30.06.2022 | Presseinfo Nr. 28

Arbeitsmarkt zeigt sich weiter robust: Arbeitslosenquote mit 6,1 Prozent zum Vormonat konstant

Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Juni im Bezirk der Agentur für Arbeit Ludwigshafen leicht gestiegen. Mit 14.250 Personen waren 69 Arbeitslose mehr registriert als im Vormonat. In beiden Rechtskreisen kam es zu einem moderaten Anstieg der Arbeitslosen. Im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Vorderpfalz-Ludwigshafen waren 9.115 Frauen und Männer gemeldet, 45 mehr als im Vormonat. Bei der Agentur für Arbeit Ludwigshafen ist ein Anstieg um 24 Menschen auf insgesamt 5.135 Arbeitslose zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 6,1 Prozent konstant.
 

Der Zugang an Ukraine-Flüchtlingen zeigt sich in den Juni-Zahlen, die Mitte des Monats erhoben wurden, noch nicht. Das Jobcenter wurde für diesen Personenkreis erst zum 01.06. zuständig. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters klären mit den Geflüchteten zunächst ab, ob ihnen überhaupt eine Arbeitsaufnahme möglich ist, z.B. wenn Einschränkungen durch die Betreuung von Kindern vorliegen. Dies hat beispielsweise Auswirkungen darauf, ob die Betroffenen zum Kreis der Arbeitslosen zählen. „Im ersten Schritt war es in den letzten Wochen wichtig, Kontakt aufzunehmen und den Menschen umgehend die Möglichkeit zu eröffnen, einen Antrag auf die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II zu stellen. Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitslosen werden wir auch bei uns sehen – allerdings erst in den nächsten Wochen“, erläutert Daniel Lips, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ludwigshafen.

In den vergangenen vier Wochen konnten 2.791 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 47 mehr als im Mai und 90 weniger als im Vorjahr. Im selben Zeitraum haben sich 2.868 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 378 mehr als im Vormonat und 127 mehr als im Vorjahr. „Die Arbeitslosenquote zeigt sich im Juni im Vergleich zum Vormonat konstant. Die Beschäftigung bleibt stabil und die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften bewegt sich auf einem guten Niveau. Die Stimmung am Arbeitsmarkt trübt sich glücklicherweise derzeit nicht signifikant ein, obwohl der Ukrainekrieg und die Lieferengpässe die Aussichten natürlich belasten. Zudem profitiert der Dienstleistungssektor vom Ende der coronabedingten Einschränkungen. Hoffen wir alle, dass das auch so bleibt“, sagt Lips.

Arbeitsstellen und Ausbildungsmarkt

666 Jobmöglichkeiten wurden im Juni gemeldet, 48 mehr als im Mai. Der Bestand umfasst somit aktuell 3.961 Stellen, 103 weniger als im Vormonat und 579 mehr als vor einem Jahr. Im Handel und Vertrieb, im Bereich der kaufmännischen Dienstleistungen, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der Gebäudetechnik wurden die meisten Stellen gemeldet.

Bei der Berufsberatung werden von den 2.493 Ausbildungsplätzen, die uns seit Oktober 2021 gemeldet wurden, im Juni noch 1.112 als unbesetzt geführt.

Gleichzeitig haben sich im laufenden Berichtsjahr schon 2.184 junge Menschen gemeldet, das sind 121 weniger als im Vorjahr. Von diesen sind noch 940 auf der Suche nach einer Lehrstelle, 278 weniger als vor einem Jahr. „Bei Fragen zur Berufswahl sind die Eltern wichtige Ansprechpartner und Vorbilder. Für Eltern aus einem anderen Sprach- und Kulturkreis ist es oft schwer, ihren Kindern bei der Berufsorientierung zur Seite zu stehen“ sagt Lips, da ihnen aufgrund fehlender Deutschkenntnisse der Zugang zu den benötigten Informationen fehlt. Die Berufsberatung veranstaltet daher am Mittwoch, 6. Juli, von 17 bis 19 Uhr erstmalig einen internationalen Elternabend im Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit Ludwigshafen. Mitarbeiter der Arbeitsagentur sowie Dolmetscher der Brückenbauer der Stadt Ludwigshafen bieten Gespräche in 14 Sprachen an. „Jugendliche, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind oder noch nicht genau wissen, welcher Beruf zu ihnen passt, lade ich zudem sehr herzlich zu unserer Outdoor-Berufsberatung im Hack-Museumsgarten ein“, empfiehlt Lips, die am Mittwoch, 13. Juli, zwischen 10 und 16 Uhr stattfindet. 

Stadt Ludwigshafen

In der Stadt Ludwigshafen waren im Juni mit 7.829 Personen 10 weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat und 1.398 weniger als vor einem Jahr. 1.540 Frauen und Männer haben ihre Arbeitslosigkeit beendet, 92 mehr als im Mai, allerdings 10 weniger als vor einem Jahr. Im selben Zeitraum haben sich 1.539 Personen arbeitslos gemeldet, 180 mehr als im Vormonat und 37 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 8,4 Prozent konstant zum Vormonat. Dem Arbeitgeber-Service wurden im Juni 252 neue Jobangebote in der Stadt Ludwigshafen gemeldet, 67 weniger als im Vormonat. Der Stellenbestand umfasst aktuell 1.810 Jobmöglichkeiten.

Geschäftsstellenbezirk Frankenthal

„Im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankenthal ist die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 5,7% gestiegen“, berichtet Ralf Lenke, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Frankenthal. So waren im Juni mit 2.148 Personen 20 mehr arbeitslos gemeldet als im Mai, aber 416 weniger als noch vor einem Jahr. In den vergangenen vier Wochen haben sich 469 Personen arbeitslos gemeldet. Im selben Zeitraum konnten 448 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden. „Trotz der leichten Verschlechterung der Arbeitslosenquote zeigt sich der regionale Arbeitsmarkt weiterhin aufnahmefreudig“, meint Lenke und ergänzt: „Unser Arbeitgeber-Service konnte im Juni 141 neue Stellenangebote entgegennehmen.“ Dies sind 48 mehr als im Vormonat. Der Stellenbestand umfasst aktuell 551 Jobmöglichkeiten, von denen 427 in der Stadt Frankenthal angesiedelt sind.

„Dass trotz des weiterhin guten Stellenangebots nicht noch mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, erklärt sich zum großen Teil durch die Schwierigkeit, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen“, verweist Lenke auf die Komplexität des Arbeitsmarktes. „Während in vielen Bereichen Fachkräfte fehlen, haben ungelernte Arbeitskräfte deutlich weniger Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Unsere Erfahrung als Arbeitsagentur zeigt, dass eine erfolgreiche Weiterbildung in den meisten Fällen die Chance auf einen Arbeitsplatz deutlich verbessert.“ Die Agentur für Arbeit fördert daher eine Vielzahl verschiedener beruflicher Weiterbildungen und unterstützt ihre Kunden bei der späteren Eingliederung.

Geschäftsstellenbezirk Speyer

„Der Arbeitsmarkt entwickelt sich hervorragend. Trotz der vorhandenen Unsicherheiten aufgrund des Ukraine-Krieges und der Inflationsrate bleibt der Arbeitsmarkt aufnahmefähig.“, sagt Zeljko Kuzmanovic, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Speyer. Der Agenturbezirk Speyer verzeichnet einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit: Mit 2.610 Personen waren 17 mehr arbeitslos gemeldet als im Mai, aber 448 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ist um 0,1 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent gestiegen. 567 Personen haben sich in den vergangenen vier Wochen arbeitslos gemeldet, 99 mehr als im Vormonat und 66 mehr als im Vorjahr. Im selben Zeitraum konnten 545 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden, 1 weniger als im Mai, jedoch 14 mehr als vor einem Jahr. „Die Arbeitslosenzahl ist zwar leicht gestiegen, aber mit Blick auf das Vorjahr lässt sich ein positiver Trend erkennen: Wir können in allen Altersklassen einen Rückgang der arbeitslosen Menschen verzeichnen. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen Menschen in Speyer ist um fast 17% gesunken.", erklärt Kuzmanovic.

Dem Arbeitgeber-Service wurden im Geschäftsstellenbezirk Speyer 209 neue Jobmöglichkeiten gemeldet, 72 mehr als im Mai. Der Bestand umfasst aktuell 1.115 Stellen, von denen 826 im Stadtgebiet Speyer angesiedelt sind.