28.10.2021 | Presseinfo Nr. 31

Mit dem Start der Ausbildung den Grundstein zur gefragten Fachkraft gelegt

Regionale Arbeitgeber setzen weiterhin auf die Ausbildung im eigenen Betrieb – das ist die erfreuliche Bilanz des aktuellen Ausbildungsjahres, das den Zeitraum Oktober 2020 bis September 2021 umfasst.

Obwohl die Auswirkungen von Corona im zweiten Jahr in Folge auf dem Ausbildungsmarkt zu spüren waren, haben Arbeitgeber der Arbeitsagentur 2.781 Lehrstellen gemeldet, gerade einmal 1 Prozent weniger als im Vorjahr. Von diesen sind noch 392 unbesetzt, 95 mehr als im vergangenen Jahr. „Obwohl Praktika, die eine wichtige Rolle im Berufswahlprozess spielen, erst zum Sommer hin wieder möglich waren, haben viele Arbeitgeber an ihrem vorhandenen Ausbildungsangebot festgehalten. Hilfreich waren dabei sicherlich auch die im Rahmen des Bundesprogramms ,Ausbildungsplätze sichern‘ angebotenen Ausbildungsprämien, zu denen unser Team des Arbeitgeber-Services zahlreiche Firmen beraten hat. Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen waren diese eine gute Möglichkeit, um finanzielle Herausforderungen zu stemmen“, erklärt Benjamin Wehbring, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ludwigshafen, der zuversichtlich ist, dass im Laufe des Jahres für die noch unbesetzten Stellen geeignete Bewerber gefunden werden können.

Denn auch auf der Bewerberseite sind noch nicht alle Jugendlichen mit einem Ausbildungsvertrag versorgt. Insgesamt haben sich im aktuell zu Ende gegangen Berichtsjahr 2.588 Jugendliche bei der Berufsberatung gemeldet, 247 weniger als vor einem Jahr. Von diesen sind nur noch 165 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, 49 weniger als im Vorjahr. „Im Winter und Frühjahr gestaltete sich die Berufsberatung an Schulen aufgrund des Lockdowns schwierig. Mit digitalen Angeboten konnte der Kontakt sehr gut aufrecht gehalten werden, auch wenn diese natürlich nicht komplett den direkten Austausch zwischen Berufsberater und Schüler ersetzen können. Daher freut es mich umso mehr, dass wir es mit unseren alternativen Beratungsformaten, beispielsweise der ,Walk & Talk‘-Outdoorsprechstunde, der Berufsberatung im Hackmuseumsgarten oder dem Einsatz von Videotelefonie, geschafft haben, für einen Großteil der bei uns gemeldeten Bewerber einen nahtlosen Übergang von der Schule in den Beruf zu finden. Mit den jungen Menschen, die noch das Passende suchen, sind wir weiterhin in Kontakt, um so schnell wie möglich eine Alternative zu finden – auch der Start einer Ausbildung im Herbst ist noch möglich“, berichtet Wehbring. Folgende Berufe suchen derzeit noch nach ihren passenden Azubis: Chemikant/in, Elektroniker/in – Automatisierung, Anlagenmechaniker/in, Industriekaufmann/-frau sowie Kaufmann/-frau für Büromanagement oder Einzelhandel. „Sich bei der Agentur für Arbeit über Möglichkeiten zu informieren, lohnt sich auf jeden Fall. Wir bieten viele Hilfemöglichkeiten, um Auszubildende und Arbeitgeber während der Ausbildung zu begleiten und zu unterstützen. So ist es vielleicht auch möglich, Zugeständnisse mit Blick auf die Anforderungen und die Eignung der künftigen Fachkräfte zu machen“, appelliert Wehbring an die Ausbildungsbetriebe, jungen Menschen eine Chance zu geben, die auf den ersten Blick vielleicht durchs Bewerbungsraster gefallen sind.

Um nach der Schule keine zu lange Lücke im Lebenslauf zu haben, sollten sich Jugendliche frühzeitig bei der Berufsberatung melden. „In Gesprächen können Stärken und Interessen erkundet und berufliche Möglichkeiten aufgezeigt werden, an die man vielleicht noch gar nicht gedacht hat“, rät der Agenturchef. Ein Termin bei der Berufsberatung kann unter der kostenlosen Servicehotline 0800 4 5555 00 oder per E-Mail an Ludwigshafen.Berufsberatung@arbeitsagentur.de vereinbart werden. Zudem ist das Team vom 28. Oktober bis 7. November auf der digitalen Ausbildungsplattform „Zukunftsziele“ anzutreffen. Auf www.zukunftsziele.online besteht die Möglichkeit, mit den Berufsberatern Fragen per Chat zu klären oder das umfangreiche Vortragsprogramm, das beispielsweise Tipps für Bewerbungen oder Vorstellungsgespräche beinhaltet, zu nutzen.

Für die Handwerkskammer der Pfalz (HWK) und die Industrie- und Handelskammer für die Pfalz (IHK), mit denen die Agentur für Arbeit eng zusammenarbeitet, war dieses Ausbildungsjahr ebenfalls noch geprägt von den Auswirkungen der Corona-Krise, was die Bilanzen für die jeweiligen Gesamtbezirke deutlich machen:

Bilanz der Handwerkskammer der Pfalz

Im pfälzischen Handwerk wurden bis zum 30. September 2021 2.256 neu eingetragene Lehrverhältnisse registriert. Dies entspricht gegenüber zum Vorjahr (2.290) einem Rückgang von 1,48 Prozent. Das laufende Ausbildungsjahr ist immer noch von der Corona-Krise geprägt, die sich auf die Ausbildungsbilanz aller rheinland-pfälzischen Kammerbezirke niederschlägt. Dennoch waren die pfälzischen Handwerksbetriebe bereit, etwa im gleichen Umfang wie im Vorjahr auszubilden. Grund ist der nach wie vor hohe Bedarf an Nachwuchs- und Fachkräften im Handwerk. Junge Menschen auf den üblichen Kommunikationswegen zu erreichen, war diesen Sommer allerdings genauso schwierig wie im Vorjahr. Fehlende Präsenz-Berufsorientierungsmaßnahmen, Informationsveranstaltungen in den Schulen oder Ausbildungsmessen wurden soweit wie möglich durch virtuelle Formate ersetzt. Ein Schwerpunkt wurde dieses Jahr auf die verstärkte Kooperation mit Schulen und Eltern gelegt. Mit verschiedenen – vor allem digitalen – Aktivitäten und Maßnahmen unterstützt die Handwerkskammer der Pfalz die Betriebe und Ausbildungsinteressierte bei der Vertragsanbahnung.

Bilanz der Industrie- und Handelskammer für die Pfalz (IHK)

Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz wurden von Januar bis Ende September 4.330 neue Ausbildungsverträge eingetragen – das sind 2,3 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Rund 400 offene Ausbildungsplätze sind aktuell alleine in der Lehrstellenbörse der IHK ausgewiesen.

„Auch in diesem Jahr sind wegen der Corona-Pandemie viele Ausbildungsmessen ausgefallen und besonders auch die Berufsorientierung an Schulen fand nur sehr reduziert statt“, sagt Michael Böffel, verantwortlich für den Bereich Ausbildung bei der IHK Pfalz. „Der Fachkräftemangel ist nun vollends in der pfälzischen Wirtschaft angekommen, denn es fehlt bereits an Fachkräften in den Unternehmen. Die Fachkräftelücke in der Wirtschaft wird immer größer, und oftmals reicht die Nachwuchsgewinnung über eine Ausbildung nicht mehr aus, um ausscheidende Mitarbeiter zu ersetzen. Für die kommenden Jahrzehnte wird das Schließen dieser Lücke eine unserer größten Herausforderungen werden“, ergänzt Böffel.

In diesem Jahr sind bei jungen Menschen wieder besonders kaufmännische Ausbildungsberufe beliebt, beispielsweise Kaufleute für Büromanagement oder Berufe im Einzelhandel. Geringe Eintragungszahlen weisen dagegen Ausbildungsberufe im gastronomischen Bereich auf. Das liegt laut IHK vor allem an der massiven Unsicherheit aufgrund der Corona-Pandemie, denn wegen der damit einhergehenden Unsicherheit stellen Unternehmen aus diesem Bereich nur zaghaft ein.

Entwicklung am Ausbildungsmarkt nach Geschäftsstellen

Geschäftsstelle Ludwigshafen

Im Geschäftsstellenbezirk Ludwigshafen haben sich 1.716 junge Menschen bei der Berufsberatung gemeldet. Das waren 95 weniger als im Vorjahr. Ende September 2021 hatten 122 Jugendliche noch keinen Ausbildungsvertrag oder ein anderes Angebot, 15 weniger als im Vorjahr. Dem Arbeitgeber-Service wurden von Oktober 2020 bis September 2021 insgesamt 1.841 Ausbildungsplätze gemeldet, 27 mehr als im Vorjahr. 323 Ausbildungsstellen blieben bis Ende September unbesetzt, 166 mehr als vor einem Jahr.

Geschäftsstelle Speyer

Im Geschäftsstellenbezirk Speyer haben 534 junge Menschen das Angebot der Berufsberatung genutzt, 71 weniger als im Vorjahr. Ende September 2021 waren davon noch 28 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer anderen Alternative nach der Schule, das waren 6 weniger als im Vorjahr. Dem Arbeitgeber-Service wurden von Oktober 2020 bis September 2021 insgesamt 566 Ausbildungsplätze gemeldet, 25 weniger als vor einem Jahr. Von diesen sind noch 41 unbesetzt, 67 weniger als vor einem Jahr.

Geschäftsstelle Frankenthal

Im Geschäftsstellenbezirk Frankenthal haben sich 338 Jugendliche bei der Berufsberatung gemeldet, um Unterstützung bei der Suche nach einer Lehrstelle oder anderen Möglichkeit nach dem Schulbesuch zu erhalten. Das waren 81 weniger als im Vorjahr. Ende September 2021 waren noch 15 unversorgt, also ohne Ausbildungsvertrag oder einer anderen beruflichen Option, 28 weniger als im Vorjahr. Dem Arbeitgeber-Service wurden von Oktober 2020 bis September 2021 insgesamt 374 Ausbildungsplätze gemeldet, 26 weniger als vor einem Jahr. 28 Ausbildungsstellen blieben bis Ende September unbesetzt, 4 weniger als vor einem Jahr.

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