01.06.2021 | Presseinfo Nr. 15

Der Arbeitsmarkt ist weiter auf Erholungskurs

Der Stellenbestand wächst weiter an, positive Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt und die Berufsberatung bietet eine offene Telefonsprechstunde an.

Der Arbeitsmarkt erholt sich weiter in langsamen Schritten von den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Im Mai waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Ludwigshafen 16.931 Menschen arbeitslos gemeldet – 410 weniger als im Vormonat und 116 weniger als vor einem Jahr. Wie in den vorherigen Monaten kam es nur im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Vorderpfalz-Ludwigshafen zu einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Hier waren mit 10.177 Arbeitslosen 76 mehr registriert als im April und 102 mehr als im Vorjahr. Bei der Agentur für Arbeit waren 6.754 Personen arbeitslos gemeldet, 486 weniger als im Vormonat und 218 weniger als vor einem Jahr. Diese Entwicklung wirkte sich auch positiv auf die Arbeitslosenquote aus, die nun mit 7,3 Prozent um 0,1 Prozentpunkte gesunken ist.

In den vergangenen vier Wochen konnten 3.046 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 50 weniger als im April, jedoch 1.403 mehr als vor einem Jahr. Im selben Zeitraum haben sich 2.652 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 431 weniger als im Vormonat und 50 weniger als im Vorjahr. „Die positive Stimmung auf dem Arbeitsmarkt ist spürbar. Die sinkenden Inzidenzzahlen, die zu weiteren Lockerungen der Maßnahmen führen, sowie die Zunahme bei den Impfungen verbreiten Hoffnung und reduzieren die Unsicherheiten, die viele Arbeitgeber seit Beginn der Pandemie haben. So ist die Suche nach Personal auch im Mai auf einem stabilen Niveau geblieben“, sagt Benjamin Wehbring, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ludwigshafen.

Arbeitsstellen und Entwicklung Ausbildungsmarkt

Die Stellenmeldungen sind im Mai mit 682 gemeldeten offenen Jobmöglichkeiten zwar leicht zurückgegangen, es waren 63 weniger als im April, im Vergleich zum Vorjahr kam es allerdings zu einer Steigerung um 44 Prozent. Der Bestand ist somit um 88 Stellen auf 3.159 Jobangebote angestiegen, das sind 728 Stellen mehr als vor einem Jahr. „Nicht nur Personal wird wieder stärker nachgefragt, sondern auch Auszubildende werden gesucht. Dies zeigt die positive Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt“, berichtet Wehbring. Seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2020 wurden der Agentur für Arbeit Ludwigshafen 2.456 Ausbildungsplätze gemeldet, 4 mehr als im Vorjahr. Von diesen sind noch 1.223 unbesetzt, 51 weniger als im Vorjahr. Diesen stehen 2.191 junge Menschen gegenüber, die sich bei der Berufsberatung gemeldet haben. Das sind 218 weniger als vor einem Jahr. Von diesen Jugendlichen sind noch 1.260 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, 141 weniger als im Vorjahr. „Hilfreiche Instrumente, die bei unserem Arbeitgeber-Service auch gut nachgefragt wurden, sind die im Rahmen des Bundesprogramms ,Ausbildungsplätze sichern‘ angebotenen Ausbildungsprämien. Diese helfen insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen die finanziellen Herausforderungen zu stemmen und ihr Ausbildungsangebot zu halten“, erklärt Wehbring.

Die Nachfrage nach Beratungen zur Ausbildungsprämie war in den vergangenen Monaten sehr hoch. Insgesamt hat der Arbeitgeber-Service in 280 Förderanliegen beraten. 156 Anträge für das im vergangenen Jahr gestartete Ausbildungsjahr wurden gestellt. Positives über die Prämie kann Monika Burkhardt vom Kaufhaus Birkenmeier in Frankenthal berichten, wo aktuell zwei Auszubildende im Bereich Verkauf beschäftigt werden. „Es ist mehr denn je wichtig, dass jungen Menschen die Möglichkeit geboten wird, einen Beruf zu lernen. Wir bieten als Vollsortimenter einen spannenden Bereich, in dem reichlich Fachwissen vermittelt wird. Wir bilden mit dem Ziel aus, unseren Personalbedarf langfristig zu decken, daher übernehmen wir unsere Auszubildenden auch“, erklärt Monika Burkhardt. Die Ausbildungsprämie sei definitiv ein Argument gewesen, um auch im Coronajahr an den Ausbildungsplätzen festzuhalten. „Die Planungen im Handel waren durch die Einschränkungen ja schon sehr unsicher. So mussten wir auch im Ausbildungsbereich flexibel sein und neue Wege beschreiten. Unsere Azubis helfen zum Beispiel tatkräftig bei unserem neu gestarteten Onlinegeschäft mit, indem sie die Ware für den Webshop aussuchen“, sagt Burkhardt.

Robin Ebinger arbeitet ebenfalls in einem Bereich, der stark von Corona betroffen ist: die Eventbranche. Er ist Prokurist bei der Ludwigshafener Firma Cosmopop, die normalerweise Festivals im In- und Ausland organisiert, beispielsweise die Time Warp in Mannheim. „Seit März 2020 ist in unserem Bereich nichts mehr passiert. Das Kerngeschäft ruht, unsere Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, bis auf die Geschäftsführung und unsere fünf Azubis“, berichtet Robin Ebinger, der trotz der anhaltenden Krise an dem Thema Ausbildung festhält. So startete Anfang Juni 2021 eine junge Dame ihre Ausbildung, von den vier Auszubildenden, die im Sommer ihre Prüfung ablegen, werden drei übernommen. „Wir bilden nicht für den Markt aus, sondern für uns. Das ist uns ganz wichtig. Daher haben wir auch in diesem Jahr Ausbildungsplätze angeboten. Wir schauen trotz der Krise mit all ihren Einschränkungen nach vorne, denn irgendwann wird es auch wieder weitergehen und dann sind wir bestens gerüstet und können direkt loslegen“, sagt Ebinger, der sich über die gute Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Ludwigshafen freut. „Wir wurden sehr gut beraten und sowohl die Ausbildungsprämie als auch die anderen staatlichen Hilfen waren gerade für die Eventbranche enorme Hilfen, um die Krise zu überbrücken. Für uns war klar, dass wir unserem Lehrauftrag nachkommen wollen, trotz Krise“, meint Ebinger.  

Die Ausbildungsprämien kommen für Betriebe in Frage, die die Anzahl der Ausbildungsplätze entweder halten oder sogar erhöhen. Informationen zu den Förderungen erhalten interessierte Arbeitgeber auf der Infoseite oder beim Arbeitgeber-Service, der unter der kostenlosen Nummer 0800 4 5555 20 zu erreichen ist. Zudem bietet die Berufsberatung jeden Donnerstag von 14 bis 16 Uhr eine offene Telefonsprechstunde an. Unter der Nummer 0621 5993 400 werden alle Anliegen rund um die Themen Berufswahl und Berufsorientierung beantwortet. Die Telefonsprechstunde richtet sich nicht nur an junge Menschen, die sich über die Möglichkeiten nach dem Schulabschluss informieren möchten, sondern auch an Eltern, Lehrer oder Bildungskoordinatoren.

Stadt Ludwigshafen

In der Stadt Ludwigshafen waren im Mai mit 9.287 Personen 118 weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat und 40 weniger als vor einem Jahr. 1.611 Frauen und Männer haben ihre Arbeitslosigkeit beendet, 67 weniger als im April, jedoch 718 mehr als vor einem Jahr. Im selben Zeitraum haben sich 1.504 Personen arbeitslos gemeldet, 134 weniger als im Vormonat, allerdings 51 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent.

Geschäftsstellenbezirk Frankenthal

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankenthal sank die Arbeitslosenquote im Mai um 0,1 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent. „Aufgrund der sinkenden Inzidenzzahlen konnten in den vergangenen Wochen viele Einschränkungen gelockert werden. So darf beispielsweise die Außengastronomie wieder öffnen, Einzelhandelsgeschäfte können wieder Kunden begrüßen und Baumärkte haben die Möglichkeit, ihr gesamtes Sortiment anzubieten. Diese Entwicklung, aber auch die besseren Witterungsbedingungen für die Baubranche haben einen sehr positiven Einfluss auf die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. So waren im Mai nur noch 2.565 Menschen arbeitslos gemeldet, 61 weniger als im Vormonat und 19 weniger als vor einem Jahr“, sagt Ralf Lenke, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Frankenthal.

In den vergangenen vier Wochen haben sich 420 Personen arbeitslos gemeldet, 77 weniger als im Vormonat und 8 mehr als vor einem Jahr. Im selben Zeitraum konnten 483 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden, 5 mehr als im April und 240 mehr als im Vorjahr. „Dieser positive Trend ist auch bei der Nachfrage nach Arbeitskräften spürbar. Im Mai wurden uns 90 neue Stellen gemeldet, 30 mehr als im Vorjahr“, berichtet Lenke. Der Bestand umfasst damit aktuell 450 Jobmöglichkeiten, von denen 323 in der Stadt Frankenthal angesiedelt sind.

Geschäftsstellenbezirk Speyer

Rückgang der Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Speyer: Mit 3.098 Personen waren 130 weniger arbeitslos gemeldet als im April und 128 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank dementsprechend um 0,2 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent. 466 Personen haben sich arbeitslos gemeldet, 151 weniger als im Vormonat und 69 weniger als im Vorjahr. Im selben Zeitraum konnten 597 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden, 24 weniger als im April, jedoch 266 mehr als vor einem Jahr.

Zeljko Kuzmanovic, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Speyer, rät allen Jugendlichen mit Blick auf die bald endenden Ausbildungsverträge, „sich frühzeitig bei der Agentur für Arbeit zu melden, damit so früh wie möglich unsere Unterstützungsangebote genutzt werden können und Lücken im Lebenslauf gar nicht erst entstehen“. Im Stellenbestand wird einiges angeboten, denn der Stellenmarkt zeigt sich weiterhin stabil. Es wurden 158 neue Stellen gemeldet, 43 weniger als im Vormonat, jedoch 57 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt umfasst der Stellenbestand aktuell 811 Jobmöglichkeiten, 20 mehr als im April und 154 mehr als im Vorjahr. „Uns ist bewusst, dass die Anforderungsprofile der Arbeitgeber und das Qualifikationsniveau der Arbeitsuchenden nicht immer zusammenpassen. Daher legen wir einen Schwerpunkt auf die Fort- und Weiterbildung arbeitsloser Frauen und Männer. Wir informieren Arbeitgeber über die Möglichkeiten einer Anpassungsqualifizierung ihrer Mitarbeitenden, denn das Qualifizierungschancengesetz verbessert die Unterstützungsmöglichkeiten für Qualifizierungen durch Arbeitsagentur und Jobcenter", sagt Kuzmanovic. Wer sich hierzu beraten lassen möchte, kann die kostenlosen Servicenummern nutzen: Arbeitgeber wählen die 0800 4 5555 20, Arbeitnehmer die 0800 4 5555 00.

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