01.09.2020 | Presseinfo Nr. 27

Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht Corona-bedingt: Arbeitslosenquote erhöht sich auf 7,7 Prozent

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit war im August nicht auf Corona zurückzuführen, sondern auf die saisonalen Arbeitsmarktschwankungen. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ludwigshafen waren mit 17.983 Personen 170 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat.

Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies zwar einem Anstieg von 28 Prozent, die Neuzugänge resultieren allerdings nicht überwiegend aus Jobverlusten. Ein Vergleich der beiden Rechtskreise macht deutlich, dass der Anstieg im Zuständigkeitsbereich der Arbeitsagentur erfolgt ist. Dort waren 7.726 Menschen registriert, 179 mehr als im Vormonat. Beim Jobcenter Vorderpfalz-Ludwigshafen waren 10.257 Arbeitslose gemeldet, 9 weniger als im Juli. Die Arbeitslosenquote stieg erneut um 0,1 Prozentpunkte und liegt nun bei 7,7 Prozent.

„Im August haben sich weniger Menschen aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos gemeldet als im Vormonat und Vorjahr. Insgesamt meldeten sich 1.038 Personen, vor einem Jahr waren es noch 1.255 Frauen und Männer. Dies macht deutlich, dass die Corona-Pandemie nur noch in Einzelfällen für einen Jobverlust verantwortlich ist“, erklärt Jeanette Pandza, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Ludwigshafen. Während die Gründe in Bezug auf einen Jobverlust nun wieder eher den sonst üblichen saisonalen Bedingungen folgen, macht sich der Einfluss der Corona-Pandemie bei den Abgängen weiterhin bemerkbar. Arbeitgeber sind nach wie vor etwas zurückhaltender, wenn es um Einstellungen geht. So konnten im August 871 Frauen und Männer einen Job antreten, 117 mehr als im Vormonat, aber 122 weniger als vor einem Jahr.

Arbeitsstellen

Betrachtet man die neu gemeldeten Stellen, wird auch hier die Vorsicht auf Arbeitgeberseite deutlich. Mit 661 neuen Stellen wurden 91 weniger gemeldet als im Vormonat und 196 weniger als im August des vergangenen Jahres.  Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 23 Prozent. Noch deutlicher fällt der Rückgang in Bezug auf den Stellenbestand aus. Aktuell befinden sich 2.723 Stellen im Bestand, 1.844 weniger als vor einem Jahr. Der Rückgang liegt hier bei 40 Prozent. Kurzarbeit ist weiterhin das Förderinstrument, mit dem es Arbeitgebern gelingt, Personalabbau zu vermeiden. Aktuell gehen die neu registrierten Anzeigen merklich zurück. Im August gab es nur noch 37 neue Anzeigen auf Kurzarbeit.

Ausbildungsmarkt

Seit Oktober 2019 haben 2.719 junge Menschen das Angebot der Berufsberatung in Anspruch genommen. Das sind 266 mehr als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Aktuell sind noch 594 auf der Suche nach einer Ausbildung oder einer anderen Alternative nach der Schule. Die Chancen noch einen Ausbildungsplatz zu finden, stehen dabei gut. Denn von den 2.639 gemeldeten Ausbildungsstellen sind noch 815 unbesetzt. Vor allem im Verkauf, besonders im Bereich Lebensmittel und Bäckerei, gibt es noch viele freie Ausbildungsstellen. Ebenso bieten Unternehmen noch Ausbildungsplätze zu folgenden Berufen an: Chemikant/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Elektroniker/in Energie- und Gebäudetechnik.  „Das sind aber noch lange nicht alle Bereiche, in denen Arbeitgeber aktuell noch auf der Suche nach dem eigenen Nachwuchs von morgen sind. Daher lohnt es sich weiterhin, sich bei der Berufsberatung über das Angebot zu informieren und im Gespräch seine individuellen Möglichkeiten auszuloten“, rät Pandza allen Jugendlichen, die noch keinen passenden Ausbildungsplatz gefunden haben, einen Termin bei der Berufsberatung zu vereinbaren – entweder unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 00 oder per E-Mail an Ludwigshafen.Ausbildung2020@arbeitsagentur.de.

Stadt Ludwigshafen

In der Stadt Ludwigshafen waren im August mit 9.814 Menschen 100 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat und 2.107 mehr als vor einem Jahr. 1.424 Frauen und Männer haben ihre Arbeitslosigkeit beendet, 9 weniger als im Juli und 761 weniger als vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum haben sich 1.533 Personen arbeitslos gemeldet, 169 mehr als im Vormonat, jedoch 590 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 10,5 Prozent.

Geschäftsstellenbezirk Frankenthal

Im August waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankenthal mit 2.782 Personen 57 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat und 657 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent. 476 Menschen haben sich arbeitslos gemeldet, 2 weniger als im Juli und 131 weniger als vor einem Jahr. 412 Frauen und Männer konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, 16 mehr als im Vormonat, allerdings 205 weniger als im Vorjahr. „Im August haben sich die Arbeitslosenzahlen in der Region Frankenthal kaum verändert. Corona-bedingte Entlassungen sind kaum noch zu verzeichnen“, erklärt Ralf Lenke, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Frankenthal. Kaum Veränderungen gab es auch bei den Stellen. Arbeitgeber haben im August mit 102 zu besetzenden Stellen 3 mehr gemeldet als im Vormonat.  Der Bestand umfasst aktuell 481 Jobmöglichkeiten, von denen 401 in der Stadt Frankenthal angesiedelt sind. „Viele Unternehmen reagieren aktuell verhalten bei Einstellungen, da die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft noch immer nicht abschätzbar sind“, meint Lenke. Da aktuell persönliche Vorsprachen in der Agentur für Arbeit weiterhin nur nach vorheriger Terminvereinbarung stattfinden können, gibt es auf der Internetseite www.arbeitsagentur.de ab sofort die Möglichkeit, eine Arbeitslosmeldung mit Hilfe des Selfie-Ident-Verfahrens vorzunehmen. „Durch das Selfie-Ident-Verfahren ist keine persönliche Vorsprache mehr erforderlich und die Arbeitslosmeldung erfolgt bequem komplett online“, sagt Lenke.

Geschäftsstellenbezirk Speyer

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Speyer waren im August mit 3.373 Personen 2 weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat, allerdings 673 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt somit weiterhin konstant bei 5,7 Prozent. 528 Personen haben sich im August arbeitslos gemeldet, 11 weniger als im Juli und 226 weniger als vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum konnten 533 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden, 91 mehr als im Vormonat, jedoch 186 weniger als vor einem Jahr. „In den letzten beiden Monaten meldeten sich verstärkt Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos, die nach dem Ende ihrer Ausbildung keine Stelle in ihrem Ausbildungsbetrieb bekommen hatten“, sagt Gerhard Werling, stellvertretender Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Speyer. Den größten Anteil an Arbeitslosen bilden allerdings mit 37 Prozent die über 50-Jährigen. „Hier prüfen wir stets, ob eine entsprechende berufliche Teilqualifikation zu besseren Integrationschancen verhelfen kann. Nachdem die Coronakrise zunächst einige zertifizierte Bildungsmaßnahmen lahmgelegt oder verzögert hatte, finden nun wieder in verschiedenen Berufsbereichen Kurse statt“, erklärt Werling. Der Bedarf an Personal ist nach wie vor vorhanden, wenn auch etwas verhaltener als sonst. Im August haben Arbeitgeber 147 neue Stellen gemeldet, 27 weniger als im Juli. Insgesamt umfasst der Stellenbestand aktuell 689 Jobmöglichkeiten, 22 mehr als im Vormonat, aber 264 weniger als vor einem Jahr.