30.09.2020 | Presseinfo Nr. 30

Erster Rückgang seit Beginn der Corona-Krise: Arbeitslosenquote sinkt auf 7,4 Prozent

Leichte Entspannung auf dem regionalen Arbeitsmarkt: Erstmals seit Beginn der Corona-Krise vor sechs Monaten sind die Arbeitslosenzahlen im Bezirk der Agentur für Arbeit Ludwigshafen leicht zurückgegangen. So waren im September mit 17.417 Personen 566 weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind allerdings weiterhin im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu erkennen, in dem 3.752 Personen weniger arbeitslos gemeldet waren. Betrachtet man die beiden Rechtskreise, erkennt man, dass der Rückgang im Bereich der Arbeitsagentur etwas höher ausgefallen ist als im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters. Bei der Agentur für Arbeit Ludwigshafen waren 7.330 Frauen und Männer gemeldet, 396 weniger als im August. Im Jobcenter Vorderpfalz-Ludwigshafen waren 10.087 Personen registriert, 170 weniger als im Vormonat. Diese Entwicklung ließ auch die Arbeitslosenquote wieder etwas schrumpfen, die nun mit 7,4 Prozent 0,3 Prozentpunkte weniger beträgt als noch im vergangenen Monat.

„Obwohl der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den vergangenen beiden Monaten schon nicht mehr auf Corona, sondern auf saisonale Gründe zurückzuführen war, ist es nun umso erfreulicher, dass im September wieder mehr Menschen eine Arbeit aufnehmen konnten. Dies wird anhand der Abgangszahlen in Erwerbstätigkeit deutlich. Hier verzeichneten wir im Vergleich zum Vormonat einen Anstieg um 22 Prozent, womit wir wieder auf dem Niveau des Vorjahres sind. Denn mit 1.061 Personen, die im September einen Job angetreten haben, waren es sogar 12 mehr als zur gleichen Zeit vor einem Jahr“, berichtet Benjamin Wehbring, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ludwigshafen. Ähnlich verhält es sich auf Seiten der Zugänge aus Erwerbstätigkeit. 1.035 Arbeitslose waren im September das Resultat eines Jobverlusts. Das waren 3 weniger als im August und 102 weniger als vor einem Jahr.

 
Arbeitsstellen

Diese Entwicklung zeigt zum einen, dass Kurzarbeit nach wie vor ein gutes Instrument zur Sicherung vieler Jobs ist, aber auch, dass Arbeitgeber wieder etwas mutiger beim Einstellen werden. So hielten die Meldungen neuer Stellen im September konstant das Niveau des Vormonats, denn mit 660 Jobmöglichkeiten wurde lediglich eine weniger gemeldet als im August. Im Bestand befinden sich aktuell 2.843 Stellen, 120 mehr als im Vormonat. „Die Branchen, die einen erhöhten Bedarf an Arbeitskräften melden, haben sich seit der Corona-Krise nicht verändert. Im September waren es die Wirtschaftsbereiche Verarbeitendes Gewerbe, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie Erbringung sonstiger wirtschaftlicher Dienstleistungen, die die meisten offenen Kapazitäten gemeldet haben“, erklärt Wehbring.

Während die Nachfrage in Bezug auf Personal wieder allmählich steigt, geht sie bei der Thematik Kurzarbeit weiterhin zurück. So wurden im September nur noch 24 neue Anzeigen auf Kurzarbeit getätigt, 13 weniger als im August. Insgesamt sind seit April 3.650 Kurzarbeit-Anzeigen eingegangen.

 

Ausbildungsmarkt

Die Bilanz des Ausbildungsmarkts im Bezirk der Agentur für Arbeit Ludwigshafen für das Jahr 2019/20 wird am Donnerstag, 29. Oktober 2020, vorgestellt.

 

Stadt Ludwigshafen

In der Stadt Ludwigshafen waren im September mit 9.531 Menschen 283 weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat, allerdings 2.026 mehr als vor einem Jahr. 1.853 Frauen und Männer haben ihre Arbeitslosigkeit beendet, 429 mehr als im August und 319 weniger als vor einem Jahr. Im selben Zeitraum haben sich 1.564 Personen arbeitslos gemeldet, 31 mehr als im Vormonat, aber 405 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,3 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent.

 

Geschäftsstellenbezirk Frankenthal

Erstmalig seit Beginn der Corona-Krise gehen die Arbeitslosenzahlen auch im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankenthal leicht zurück. Im September waren mit 2.656 Personen 126 weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat, allerdings 576 mehr als vor einem Jahr. Diese Entwicklung lässt auch die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte auf 7,0 Prozent sinken. „Wir haben noch lange nicht das Einstellungsverhalten erreicht, dass wir vor der Corona-Pandemie hatten, aber wir spüren ein verhalten positives Anziehen am Arbeitsmarkt“, sagt Ralf Lenke, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Frankenthal. Das wird an den höheren Abgangszahlen deutlich. 585 Frauen und Männer konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, 173 mehr als im Vormonat und 33 weniger als im Vorjahr. 455 Menschen haben sich im September arbeitslos gemeldet, 21 weniger als im August und 124 weniger als vor einem Jahr.

Die Stellenmeldungen haben fast wieder das Niveau des Vorjahres erreicht. 110 Jobmöglichkeiten haben Arbeitgeber im September gemeldet, lediglich 30 weniger als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vormonat bedeutet dies ein Plus von 8 Prozent.

„Unser Arbeitgeber-Service verzeichnet neben der gestiegenen Anzahl an besetzten und gemeldeten Stellen zudem eine wieder höhere Nachfrage nach Fördermöglichkeiten, um auch fachfremdes, motiviertes Personal einstellen zu können. Das ist für viele Arbeitgeber eine Möglichkeit, die wieder gestiegenen Bedarfe zu decken“, erklärt Lenke. Der Stellenbestand umfasst aktuell 504 Jobmöglichkeiten, von denen 414 in der Stadt Frankenthal angesiedelt sind.

Weiterhin sind nur Vorsprachen nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Erreichbar sind die Mitarbeiter per E-Mail oder Telefon. „Wir bekommen immer wieder Anfragen, wann wir telefonisch am besten erreichbar sind, denn insbesondere am Nachmittag kommt es oft aufgrund der hohen Anrufdichte zu Wartezeiten. Daher empfehle ich, am besten am Vormittag anzurufen“, rät Lenke.

 

Geschäftsstellenbezirk Speyer

Im September war erneut eine leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Speyer spürbar, denn die Arbeitslosenzahlen sind wieder etwas zurückgegangen. So waren im September mit 3.233 Personen 140 weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat, allerdings 667 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte und beträgt aktuell 5,5 Prozent. 560 Personen haben sich im September arbeitslos gemeldet, 32 mehr als im August, aber 78 weniger als vor einem Jahr. Im selben Zeitraum konnten 702 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden, 169 mehr als im Vormonat, jedoch 73 weniger als vor einem Jahr. „Erfreulich ist, dass auch im September wieder mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten als noch im Vormonat. Seit Mai verzeichnen wir einen stetigen Anstieg der Abgänge, also der Menschen, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. Das ist eine sehr gute Entwicklung. Zudem haben im September 221 junge Menschen ihre Ausbildung gestartet. Ich wünsche allen Fachkräften der Zukunft viel Erfolg“, sagt Zeljko Kuzmanovic, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Speyer.

Der Bedarf an Personal ist nicht nur im Nachwuchskräftebereich vorhanden, sondern nach wie vor auch im Fachkräftebereich, wenn auch weiterhin noch etwas verhaltener als sonst. Im September haben Arbeitgeber 168 neue Stellen gemeldet, 21 mehr als im August, aber 77 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt umfasst der Stellenbestand aktuell 704 Jobmöglichkeiten, 15 mehr als im Vormonat, jedoch 320 weniger als vor einem Jahr.

„Wir haben die Geschäftsstelle in Speyer aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin nur für terminierte Vorsprachen geöffnet. Viele Menschen versuchen uns deshalb telefonisch zu erreichen. Neben der bundesweiten Servicenummer empfehle ich allen, unsere lokal eingerichtete Hotline 0621 5993888 zu nutzen und das am besten vormittags, da zu dieser Zeit das Anrufaufkommen noch nicht so hoch ist“, meint Kuzmanovic.