29.05.2019 | Presseinfo Nr. 35

Der Arbeitsmarkt im Mai 2019

Überprüfung des Arbeitslosenstatus in den Jobcentern führt zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit

Gesamtzahl, Quote und Bewegung

507 Arbeitslose mehr – für Mai eine ungewöhnliche Entwicklung, für die es allerdings eine Erklärung gibt: Die Jobcenter überprüfen seit April den Arbeitslosenstatus erwerbsfähiger Leistungsberechtigter. „Diese Prüfung hat nun bei uns im Agenturbezirk Ludwigshafen zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahl im Bereich des Jobcenters geführt, denn hier waren im Mai 488 Personen mehr registriert. Die Frauen und Männer, die nun als arbeitslos eingestuft wurden, waren zuvor in der Unterbeschäftigung aufgeführt und somit bereits Teil der statistischen Erfassung“, erklärt Daniel Lips, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ludwigshafen. Insgesamt waren im Mai 13.680 Arbeitslose gemeldet: 4.926 bei der Agentur für Arbeit, 8.754 beim Jobcenter Vorderpfalz-Ludwigshafen. Die Arbeitslosenquote stieg ebenfalls um moderate 0,1 Prozentpunkte und beträgt nun 5,9 Prozent.

3.494 Personen haben sich in den vergangenen vier Wochen neu arbeitslos gemeldet, 12 weniger als im April. Im gleichen Zeitraum konnten 3.010 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden, 553 weniger als im Vormonat.

 

Stellen und Situation am Ausbildungsmarkt

Ein Anstieg der erfreulichen Art konnte bei den gemeldeten Stellen verzeichnet werden. Die Arbeitgeber der Region meldeten im Mai weiterhin einen hohen Bedarf an Personal. 1.073 Jobmöglichkeiten konnte der Arbeitgeber-Service im Mai entgegennehmen, 203 mehr als im Vormonat. Im Bestand befinden sich aktuell 4.463 Stellen. Neben den üblichen Branchen wie Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung sowie Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit gab es im Mai eine besonders hohe Personalsuche im Bereich Naturwissenschaft, Geografie und Informatik. In diesen Berufsbereichen wurden 239 neue Stellen gemeldet, von denen 222 dem Bereich Mathematik, Biologie, Chemie und Physik zuzuordnen sind.

 

Chemie ist aktuell auch ein Berufsbereich, in dem verstärkt Auszubildende gesucht werden. Von den bei der Agentur für Arbeit gemeldeten 2.683 Ausbildungsstellen sind noch 1.390 unbesetzt, darunter 125 im Bereich Chemie. Aber auch in anderen Berufen wird die Fachkraft von morgen gesucht, zum Beispiel im kaufmännischen Bereich und Handel sowie in der Produktion und Fertigung. Wer aktuell noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, sollte sich daher bei der Berufsberatung über seine Möglichkeiten informieren. „Gemeinsam können die Interessen erkundet werden, was die gezielte Suche nach einem geeigneten Betrieb für die Ausbildung erleichtert“, sagt Lips. 1.231 junge Menschen sind noch auf der Suche nach einer Lehrstelle, 256 mehr als zur selben Zeit vor einem Jahr. Insgesamt haben sich 2.166 Jugendliche bei der Berufsberatung gemeldet und als Bewerber registrieren lassen, 56 weniger als vor einem Jahr.

 

Stadt Ludwigshafen

In der Stadt Ludwigshafen waren im Mai 382 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Insgesamt waren 7.537 Arbeitslose registriert. 1.630 Frauen und Männer haben ihre Arbeitslosigkeit beendet, 313 weniger als im April. Im gleichen Zeitraum haben sich 1.986 Personen arbeitslos gemeldet, 17 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote beträgt 8,2 Prozent.

 

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigungsquote ist im Mai minimal um 0,1 Prozentpunkte auf 8,0 Prozent gestiegen. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos eingestuft werden, weil sie an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen.

 

Geschäftsstellenbezirk Frankenthal

Die Statusüberprüfung der Jobcenter im Rahmen der Qualitätssicherung wirkt sich auch auf den Bezirk der Agentur für Arbeit Frankenthal aus, wenn auch nur geringfügig. Im Mai waren 30 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat, sodass insgesamt 2.087 Arbeitslose registriert waren. „Insgesamt bleibt der Arbeitsmarkt stabil. Die Erhöhung ist nur im Bereich des Jobcenters, also der Grundsicherung, zu verzeichnen. Im Rechtskreis SGBIII ist die Anzahl der arbeitslosen Menschen hingegen leicht um 7 Personen zurückgegangen“, berichtet Ralf Lenke, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Frankenthal. Diese Entwicklung bringt auch einen leichten Anstieg der Arbeitslosenquote mit sich, die nun 5,5 Prozent beträgt – 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vormonat.

 

509 Frauen und Männer haben sich in den vergangenen vier Wochen arbeitslos gemeldet, 45 weniger als im Vormonat. Im gleichen Zeitraum konnten 475 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 56 weniger als im April. „Das beste Mittel gegen Arbeitslosigkeit ist, diese gar nicht erst eintreten zu lassen. Hier gilt es, die Zeit zwischen der Kündigung und dem Eintritt der Arbeitslosigkeit zu nutzen, da in dieser Phase die größten Chancen bestehen, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Außerdem werden nicht nur Lücken im beruflichen Werdegang, sondern auch nachteilige Auswirkungen auf den Lebensunterhalt vermieden. Gerade Auszubildenden, die in diesem Jahr ihre Prüfung abschließen und noch kein Anschlussarbeitsverhältnis haben, empfehle ich, sich rechtzeitig bei uns zu melden und unser Dienstleistungsangebot in Anspruch zu nehmen“, rät Lenke mit Blick auf die bald endenden Ausbildungsverhältnisse. Denn die Chancen, schnell wieder eine Beschäftigung zu finden, stehen aktuell sehr gut.198 neue Jobmöglichkeiten konnte der Arbeitgeber-Service im April entgegennehmen, 82 mehr als im Vormonat. Aktuell befinden sich 497 Stellen im Bestand, von denen 402 in der Stadt Frankenthal angesiedelt sind.

 

Geschäftsstellenbezirk Speyer

Ein geringer Anstieg der Arbeitslosigkeit ist auch im Bezirk der Agentur für Arbeit Speyer zu verzeichnen. Im Mai waren 22 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im April, sodass insgesamt 2.591 Arbeitslose registriert waren. Die Arbeitslosenquote beträgt weiterhin 4,6 Prozent.

In den vergangenen vier Wochen haben sich 598 Personen arbeitslos gemeldet, 56 weniger als im Vormonat. Im gleichen Zeitraum konnten 581 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden, 120 weniger als im April. Zeljko Kuzmanovic, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Speyer, rät allen Jugendlichen mit Blick auf die bald endenden Ausbildungsverträge „sich frühzeitig bei der Agentur für Arbeit zu melden, damit so früh wie möglich unsere Unterstützungsangebote genutzt werden können und Lücken im Lebenslauf gar nicht erst entstehen“.

Die Chancen, schnell wieder eine Beschäftigung zu finden, sind groß, denn die Nachfrage nach Personal ist ungebrochen hoch. Mit 216 neuen Jobmöglichkeiten hat der Arbeitgeber-Service 5 Stellen mehr registriert als im Vormonat. Im Bestand befinden sich aktuell 1.008 Stellen, 21 mehr als im April. „Uns ist bewusst, dass die Anforderungsprofile der Arbeitgeber und das Qualifikationsniveau der Arbeitssuchenden nicht immer zusammenpassen. Daher legen wir einen Schwerpunkt auf die Fort- und Weiterbildung der arbeitslosen Frauen und Männer. Wir informieren Arbeitgeber über die Möglichkeiten einer Anpassungsqualifizierung ihrer Mitarbeitenden, denn das seit diesem Jahr geltende Qualifizierungschancengesetz verbessert die Unterstützungsmöglichkeiten für Qualifizierungen durch Arbeitsagentur und Jobcenter", sagt Kuzmanovic.

 

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