03.01.2020 | Presseinfo Nr. 1

Niedrigster Stand der Arbeitslosigkeit in einem Dezember seit 1980

Arbeitslosigkeit seit Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe mehr als halbiert.
 
 

Im Bezirk der Arbeitsagentur Lübeck, der die Hansestadt Lübeck und den Kreis Ostholstein umfasst, ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat angestiegen und im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Trotz der saisonbedingten Entlassungen waren Ende Dezember nahezu 1.900 Arbeitnehmende weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als noch zu Jahresbeginn. Die Zahl der Arbeitslosen lag in allen Monaten unter der des Vorjahreswertes und erreichte den niedrigsten Stand der Arbeitslosigkeit in einem Dezembermonat seit 1980.

Handlungsfelder

„Der Arbeitsmarkt in Lübeck und Ostholstein befindet sich in einer guten Grundverfassung. Die positive Entwicklung wird besonders deutlich, wenn wir den Blick auf die letzten 15 Jahre werfen. Seit Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe im Jahr 2005 konnte die Arbeitslosigkeit mehr als halbiert werden. Die Jobcenter als gemeinsame Einrichtungen von Arbeitsagenturen und Kommunen leisten einen wichtigen Beitrag zum Arbeitsmarktausgleich. Doch es bleiben noch viele Handlungsfelder wie die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, die Gewinnung von Fachkräften oder die Digitalisierung. Qualifizierung bietet nicht nur den besten Schutz vor Langzeitarbeitslosigkeit, sie ist auch ausschlaggebend bei Themen wie Fachkräftesicherung und Digitalisierung. Deshalb bleibt die Weiterbildung ein Schwerpunkt unserer Arbeit in diesem Jahr“, erklärt Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck. „Gerne unterstützen wir Unternehmen bei der Fachkräfteentwicklung. Auch Beschäftigte und Arbeitslose, die sich für eine Qualifizierung interessieren, beraten wir gerne zu den Entwicklungsperspektiven“, bietet Dusch an.

Entwicklung im Agenturbezirk

Insgesamt waren in Lübeck und Ostholstein 13.654 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 545 (4,2 Prozent) mehr als im Vormonat und 492 (3,5 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. Seit Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe im Jahr 2005 konnte die Arbeitslosigkeit im Dezembermonat um 51,6 Prozent oder 14.559 Personen reduziert werden.

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte und ging um 0,2 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 6,2 Prozent zurück. Im Dezember 2005 lag die Arbeitslosenquote noch bei 13,8 Prozent.

Im Dezember 2019 wurden 746 Stellen neu zur Besetzung angeboten, 43 oder 6,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn bei 11.066 Stellen Arbeitskräfte gesucht, 646 oder 5,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Einen Rückgang gab es insbesondere bei der Arbeitnehmerüberlassung.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III (Betreuung durch die Agentur für Arbeit) lag die Zahl der Arbeitslosen bei 4.974, das sind 492 Personen (11,0 Prozent) mehr als im Vormonat und 68 (1,4 Prozent) Personen mehr als im Vorjahr.

Im Rechtskreis SGB II (Betreuung durch das Jobcenter) gab es 8.680 Arbeitslose. Das ist ein Plus von 53 (0,6 Prozent) gegenüber November 2019. Im Vergleich zum Dezember 2018 ging die Arbeitslosigkeit um 560 (6,1 Prozent) zurück. Die anteilige SGB II‑Arbeitslosenquote betrug 3,9 Prozent.

Unterbeschäftigung

Neben dem gesetzlich definierten Kreis der Arbeitslosen gibt es weitere Menschen, die ohne Beschäftigung sind. Sie werden unter dem Begriff der Unterbeschäftigung erfasst und monatlich veröffentlicht, um den Arbeitsmarkt transparent zu machen. Die Unterbeschäftigung stellt damit das gesamte Defizit an regulärer Beschäftigung dar. Hier werden neben den Arbeitslosen beispielsweise Personen in Qualifizierungsmaßnahmen oder Arbeitsgelegenheiten, Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer oder Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen ausgewiesen. Insgesamt 19.368 Personen befanden sich im Dezember 2019 in der Unterbeschäftigung. Die Zahl der Unterbeschäftigten ist in den letzten zwölf Monaten um 384 Personen oder 1,9 Prozent gesunken.

Arbeitsmarkt Regional

Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit in allen Regionen zurück und stieg im Vergleich zum Vormonat an.

Hansestadt Lübeck

In der Hansestadt Lübeck waren Ende Dezember 2019 7.981 Arbeitslose gemeldet, 57 (0,7 Prozent) mehr als vor einem Monat und 436 (5,2 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert zum Vormonat und ging um 0,4 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 6,9 Prozent zurück. Unter den kreisfreien Städten verzeichnet die Hansestadt Lübeck zusammen mit Flensburg die niedrigste Quote. Im Dezember 2005 lag die Arbeitslosenquote noch bei 16,4 Prozent.

2.252 Arbeitslose und damit 49 (2,2 Prozent) mehr als im Vormonat und 19 (0,9 Prozent) mehr als im Vorjahr waren dem Rechtskreis des SGB III (Betreuung durch die Arbeitsagentur) zuzuordnen.

Beim Jobcenter Lübeck (Rechtskreis SGB II) waren Ende Dezember 2019 5.729 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet,8 (0,1 Prozent) mehr als im November 2019 und 455 (7,4 Prozent) weniger als im Dezember 2018.

Seit Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe im Jahr 2005 konnte die Arbeitslosigkeit insgesamt um 51,9 Prozent oder 8.606 Personen reduziert werden. Bei der Arbeitsagentur liegt der Rückgang im Dezembermonat bei 43,8 Prozent beziehungsweise 1.756 Personen und beim Jobcenter Lübeck bei 54,5 Prozent oder 6.850 Personen.

Kreis Ostholstein

Im Kreis Ostholstein waren Ende Dezember 2019 5.673 Arbeitslose gemeldet, ein Saisonanstieg zum Vormonat von 488 oder 9,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren 56 (1,0 Prozent) Frauen und Männer weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Prozentpunkte zum Vormonat und ging um 0,1 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 5,4 Prozent zurück. Im Dezember 2005 lag die Arbeitslosenquote noch bei 11,5 Prozent.

2.722 Arbeitslose waren bei den Arbeitsagenturen in Ostholstein im Rechtskreis des SGB III arbeitslos gemeldet, 443 (19,4 Prozent) mehr als im November 2019 und 49 (1,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Beim Jobcenter Ostholstein (Rechtskreis SGB II) wurden 2.951 Arbeitslose betreut, das waren 45 (1,6 Prozent) mehr als im Vormonat und 105 (3,4 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Seit Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe im Jahr 2005 konnte die Arbeitslosigkeit insgesamt um 50,4 Prozent oder 5.763 Personen reduziert werden. Bei der Arbeitsagentur liegt der Rückgang im Dezembermonat bei 48,7 Prozent beziehungsweise 2.581 Personen und beim Jobcenter Ostholstein bei 51,9 Prozent oder 3.182 Personen.

Südbezirk (Geschäftsstelle Hauptagentur Lübeck und Umgebung)

Im Südbezirk (Geschäftsstelle Hauptagentur Lübeck und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Dezember 2019 9.163 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 83 (0,9 Prozent) gegenüber dem Vormonat an und ging um 341 (3,6 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert zurück. Die Arbeitslosenquote betrug 6,3 Prozent (Vorjahr 6,6 Prozent). Es meldeten sich 2.071 Personen arbeitslos, während gleichzeitig 1.979 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 533 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten.

Mittelbezirk (Geschäftsstelle Eutin und Umgebung)

Im Mittelbezirk (Geschäftsstelle Eutin und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Dezember 2019 2.460 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 119 (5,1 Prozent) gegenüber dem Vormonat an und ging um 69 (2,7 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert zurück. Die Arbeitslosenquote betrug 5,4 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent). Es meldeten sich 612 Personen arbeitslos, während gleichzeitig 488 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 97 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten.

Nordbezirk (Geschäftsstelle Oldenburg und Umgebung)

Im Nordbezirk (Geschäftsstelle Oldenburg und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Dezember 2019 2.031 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg saisonbedingt um 343 oder 20,3 Prozent gegenüber dem Vormonat an und ging um 82 oder 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Arbeitslosenquote betrug 6,5 Prozent (Vorjahr 6,8 Prozent). Dabei meldeten sich 617 Personen arbeitslos, während gleichzeitig 279 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 116 Stellen wurden im Laufe des Monats neu zur Besetzung angeboten.