanielLips2“ fasst er in Videobotschaften das Geschehen auf dem Arbeitsmarkt in Kürze und leicht verständlich zusammen.