31.07.2019 | Presseinfo Nr. 82

Ferienpause auf dem Arbeitsmarkt

Im Bezirk der Arbeitsagentur Lübeck, der die Hansestadt Lübeck und den Kreis Ostholstein umfasst, waren im Juli 2019 weniger Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen als im Vorjahr. Im Vergleich zum Vormonat gab es einen saisonbedingten Anstieg.
Auf dem Ausbildungsmarkt sind noch viele interessante Ausbildungsstellen gemeldet.
 
 

„Der Ferienmonat Juli brachte die erwartete Sommerpause auf dem Arbeitsmarkt. Einerseits steigt die Zahl der Arbeitslosen durch quartalsbedingte Kündigungen an, andererseits werden in vielen Branchen Einstellungen bis nach den Sommerferien aufgeschoben. Außerdem melden sich Jüngere nach Abschluss der Schul- oder Berufsausbildung vorübergehend arbeitslos. Erfahrungsgemäß beginnen sie in den nächsten drei Monaten mit einer Beschäftigung oder einem Studium, so dass ich zum Herbst wieder mit einem Rückgang rechne“, erklärt Kathleen Wieczorek, Geschäftsführerin Operativ in der Agentur für Arbeit Lübeck. „Bei der Ausbildungsplatzsuche gibt es noch sehr gute Chancen. Wer sich jetzt erst entschlossen hat, eine Ausbildung zu machen oder noch keinen passenden Ausbildungsbetrieb gefunden hat, sollte gleich in der Arbeitsagentur vorbeischauen. Auch nach dem Ausbildungsstart im August und sogar im September lohnt sich die Bewerbung noch“, empfiehlt sie.

Entwicklung im Agenturbezirk

Insgesamt waren in Lübeck und Ostholstein 13.456 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 583 (4,5 Prozent) mehr als im Vormonat und 194 (1,4 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg um 0,3 Prozentpunkte zum Vormonat an und ging um 0,1 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 6,1 Prozent zurück. Im Juli 2019 wurden 974 Stellen neu zur Besetzung angeboten, 49 oder 4,8 Prozent weniger im als im Vormonat und 125 (11,4 Prozent) weniger als im Vorjahr. Bei 4.447 Stellen wurden Ende des Monats noch Arbeitskräfte gesucht, 234 oder 5,0 Prozent weniger als im Juli 2018. Insbesondere im Hotel- und Gastgewerbe, Handel, aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen, verarbeitenden Gewerbe, Baugewerbe oder in der Arbeitnehmerüberlassung bieten sich Einstiegschancen für Arbeitsuchende.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III (Betreuung durch die Agentur für Arbeit) lag die Zahl der Arbeitslosen bei 4.322, das sind 468 (12,1 Prozent) mehr als im Vormonat und 277 (6,8 Prozent) mehr als im Vorjahr. Die anteilige SGB III‑Arbeitslosenquote lag bei 2,0 Prozent.

Im Rechtskreis SGB II (Betreuung durch das Jobcenter) gab es 9.134 Arbeitslose. Das ist ein Plus von 115 (1,3 Prozent) gegenüber Juni 2019. Im Vergleich zum Juli 2018 ging die Arbeitslosigkeit um 471 (4,9 Prozent) zurück. Die anteilige SGB II‑Arbeitslosenquote betrug 4,1 Prozent.

Unterbeschäftigung

Neben dem gesetzlich definierten Kreis der Arbeitslosen gibt es weitere Menschen, die ohne Beschäftigung sind. Sie werden unter dem Begriff der Unterbeschäftigung erfasst und monatlich veröffentlicht, um den Arbeitsmarkt transparent zu machen. Die Unterbeschäftigung stellt damit das gesamte Defizit an regulärer Beschäftigung dar. Hier werden neben den Arbeitslosen beispielsweise Personen in Qualifizierungsmaßnahmen oder Arbeitsgelegenheiten, Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer oder Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen ausgewiesen. Insgesamt 19.082 Personen befanden sich im Juli 2019 in Unterbeschäftigung. Die Zahl der Unterbeschäftigten ist in den letzten zwölf Monaten um 177 Personen oder 0,9 Prozent gesunken.

Arbeitsmarkt Regional

Im Vergleich zum Vormonat ging die Arbeitslosigkeit in allen Regionen des Agenturbezirkes zurück. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Geschäftsstellen Eutin und Oldenburg einen Anstieg.

Hansestadt Lübeck

In der Hansestadt Lübeck waren Ende Juli 2019 8.584 Arbeitslose gemeldet, 323 (3,9 Prozent) mehr als vor einem Monat und 269 (3,0 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte zum Vormonat an und ging um 0,3 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 7,4 Prozent zurück. Unter den kreisfreien Städten verzeichnet die Hansestadt die niedrigste Quote.

2.514 Arbeitslose und damit 215 (9,4 Prozent) mehr als im Vormonat und 176 (7,5 Prozent) mehr als im Vorjahr waren dem Rechtskreis des SGB III (Betreuung durch die Arbeitsagentur) zuzuordnen.

Beim Jobcenter Lübeck (Rechtskreis SGB II) waren Ende Juli 2019 6.070 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet, 108 (1,8 Prozent) mehr als im Juni 2019 und 445 (6,8 Prozent) weniger als im Juli 2018.

Kreis Ostholstein

Im Kreis Ostholstein waren Ende Juli 2019 4.872 Arbeitslose gemeldet, ein Anstieg von 260 oder 5,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren 75 (1,6 Prozent) Arbeitnehmer weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte zum Vormonat an und blieb unverändert zum Vorjahr bei 4,6 Prozent.

1.808 Arbeitslose wurden bei den Arbeitsagenturen in Ostholstein im Rechtskreis des SGB III betreut, 253 (16,3 Prozent) mehr als im Juni 2019 und 101 (5,9 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Beim Jobcenter Ostholstein (Rechtskreis SGB II) waren 3.064 Arbeitslose gemeldet, das waren 7 (0,2 Prozent) mehr als im Vormonat und 26 (0,8 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Südbezirk (Geschäftsstelle Hauptagentur Lübeck und Umgebung)

Im Südbezirk (Geschäftsstelle Hauptagentur Lübeck und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Juli 2019 9.749 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 386 (4,1 Prozent) gegenüber dem Vormonat an und ging um 231 (2,3 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert zurück. Die Arbeitslosenquote betrug 6,7 Prozent (Vorjahr 6,9 Prozent). Es meldeten sich 2.503 Personen arbeitslos, während gleichzeitig 2.128 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 774 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten.

Mittelbezirk (Geschäftsstelle Eutin und Umgebung)

Im Mittelbezirk (Geschäftsstelle Eutin und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Juli 2019 2.379 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 164 (7,4 Prozent) gegenüber dem Vormonat und um 17 (0,7 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert an. Die Arbeitslosenquote betrug 5,2 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent). Es meldeten sich 600 Personen arbeitslos, während gleichzeitig 428 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 106 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten.

Nordbezirk (Geschäftsstelle Oldenburg und Umgebung)

Im Nordbezirk (Geschäftsstelle Oldenburg und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Juli 2019 1.328 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 33 oder 2,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 20 oder 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Die Arbeitslosenquote betrug wie im Vorjahr 4,2 Prozent. Dabei meldeten sich 327 Personen arbeitslos, während gleichzeitig 292 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 94 Stellen wurden im Laufe des Monats neu zur Besetzung angeboten.

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober 2018 nahmen 2.493 Bewerber*innen die Ausbildungsvermittlung der Agentur für Arbeit Lübeck in Anspruch. Das waren 9 weniger als im letzten Jahr. 591 (-145) Jugendliche suchten Ende Juli 2019 noch eine Stelle.

Von den Betrieben wurden 3.671 Ausbildungsstellen angeboten. Das waren 60 Stellen mehr als im Vorjahr. Davon waren Ende Juli 2019 noch 1.363 (-42) offen. Rechnerisch kamen damit 2,3 noch offene Stellen auf eine/n unversorgte/n Bewerber*in. Im Vorjahr waren es 1,9 Stellen pro Bewerber*in.

Gute Chancen gibt es zum Beispiel noch in Fertigungsberufen wie Elektroniker*in oder Mechatroniker*in, in Ernährungsberufen wie Bäcker*in, Fleischer*in oder Koch/Köchin, im Hotel- und Gastgewerbe wie Hotelfachmann/-frau, Restaurantfachmann/-frau, Fachmann/-frau für Systemgastronomie oder Fachkraft im Gastgewerbe, in Dienstleistungsberufen wie Verkäufer*in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Groß- und Außenhandel oder Versicherungen, Fachkraft Kurier-, Express- und Postdienstleistungen oder Lagerlogistik, in Bauberufen wie Maurer*in, Tiefbaufacharbeiter*in, Straßenbauer*in oder Maler- und Lackierer*in und in Gesundheitsberufen wie Altenpfleger*in oder Gesundheits- und Krankenpfleger*in.

„Darüber hinaus gibt es natürlich noch viele andere interessante Berufe an die oft gar nicht gedacht wird, wie zum Beispiel Bachelor of Science – Mikrosystemtechnik, Bootsbauer*innen, Feinwerkmechaniker*innen, Handelsfachwirt*innen oder Operationstechnische Angestellte, um nur einige zu nennen. Es gibt noch viel Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt. Wer auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle ist, sollte sich unbedingt gleich in der Berufsberatung melden“, rät Kathleen Wieczorek.

Terminvereinbarung

Termine mit der Berufsberatung können telefonisch unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 oder online unter www.arbeitsagentur.de/eservices vereinbart werden.