30.04.2020 | Presseinfo Nr. 20

Arbeitslosenquote steigt auf 6,9 Prozent: Corona-Krise ist auf dem Arbeitsmarkt angekommen

Die Corona-Pandemie hat im April ihre ersten Spuren auf dem regionalen Arbeitsmarkt hinterlassen. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ludwigshafen kam es zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit, denn mit 16.003 Personen waren 1.601 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Zieht man den Vergleich zum Vorjahr, lässt sich ein Anstieg von 21,5 Prozent, was 2.830 Personen entspricht, erkennen.

Bezogen auf die beiden Rechtskreise ergibt sich aktuell folgende Verteilung: 6.595 Personen waren bei der Agentur für Arbeit Ludwigshafen registriert, 899 mehr als im Vormonat und 1.688 mehr als vor einem Jahr. Beim Jobcenter Vorderpfalz-Ludwigshafen waren 9.408 Frauen und Männer gemeldet, 702 mehr als im März und 1.142 mehr als im Vorjahr. Diese Entwicklung lässt auch die Arbeitslosenquote wieder in die Höhe schnellen: Mit 6,9 Prozent beträgt diese nun 0,7 Prozentpunkte mehr als im März. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote bei 5,8 Prozent.

„Wie zu Beginn der Corona-Krise schon vermutet, kam es in den vergangenen Wochen verstärkt zu Arbeitslosmeldungen von Personen, die in der Dienstleistungsbranche, bei Zeitarbeitsfirmen sowie im Gast- oder Baugewerbe tätig waren. Neueinstellungen waren im April eher die Ausnahme, denn von den 2.043 Personen, die ihre Arbeitslosigkeit beendeten, konnten nur 593 eine Erwerbstätigkeit aufnehmen. Im Vergleich zum Vormonat entspricht dies einem Rückgang von 45 Prozent“, erklärt Benjamin Wehbring, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ludwigshafen.

Die hohe Anzahl an Anzeigen für Kurzarbeit macht laut Wehbring allerdings deutlich, dass viele Arbeitgeber ihre Beschäftigten im Unternehmen halten möchten. „Seit Mitte März sind in der Arbeitsagentur rund 3.000 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Diese ist das beste Instrument, um die Fachkräfte nicht entlassen zu müssen, denn so spart man sich nach der Krise eine oftmals langwierige Suche nach geeignetem Personal. Nach wie vor haben wir intern unser Kurzarbeit-Team personell deutlich aufgestockt, um eine schnelle Bearbeitung der Anzeigen und der damit verbundenen Anträge zu gewährleisten. Eine Anzeige ist nämlich nur der erste Schritt. Ist die Anzeige bewilligt, muss monatlich ein Antrag auf die Kurzarbeit eingereicht werden, der den entstandenen Arbeitsausfall dokumentiert“, sagt Wehbring. Arbeitgeber, die Fragen zur Kurzarbeit haben, können sich an der kostenlosen Servicehotline 0800 4 5555 20 beraten lassen.

 

Stellen

Da die Firmen aktuell während der Corona-Krise mit fehlenden Aufträgen, ausbleibenden Lieferungen oder sinkenden Kundenzahlen zu kämpfen haben, besteht momentan weniger Bedarf an neuen Arbeitskräften. Dies verdeutlichen die gemeldeten Stellen, die im April um knapp 56 Prozent zurückgegangen sind. So wurden lediglich 338 neue Jobmöglichkeiten beim Arbeitgeberservice registriert, 429 weniger als im März und 532 weniger als vor einem Jahr. Der Bestand umfasst aktuell 2.633 Stellen, 195 weniger als im Vormonat und 1.466 weniger als im Vorjahr. „Aufgrund der aktuellen Einschränkungen und Auswirkungen der Corona-Krise wurden deutlich weniger Stellen gemeldet als dies normalerweise in einem April aufgrund der Frühjahrsbelebung üblich ist“, berichtet Wehbring.

 

Stadt Ludwigshafen

In der Stadt Ludwigshafen waren im April 8.776 Personen arbeitslos gemeldet, 763 mehr als im Vormonat und 1.621 mehr als im Vorjahr. 1.131 Frauen und Männer haben ihre Arbeitslosigkeit beendet, 862 weniger als im März. Im gleichen Zeitraum haben sich 1.905 Personenarbeitslos gemeldet, 53 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,8 Prozentpunkte und liegt nun bei 9,5 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote 7,9 Prozent. Seit Anfang März sind von Ludwigshafener Arbeitgebern 1.120 Anzeigen auf Kurzarbeit eingereicht worden.

 

Geschäftsstellenbezirk Frankenthal

Der Bezirk der Agentur für Arbeit Frankenthal hat die Auswirkungen der Corona-Krise nicht ganz so stark zu spüren bekommen. Mit 2.427 Personen waren 273 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat und 370 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,7 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent und beträgt damit genau einen Prozentpunkt mehr als im Vorjahr.  „Obwohl wir im Vergleich zum Vorjahr einen beispiellosen Anstieg um 18 Prozent bei den Arbeitslosen verzeichnen, ist der Bezirk Frankenthal im Gegensatz zu den umliegenden Regionen nicht so stark von Arbeitsplatzverlusten betroffen“, erklärt Ralf Lenke, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Frankenthal und ergänzt: „Dies liegt daran, dass es in unserem Agenturbezirk auch Unternehmen und Branchen gibt, die in der Corona-Krise einen Mehrbedarf an Personal haben. Beispiele hierfür sind der Onlineversandhandel oder die Produktion von haltbaren Lebensmitteln. Insbesondere aber der Hotel- und Gaststättenbereich ist stark von den aktuellen Einschränkungen betroffen, hier erwarten wir auch für die kommenden Monate vorerst keine Entspannung.“

Angesichts dieser wirtschaftlich angespannten Situation kam es im April kaum zu Neueinstellungen. Dennoch konnten 290 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden, 320 weniger als im Vormonat. Im gleichen Zeitraum haben sich 562 Personen arbeitslos gemeldet, 51 mehr als im März. Der Bedarf an Personal ist aktuell eher gering. Lediglich 45 neue Stellen wurden gemeldet, 50 weniger als im Vormonat. Der Bestand umfasst momentan 462 Jobmöglichkeiten, 53 weniger als im März. In der Stadt Frankenthal haben rund 400 Unternehmen Kurzarbeit angezeigt.

 

Geschäftsstellenbezirk Speyer

Die Corona-Krise ist im April natürlich auch auf dem Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Speyer spürbar gewesen: Mit 3.023 Personen waren 386 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat und 454 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,7 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent. Dynamik auf dem Arbeitsmarkt gab es dennoch. So haben sich 750 Personen arbeitslos gemeldet, 109 mehr als im März und 96 mehr als vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum konnten mit 355 Frauen und Männern allerdings deutlich weniger als sonst für einen April üblich ihre Arbeitslosigkeit beenden. Sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch Vorjahr entspricht dies jeweils einem Rückgang von 50 Prozent. „Unser Arbeitsalltag hat sich seit Mitte März komplett verändert: Beratungsgespräche, die bislang persönlich geführt wurden, finden nur noch telefonisch statt. Wir bieten Menschen Qualifizierungsangebote, die keine physische Präsenz erfordern“, erläutert Zeljko Kuzmanovic, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Speyer.

Die Nachfrage nach Personal ist aktuell sehr verhalten. 123 neue Stellen wurden dem Arbeitgeberservice gemeldet, 109 weniger als im Vormonat. Insgesamt umfasst der Bestand momentan 768 Jobmöglichkeiten, 219 weniger als vor einem Jahr. „Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind enorm. Rund 600 Arbeitgeber haben allein in der Stadt Speyer Kurzarbeit angezeigt. Wie lange diese Situation anhält, hängt stark vom Verlauf der Pandemie und den Verordnungen der Bundesregierung ab. Ich hoffe, dass sich die Wirtschaft schnellstmöglich erholen kann“, sagt Kuzmanovic.

 

Kontakt zur Arbeitsagentur und dem Jobcenter

Telefon- und Onlinezugang sind auch weiterhin die Kanäle für eine Kontaktaufnahme mit den Mitarbeitenden der Arbeitsagentur und des Jobcenters. „Wir sind weiterhin für alle Anliegen erreichbar, entweder per Telefon oder E-Mail. Zudem lassen sich viele Anliegen online auf www.arbeitsagentur.de erledigen. Diese Vorgehensweise hat sich unter dem Aspekt des Gesundheitsschutzes bewährt, und die Sicherheit unserer Kunden und Mitarbeiter hat oberste Priorität“, sagt Wehbring, der versichert, dass die Auszahlung von Geldleistungen sichergestellt ist. Wer sich arbeitslos melden möchte, kann dies nach wie vor telefonisch erledigen. Die Mitte März eingerichteten zusätzlichen Servicehotlines sind weiterhin in Betrieb.

 

Agentur für Arbeit

Arbeitnehmer: 0621 5993 888; Arbeitgeber: 0800 4 5555 20

Jobcenter

0621 59133-0 oder 0621 59133-222

 

Videobotschaften zum Arbeitsmarkt auf Twitter

Benjamin Wehbring fasst auf seinem Twitter-Account @BWehbring in Videobotschaften das Geschehen auf dem Arbeitsmarkt in Kürze und leicht verständlich zusammen. Schauen Sie mal rein!