01.07.2020 | Presseinfo Nr. 22

Corona-Krise bremst weiterhin den Arbeitsmarkt: Arbeitslosigkeit ein Viertel höher als vor einem Jahr

Die Corona-Auswirkungen sind auch im Juni noch auf dem Arbeitsmarkt spürbar gewesen. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ludwigshafen waren mit 17.660 Personen 613 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat und 3.722 mehr als vor einem Jahr, was einem Anstieg von 27 Prozent entspricht.

Von diesen Menschen sind 10.462 beim Jobcenter Vorderpfalz-Ludwigshafen registriert, 387 mehr als im Vormonat und 1.558 mehr als vor einem Jahr. Bei der Agentur für Arbeit Ludwigshafen sind 7.198 Arbeitslose gemeldet, 226 mehr als im Mai und 2.164 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote beträgt mit 7,5 Prozent 0,2 Prozentpunkte mehr als im Mai. Vor einem Jahr lag sie bei 6,0 Prozent. „Erneut verzeichnen wir im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um etwas mehr als ein Viertel. Das zeigt deutlich, dass Corona nach wie vor das Geschehen am Arbeitsmarkt bremst. Im Vergleich zum Vormonat konnten zwar wieder etwas mehr arbeitslose Menschen in den Arbeitsmarkt integriert werden, allerdings liegen wir auch hier deutlich hinter den Vorjahren zurück“, erklärt Jeanette Pandza, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Ludwigshafen. So haben im Juni 1.898 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beendet, 15,5 Prozent mehr als noch im Vormonat, allerdings 41 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum haben sich 2.509 Personen arbeitslos gemeldet, 193 weniger als im Vormonat und 984 weniger als vor einem Jahr. „Wir sind zuversichtlich, diese Menschen wieder in eine Beschäftigung zu bringen, denn nach den erfolgten Lockerungen der Corona-Maßnahmen suchen die Arbeitgeber bereits wieder neues Personal“, sagt Pandza.

 

Arbeitsstellen

Für eine schrittweise Wiederaufnahme einer Beschäftigung sprechen nicht nur die neu gemeldeten Stellen, sondern auch der Rückgang der Anzeigen auf Kurzarbeit. Im Juni wurden nur noch 90 Anzeigen gestellt. „Die Betriebe in der Region kehren allmählich wieder zum normalen Alltag zurück und das nicht nur mit dem Personal, das sie mittels des Unterstützungsangebots der Kurzarbeit halten konnten, sondern auch mit neuen Mitarbeitern, die sie gerne einstellen möchten“, berichtet Pandza. So wurden im Juni 554 neue Jobmöglichkeiten gemeldet, 80 mehr als im Vormonat, allerdings 351 weniger als vor einem Jahr. Somit umfasst der Bestand aktuell mit 2.469 Stellen auch 47 Prozent weniger als im Juni 2019. „Das Angebot an Arbeitsstellen liegt zwar weiterhin deutlich unter dem Niveau des Vorjahres, der positive Trend macht allerdings Mut für die kommenden Wochen. Ebenso sieht es im Bereich der Ausbildung aus, denn viele Firmen möchten jungen Menschen eine Chance geben und sind daher noch auf der Suche nach Auszubildenden“, erklärt Pandza.

 

Ausbildungsmarkt

Jugendliche, die daher noch keine Ausbildungsstelle für dieses Jahr gefunden haben, müssen nicht verzweifeln, sondern am besten gemeinsam mit dem Team der Berufsberatung ihre Möglichkeiten erkunden. Für ein Beratungsgespräch bei der Berufsberatung einfach einen Termin über die Servicenummer 0621 5993 400 vereinbaren oder eine E-Mail an Ludwigshafen.Ausbildung2020@arbeitsagentur.de schicken. Von den 2.512 Ausbildungsstellen, die seit dem Start des Berufsberatungsjahres im Oktober 2019 gemeldet wurden, sind aktuell noch 1.172 unbesetzt. Diesen gegenüber stehen momentan 1.368 junge Menschen, die noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind. Insgesamt haben im laufenden Beratungsjahr 2.527 Jugendliche das Angebot der Berufsberatung in Anspruch genommen, 270 mehr als im Vorjahr.

 

Stadt Ludwigshafen

In der Stadt Ludwigshafen waren im Juni mit 9.795 Menschen 468 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Das entspricht 2.078 Arbeitslosen mehr als vor einem Jahr. 944 Frauen und Männer haben ihre Arbeitslosigkeit beendet, 51 mehr als im Mai, allerdings 884 weniger als vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum haben sich 1.421 Personen arbeitslos gemeldet, 32 weniger als im Vormonat und 582 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 10,4 Prozent. Seit Anfang März sind von Ludwigshafener Arbeitgebern 1.390 Anzeigen auf Kurzarbeit eingereicht worden.

 

Geschäftsstellenbezirk Frankenthal

Im Juni waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankenthal mit 2.635 Personen 51 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg von Mai auf Juni um 0,1 Prozentpunkte und liegt nun bei 6,9 Prozent. „Die Veränderungen zum Vormonat sind zwar nicht so groß, jedoch werden die Auswirkungen der Krise im Vorjahresvergleich weiterhin deutlich“, erklärt Ralf Lenke, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Frankenthal, und verweist damit auf die 505 Personen, die im Juni 2019 weniger arbeitslos gemeldet waren.

361 Menschen haben sich im Juni arbeitslos gemeldet, 51 weniger als im Mai. 316 Frauen und Männer konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, 73 mehr als im Vormonat, allerdings 173 weniger als im Vorjahr. „Wir bemerken inzwischen eine leichte Entspannung bei den Arbeitgebern vor Ort. Nachdem wir in den vorherigen Monaten kaum neue Arbeitsstellen gemeldet bekommen hatten, konnten wir im Juni wieder 110 neue Stellen aufnehmen. Dies stimmt vorsichtig zuversichtlich“, sagt Lenke. Im Vergleich zum Vormonat entspricht das einem Plus von 83 Prozent. Der Stellenbestand umfasst aktuell 471 Jobmöglichkeiten, von denen 387 in der Stadt Frankenthal angesiedelt sind. Kurzarbeit ist weiterhin das wichtigste Instrument für Arbeitgeber, um in der aktuellen Situation Personal halten zu können. Dieses Unterstützungsinstrument wurde auch im Juni noch genutzt, wenn auch in geringer Form, denn nur 15 neue Anzeigen sind in der Stadt Frankenthal hinzugekommen. Somit haben seit März 465 Frankenthaler Unternehmen Kurzarbeit angezeigt.

 

Geschäftsstellenbezirk Speyer

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Speyer waren im Juni mit 3.287 Personen 61 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat und 672 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent. 478 Personen haben sich im Juni arbeitslos gemeldet, 57 weniger als im Mai und 152 weniger als vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum konnten 422 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden, 91 mehr als im Vormonat, allerdings 176 weniger als im Vorjahr.

Die Nachfrage nach Personal steigt wieder leicht an. So haben Arbeitgeber im Juni 117 neue Stellen gemeldet, 16 mehr als im Mai. Im Vergleich zum Vorjahr ist allerdings ein Rückgang von 28 Prozent erkennbar. „Die Arbeitgeber gehen sehr unterschiedlich mit der Stellenbesetzung in Zeiten von Corona um. Bei einigen werden Stellen vorübergehend erst einmal auf Eis gelegt, andere führen Vorstellungsgespräche über Skype. Am Ende zählt aber dennoch meist der persönliche Kontakt, sodass weiterhin ein zögerliches Einstellungsverhalten erkennbar ist. Dabei gibt es durchaus gute Beschäftigungsmöglichkeiten, besonders im Pflegebereich, im Handwerk oder im Bereich Lager und Logistik. Ebenso werden Fahrer aller Art, beispielsweise Auslieferungsfahrer, Berufskraftfahrer oder Busfahrer, händeringend gesucht“, erklärt Gerhard Werling, stellvertretender Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Speyer. Insgesamt umfasst der Stellenbestand aktuell 646 Jobmöglichkeiten, 11 weniger als im Mai und 315 weniger als vor einem Jahr. Kurzarbeit ist weiterhin das wichtigste Unterstützungsinstrument für Arbeitgeber, das auch im Juni noch geringfügig in Anspruch genommen wurde. In der Stadt Speyer sind lediglich 9 weitere Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen, sodass insgesamt seit März 659 Kurzarbeit-Anzeigen registriert wurden.