03.06.2020 | Presseinfo Nr. 21

25 Prozent mehr Arbeitslose als vor einem Jahr: Corona-Krise hemmt weiterhin Neueinstellungen

Der Arbeitsmarkt hat im Mai im Bezirk der Agentur für Arbeit Ludwigshafen erneut eine coronabedingte Talfahrt erlebt. Mit 17.047 Personen waren 1.044 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat und 3.367 mehr als vor einem Jahr, was einem Anstieg von 25 Prozent entspricht.

Der größere Anteil entfiel auf den Bereich des Jobcenters, denn hier sind mit 10.075 Personen 667 mehr registriert als im Vormonat und 1.321 mehr als vor einem Jahr. Bei der Agentur für Arbeit sind 6.972 Arbeitslose gemeldet, 377 mehr als im April und 2.046 mehr als im Vorjahr. Mit dieser Entwicklung stieg auch die Arbeitslosenquote, die jetzt mit 7,3 Prozent 0,4 Prozentpunkte höher liegt als im Vormonat.

„Corona hat weiterhin massiv Einfluss auf den regionalen Arbeitsmarkt. Besonders die Dienstleistungs- und Handelsbranche kämpfen mit den Auswirkungen. Ein Großteil der Menschen, die arbeitslos geworden sind, war zuvor in diesen Bereichen tätig. Allerdings sind Arbeitgeber nach wie vor darauf bedacht, ihr Personal zu halten“, erklärt Benjamin Wehbring, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ludwigshafen.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist daher nicht nur auf Kündigungen zurückzuführen, sondern auch der Tatsache geschuldet, dass aktuell weniger Weiterbildungsmaßnahmen angeboten werden. „Menschen, die an einer Maßnahme teilnehmen, werden nicht als arbeitslos eingestuft, sondern in der Unterbeschäftigung abgebildet. Die Unterbeschäftigungsquote lag im Mai bei 9,0 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Bildungsträger arbeiten gerade an Konzepten, um Angebote entweder in digitaler Form oder unter Einhaltung der vorgegebenen Hygieneregeln in Präsenzform anzubieten. Daher ist in den kommenden Wochen wieder mit einer Zunahme der Teilnehmenden an Qualifizierungsangeboten zu rechnen“, erklärt Wehbring.

Insgesamt haben sich im Mai 2.702 Personen arbeitslos gemeldet, 958 weniger als im Vormonat und 792 weniger als vor einem Jahr. 1.643 Frauen und Männer konnten im gleichen Zeitraum ihre Arbeitslosigkeit beenden, 400 weniger als im April und 1.367 weniger als im Vorjahr. „Von der sonst üblichen Frühjahrsbelebung sind wir noch weit entfernt. Da allerdings Arbeitgeber weiterhin verstärkt auf Kurzarbeit zurückgreifen, können Kündigungen glücklicherweise zu einem großen Teil vermieden werden. Seit März haben in unserem Agenturbezirk 3.400 Arbeitgeber Kurzarbeit angezeigt. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 400 Anzeigen mehr, was die enorme Wichtigkeit dieses Unterstützungsangebotes noch einmal unterstreicht“, sagt Wehbring.

 

Situation bei den Arbeitsstellen

Auf dem Stellenmarkt geht es allmählich wieder in eine positive Richtung. 474 neue Jobmöglichkeiten wurden im Mai dem Arbeitgeberservice gemeldet, 136 mehr als im Vormonat, allerdings weiterhin viel weniger als im Vorjahr, in dem 600 Stellen mehr registriert werden konnten. „Die Einschränkungen der Corona-Krise sind mittlerweile gelockert worden, sodass der Arbeitsmarkt sich langsam etwas erholen kann. Arbeitgeber versuchen wieder zurück zum Alltag zu finden und ziehen daher auch teilweise schon Neueinstellungen in Betracht“, erläutert Wehbring.

 

Situation am Ausbildungsmarkt

Besonders erfreulich ist, dass der Ausbildungsmarkt nicht so sehr unter der aktuellen Corona-Krise leidet. Die Firmen in der Region setzen auf den eigenen Nachwuchs, was die Anzahl der Ausbildungsstellen verdeutlicht. Seit Start des Berufsberatungsjahres im Oktober 2019 wurden 2.452 Ausbildungsstellen gemeldet, lediglich 231 weniger als vor einem Jahr. Von diesen sind noch 1.274 unbesetzt. Diesen gegenüber stehen 2.409 junge Menschen, die sich bei der Berufsberatung gemeldet haben, 243 mehr als im Vorjahr. 1.401 sind aktuell noch auf der Suche nach einer Lehrstelle.

 

Stadt Ludwigshafen

In der Stadt Ludwigshafen stieg die Anzahl arbeitsloser Personen im Mai um 551 Personen auf 9.327. Das sind 1.790 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. 893 Frauen und Männer haben ihre Arbeitslosigkeit beendet, 238 weniger als im April und 737 weniger als im Mai 2019. Im gleichen Zeitraum haben sich 1.453 Personen arbeitslos gemeldet, 452 weniger als im Vormonat und 533 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozentpunkte und liegt nun bei 9,9 Prozent. Seit Anfang März sind von Ludwigshafener Arbeitgebern 1.340 Anzeigen auf Kurzarbeit eingereicht worden.

 

Geschäftsstellenbezirk Frankenthal

Die Auswirkungen der Corona-Beschränkungen sind auch im Mai erneut auf dem Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankenthal zu spüren. Mit 2.584 Personen waren 6,5 Prozent mehr Menschen arbeitslos gemeldet als im Vormonat, was einem Anstieg von 157 Personen entspricht. „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit aufgrund der Corona-Pandemie wird besonders im Vorjahresvergleich deutlich. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnen wir 497 Personen mehr in unserer Statistik“, erklärt Ralf Lenke, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Frankenthal. Diese Entwicklung drückt sich auch in der Arbeitslosenquote aus, die um 0,4 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent gestiegen ist.

243 Frauen und Männer konnten ihre Arbeitslosigkeit im Mai beenden, 47 weniger als im Vormonat und 232 weniger als im Vorjahr. „Aufgrund einer geringeren Auftragslage, der weltwirtschaftlichen Unsicherheit und der weiterhin gegebenen Beschränkungen halten sich Arbeitgeber aktuell mit Neueinstellungen in vielen Branchen noch zurück“, sagt Lenke.  Die neuen Stellenmeldungen sind dementsprechend im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent zurückgegangen. Insgesamt wurden dem Arbeitgeberservice im Mai 60 neue Stellen gemeldet, 15 mehr als im Vormonat. Der Bestand umfasst damit aktuell 469 Jobmöglichkeiten, von denen 391 in der Stadt Frankenthal angesiedelt sind.

Kurzarbeit ist weiterhin das wichtigste Instrument für Arbeitgeber, um in dieser aktuellen Situation Personal halten zu können. Seit März haben in der Stadt Frankenthal rund 450 Unternehmen Kurzarbeit angezeigt. Damit lagen im Mai 50 Anzeigen mehr vor als noch im April.

 

Geschäftsstellenbezirk Speyer

Die Corona-Krise beeinflusst weiterhin spürbar den Arbeitsmarkt. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Speyer waren im Mai mit 3.226 Personen 203 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat und 635 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent. 535 Personen haben sich im Mai arbeitslos gemeldet, 215 weniger als im April und 63 weniger als vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum konnten mit 331 Frauen und Männern 24 weniger als im Vormonat ihre Arbeitslosigkeit beenden. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 43 Prozent.

„Aufgrund der aktuellen Situation ist die Nachfrage nach Personal weiterhin sehr verhalten, was auch erneut die Stellenmeldungen verdeutlichen. 101 neue Stellen wurden dem Arbeitgeberservice gemeldet, 22 weniger als im Vormonat und 115 weniger als vor einem Jahr“, sagt Zeljko Kuzmanovic, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Speyer. Insgesamt umfasst der Bestand momentan 657 Jobmöglichkeiten, 111 weniger als im April und 351 weniger als vor einem Jahr.

Kurzarbeit ist weiterhin das wichtigste Unterstützungsinstrument für Arbeitgeber, auf das auch im Mai noch einmal verstärkt zugegriffen wurde. In der Stadt Speyer sind die Anzeigen auf Kurzarbeit um 50 gestiegen, sodass seit März insgesamt 650 Kurzarbeit-Anzeigen eingegangen sind.  

 

Kontakt zur Arbeitsagentur und dem Jobcenter

Die Mitarbeitenden des Jobcenters und der Arbeitsagentur sind nach wie vor für alle Anliegen erreichbar, entweder per Telefon oder E-Mail. Viele Anliegen können zudem online auf www.arbeitsagentur.de oder jobcenter.digital erledigt werden. „Der Gesundheitsschutz sowohl unserer Kunden als auch unserer Mitarbeiter hat oberste Priorität. Daher raten wir zu einer Kontaktaufnahme per Telefon oder E-Mail. In dringenden Fällen kann auf diesen Wegen auch ein Termin für ein persönliches Beratungsgespräch vereinbart werden“, berichtet Wehbring.

 

Agentur für Arbeit

Arbeitnehmer: 0621 5993 888

Arbeitgeber: 0800 4 5555 20

Berufsberatung:0621 5993 400

 

Jobcenter

0621 59133-0 oder 0621 59133-222

 

Videobotschaften zum Arbeitsmarkt auf Twitter

Benjamin Wehbring fasst auf seinem Twitter-Account „@BWehbring in Videobotschaften das Geschehen auf dem Arbeitsmarkt in Kürze und leicht verständlich zusammen. Schauen Sie mal rein!