09.07.2020 | Presseinfo Nr. 64

Ausbildung bringt weiter!

Ausbildungszertifikat der Arbeitsagentur würdigt die Stadtwerke Eutin GmbH. Betriebe und Jugendliche sollten jetzt bestehende Chancen nutzen.
 

Ohne Vorwarnung brachte die Corona-Pandemie die wirtschaftliche Tätigkeit weitestgehend zum Erliegen. Auch der Ausgleich auf dem Ausbildungsmarkt hat sich verlangsamt. „Trotz der unsicheren Situation sollten Unternehmen langfristig denken und weiter ausbilden. Nur so können sie sich die Fachkräfte sichern, die sie nach der Krise dringend benötigen“, wirbt Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck.

Ausbildungszertifikate der Arbeitsagentur Lübeck

Seit 2007 verleiht die Arbeitsagentur Lübeck Ausbildungszertifikate. Dieses Jahr werden Unternehmen gewürdigt, die sich seit vielen Jahren in der Ausbildung engagieren und auch während der Corona-Krise in ihrer Bereitschaft nicht nachlassen. Mit der Berufsberatung arbeiten die Betriebe vertrauensvoll und konstruktiv auch bei jungen Menschen mit Startschwierigkeiten zusammen. Bei ihnen stehen Noten nicht an erster Stelle und sie investieren viel Zeit in die Nachwuchsförderung. Langzeitpraktika oder Förderunterricht sind für diese Unternehmen keine Fremdwörter. Sie arbeiten aktiv mit dem Arbeitgeber-Service zusammen, melden frühzeitig ihre Ausbildungsstellen und geben eine Rückmeldung über den Stand des Besetzungsverfahrens.

Ausgezeichnete Unternehmen

Stellvertretend für viele engagierte Betriebe erhielten dieses Jahr folgende Unternehmen aus Industrie und Handwerk das Ausbildungszertifikat der Bundesagentur für Arbeit:

  • Richter Baustoffe GmbH & Co. KGaA (Lübeck)
  • Ulrich Senger Holding GmbH (Lübeck)
  • Stadtwerke Eutin GmbH (Eutin)
  • Specht GmbH (Fehmarn).

Stadtwerke Eutin GmbH

2001 übergab die Stadt Eutin die regionale Energieversorgung an die Stadtwerke Eutin GmbH (SWE), die im Wesentlichen die Bürger*innen Eutins und der Holsteinischen Schweiz mit Strom, Gas, Wasser, Wärme und Breitband beliefert sowie die Betriebsführung für das Schwimmbad Eutin und die Städtischen Betriebe Eutin übernimmt. Im Unternehmen sind rund 100 Mitarbeitende tätig und seit Gründung werden jedes Jahr Industriekaufleute, Anlagenmechaniker*innen für Versorgungstechnik, Elektroniker*innen für Betriebstechnik sowie Fachangestellte für Bäderbetriebe ausgebildet. Aktuell hat die SWE elf Nachwuchskräfte.

„Auch wir sind von den Corona-Einschränkungen betroffen, doch das hatte keine Auswirkungen auf das Bewerbungsverfahren. Die Ausbildungsstellen für dieses Jahr sind bereits besetzt, aber für 2021 nehmen wir gerne Bewerbungen entgegen. Generell sollten die Bewerbenden einen guten Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss oder Mittleren Schulabschluss haben. In einem zweiwöchigen Praktikum können jedoch auch junge Menschen mit schwächeren Leistungen zeigen, was in ihnen steckt, ob sie Interesse und Spaß an der Arbeit haben. Bei Bedarf werden zusätzliche Schulungen organisiert oder die Inanspruchnahme von ausbildungsbegleitenden Hilfen der Agentur für Arbeit angeregt. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung eröffnen sich zahlreiche Perspektiven. Viele unserer Gesellinnen und Gesellen haben sich weiterqualifiziert und zum Beispiel den Meisterabschluss gemacht. Sie bilden jetzt selber aus“, berichtet Geschäftsführer Marc Mißling.

Jannes Kardel, Auszubildender zum Industriekaufmann im 2. Lehrjahr ergänzt: „Vom ersten Tag an wurde ich sehr gut aufgenommen und fühlte mich als Teil des Teams. Ich lerne verschiedene Abteilungen kennen, was die Ausbildung abwechslungsreich und interessant macht. Uns wird viel Vertrauen entgegengebracht und ich darf mein jeweiliges Aufgabengebiet nach einer Einweisung selbst bearbeiten. Natürlich kann ich mich jederzeit bei Fragen an die Kollegen wenden, die immer ein offenes Ohr haben und auch individuelle Wünsche berücksichtigen. Die Stadtwerke kann ich guten Gewissens als Ausbildungsbetrieb weiterempfehlen.“

Aufruf an Unternehmen weiter auszubilden

„Herzlichen Dank an die Stadtwerke Eutin GmbH für Ihr Engagement. Unsere Auszeichnung erfolgt ebenfalls stellvertretend für die vielen ausbildungsaktiven Unternehmen in Lübeck und Ostholstein. Lassen Sie nicht in Ihrer Ausbildungsbereitschaft nach. Die demografische Entwicklung lässt sich nicht zurückdrehen. Jede Fachkraft, die jetzt nicht ausgebildet wird, fehlt in naher Zukunft am Arbeitsmarkt“, weist Dusch hin. „Wenn Ihr Betrieb zurzeit in Kurzarbeit ist, dürfen Sie dennoch Auszubildende einstellen. Sollte es notwendig sein, kann nach sechs Wochen der Zahlung des Ausbildungsgeldes sogar Kurzarbeitergeld gewährt werden. Unternehmen, die zu lange warten, entgehen möglicherweise die passenden Ausbildungsbewerbungen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Suche nach Auszubildenden. Den Arbeitgeber-Service erreichen Sie unter der regionalen Telefonnummer 0451 588-756“, bietet er an.

Unterstützung durch die Berufsberatung

Jugendlichen rät Dusch: „Zögern Sie nicht, sich für eine Ausbildung im Herbst zu bewerben. Es gibt noch viele interessante Ausbildungsstellen, wie zum Beispiel im Gesundheitswesen, Handwerk, Handel, Pflege oder verarbeitenden Gewerbe. Sogar nach den üblichen Ausbildungsterminen am 01. August oder 01. September können Sie noch einsteigen. Werden Sie jetzt aktiv. Unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater stehen telefonisch für Gespräche gerne zur Verfügung. Sie helfen Ihnen dabei herauszufinden, welche Berufe zu Ihren Stärken und Talenten passen. Sie unterstützen Sie auch bei der Suche nach Ausbildungsstellen und zeigen bei Bedarf Alternativen auf. Melden Sie sich unter der regionalen Hotline 0451 588-501.“

Daten zum Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober 2019 nahmen 2.159 Bewerber*innen die Ausbildungsvermittlung der Agentur für Arbeit Lübeck in Anspruch. Das waren 236 weniger als im letzten Jahr. 977 (+183) Jugendliche suchten aktuell noch eine Stelle.

Von den Betrieben wurden 3.291 Ausbildungsstellen angeboten. Das waren 285 Stellen weniger als im Vorjahr. Ein vergleichbares Angebot gab es zuletzt im Juni 2017. Davon sind 1.778 (+203) Stellen noch zu besetzten. Rechnerisch kamen damit 1,82 noch offene Stellen auf eine/einen unversorgten Bewerber*in. Im Vorjahr waren es 1,98 Stellen pro Bewerber*in.

Insbesondere Unternehmen in sogenannten systemrelevanten Branchen, aber auch viele andere Branchen wie das Baugewerbe, Gesundheitswesen, Handwerk, Handel, Pflege oder verarbeitende Gewerbe sind mit Blick auf die Normalisierung der Wirtschaftstätigkeit und künftige Fachkräftebedarfe weiter auf der Suche nach Auszubildenden.

Top 5 der noch zu besetzenden Stellen:

  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel (139)
  • Verkäufer*in (118)
  • Hotelfachmann/-frau (75)
  • Koch/Köchin (71)
  • Elektroniker*in- Energie-/Gebäudetechnik (69)

In der Hansestadt Lübeck nahmen 1.291 Bewerber*innen die Ausbildungsvermittlung der Agentur für Arbeit Lübeck in Anspruch. Das waren 163 weniger als im letzten Jahr. 605 (+141) Jugendliche suchten aktuell noch eine Stelle.

Von den Betrieben wurden 1.773 Ausbildungsstellen angeboten. Das waren 224 Stellen weniger als im Vorjahr. 945 (+130) Stellen sind noch zu besetzten. Rechnerisch kamen damit 1,56 noch offene Stellen auf eine/einen unversorgten Bewerber*in. Im Vorjahr waren es 1,76 Stellen pro Bewerber*in.

Top 5 der noch zu besetzenden Stellen:

  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel (65)
  • Verkäufer*in (48)
  • Elektroniker*in- Energie-/Gebäudetechnik (38)
  • Kaufmann/-frau - Büromanagement (33)
  • Handelsfachwirt*in (Ausbildung; 23)

Im Kreis Ostholstein nahmen 868 Bewerber*innen die Ausbildungsvermittlung der Agentur für Arbeit Lübeck in Anspruch. Das waren 73 weniger als im letzten Jahr. 372 (+42) Jugendliche suchten aktuell noch eine Stelle.

Von den Betrieben wurden 1.518 Ausbildungsstellen angeboten. Das waren61 Stellen weniger als im Vorjahr. 833 (+73) Stellen sind noch zu besetzten. Rechnerisch kamen damit 2,24 noch offene Stellen auf eine/einen unversorgten Bewerber*in. Im Vorjahr waren es 2,3 Stellen pro Bewerber*in.

Top 5 der noch zu besetzenden Stellen:

  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel (74)
  • Verkäufer*in (70)
  • Koch/Köchin (53)
  • Hotelfachmann/-frau (52)
  • Anlagenmechaniker*in - Sanitär-/Heiz.-Klimatechnik (34)

Hotline zur Berufsberatung:

0451 588-501