02.03.2021 | Presseinfo Nr. 15

Arbeitsmarkt in Wartestellung

Weniger Entlassungen, aber auch weniger Einstellungen. Betriebe setzen weiter auf Kurzarbeit. Jetzt beraten lassen und die Ausbildung klarmachen.
 

Im Bezirk der Arbeitsagentur Lübeck, der die Hansestadt Lübeck und den Kreis Ostholstein umfasst, waren im Februar 2021 saisonbedingt mehr Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen als im Vormonat und Corona-bedingt mehr als im Vorjahr.

„Die saisonale Belebung des Arbeitsmarktes lässt noch auf sich warten. Positiv möchte ich hervorheben, dass Personal mit Kurzarbeit weiter gehalten wird und es weniger Arbeitslosmeldungen als im Vormonat und im Vorjahr gab. Uns wurden auch schon mehr Stellen gemeldet als im Vormonat. Allerdings liegt die Zahl der Einstellungen noch weit unter den sonst üblichen Entwicklungen. Wie stark der Saisonstart im März ausfallen wird, hängt vom Infektionsgeschehen und den möglichen Lockerungen ab“, erklärt Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck.

Eine duale Ausbildung bietet viele Möglichkeiten und Zukunftsperspektiven Ein Berufsabschluss ist immer noch der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote ist bei Ungelernten mehr als fünfmal so hoch wie bei Personen mit einer Berufsausbildung.

„Ich kann verstehen, dass junge Menschen von der aktuellen Situation verunsichert sind. Aber die Nachfrage nach Fachkräften bleibt - auch in Hinblick auf die demografische Entwicklung - bestehen. Trotz Corona‑Beschränkungen suchen Unternehmen Nachwuchskräfte. Mehr als 2.700 Ausbildungsstellen sind bereits in Lübeck und Ostholstein für den Herbst im Angebot. Nehmen Sie jetzt Ihre Zukunft in die Hand. Die Berufsberatung unterstützt Sie dabei“, wirbt Dusch bei Schulabgänger*innen. „Im Rahmen der bundesweiten Woche der Ausbildung bieten wir am 17. März mit Arbeitsmarktpartnern eine Veranstaltung zum Thema Teilzeit-Ausbildung an. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.arbeitsagentur.de/vor-ort/luebeck/veranstaltungen  Wir unterstützen Erwachsene dabei, den Berufsabschluss nachzuholen und sich beruflich zu qualifizieren. Weiterbildung ist auch während der Kurzarbeit möglich. Lassen Sie sich in der Agentur für Arbeit beziehungsweise im Jobcenter zu den Möglichkeiten beraten“, empfehlt der Agenturchef.

Gespräche mit der Berufsberatung können unter der regionalen Hotline 0451 588-501 vereinbart werden.

Kurzarbeit

Nach einem Anstieg der Anfragen durch den Teil-Lockdown im November und die Einschränkungen im Dezember geht die Zahl der Anzeigen wieder zurück. Aktuell im Februar lagen 239 Anzeigen für 2.140 Beschäftigte vor. Dabei gehen einerseits erstmals Anzeigen von Betrieben ein, die bislang noch keine Kurzarbeit angezeigt hatten. Andererseits können Betriebe erneut betroffen sein: Musste seit einer ersten Anzeige im Frühjahr 2020 Kurzarbeit für mindesten drei Monate nicht umgesetzt werden, bedarf es einer erneuten Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit. Vom 01. März 2020 bis 24. Februar 2021 sind im Agenturbezirk Lübeck insgesamt 7.405 Anzeigen zur Kurzarbeit für 71.852 Beschäftigte eingegangen. Die meisten Anzeigen gingen mit 3.713 im April 2020 ein.

Rund ein Drittel der Betriebe mit mindestens einer oder einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat im Laufe des Jahres Kurzarbeit angezeigt. Wie umfangreich die angezeigte Kurzarbeit tatsächlich genutzt wird, zeigt sich erst in den Arbeitszeitabrechnungen. Dann steht fest, ob wirklich alle Beschäftigten im Unternehmen verkürzt gearbeitet haben oder nur ein Teil, weil sich zum Beispiel zwischenzeitlich Aufträge ergeben haben oder Vorsorgemaßnahmen gelockert wurden. Für die Abrechnung haben Unternehmen drei Monate Zeit. Nunmehr liegen die Agenturdaten zur Inanspruchnahme für den Monat Oktober 2020 vor. 885 Betriebe haben für 5.276 Beschäftigte tatsächlich Kurzarbeitergeld erhalten. Der Anteil dieser Kurzarbeitenden an der Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ergibt eine Kurzarbeiterquote von 3,3 Prozent. Die wirtschaftliche Erholung während der Sommermonate wird dabei sichtbar. Zum Höchststand im April 2020 lag die Quote bei 16,8 Prozent.

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk

Insgesamt waren in Lübeck und Ostholstein 16.771 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 100 oder 0,6 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Februar 2020 waren 2.084 (14,2 Prozent) mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Den stärksten Abstand zum Vorjahr gab es im Mai 2020 mit 2.942 (22,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg um 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat und um 1,0 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 7,6 Prozent an.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III (Betreuung durch die Agentur für Arbeit) lag die Zahl der Arbeitslosen bei 6.897 das sind 2 (0,0 Prozent) weniger als im Vormonat und 1.063 (18,2 Prozent) mehr als im Vorjahr. Die anteilige SGB III‑Arbeitslosenquote betrug 3,1 Prozent.

Im Rechtskreis SGB II (Betreuung durch das Jobcenter) gab es 9.874 Arbeitslose. Das ist ein Plus von 102 (1,0 Prozent) gegenüber Januar 2021. Im Vergleich zum Februar 2020 stieg die Arbeitslosigkeit um 1.021 (11,5 Prozent). Die anteilige SGB II‑Arbeitslosenquote betrug 4,5 Prozent.

Stellenangebote

Im Februar 2021 wurden 911 Stellen neu zur Besetzung angeboten, 388 oder 74,2 Prozent mehr als im Vormonat und 118 oder 11,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei 3.602 Stellen werden noch Arbeitskräfte gesucht. Das waren 647 oder 15,2 Prozent weniger als im Februar 2020. Trotz des aktuellen Lockdown gibt es weiterhin Berufsfelder wie das Gesundheitswesen, Handwerk, Handel mit Lebensmitteln oder Pflege, die Beschäftigte suchen. Mit Blick auf die Lockerung der Einschränkungen und eine anziehende Konjunktur melden auch Gastgewerbe, Friseure und Arbeitnehmerüberlassung mehr Stellen als im Vormonat.

Unterbeschäftigung

Neben dem gesetzlich definierten Kreis der Arbeitslosen gibt es weitere Menschen, die ohne Beschäftigung sind. Sie werden unter dem Begriff der Unterbeschäftigung erfasst und monatlich veröffentlicht, um den Arbeitsmarkt transparent zu machen. Die Unterbeschäftigung stellt damit das gesamte Defizit an regulärer Beschäftigung dar. Hier werden neben den Arbeitslosen beispielsweise Personen in Qualifizierungsmaßnahmen oder Arbeitsgelegenheiten, Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer oder Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen ausgewiesen. Insgesamt 21.291 Personen befanden sich im Februar 2021 in Unterbeschäftigung. Die Zahl der Unterbeschäftigten ist in den letzten zwölf Monaten um 751 Personen oder 3,7 Prozent gestiegen, was insbesondere auf den Anstieg der Arbeitslosigkeit zurückzuführen ist, während die Eintritte in Weiterbildungsmaßnahmen rückläufig sind.

Arbeitsmarkt Regional

In den Agenturen und Jobcentern zeichnet sich ein differenziertes Bild ab. Während im Jobcenter Lübeck und Ostholstein die Arbeitslosigkeit zum Vormonat und Vorjahr anstieg, konnten einige Agenturdienststellen bereits einen leichten Saisonrückgang verzeichnen.

Hansestadt Lübeck

In der Hansestadt Lübeck waren im Februar 2021 10.113 Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosigkeit stieg um 40 (0,4 Prozent) zum Vormonat an. Das waren 1.688 Personen (20,0 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Der Abstand zum Vorjahr blieb dabei knapp unter dem Höchstwert im Juni 2020 von 1.698 (20,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat und um 1,5 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 8,8 Prozent an.

3.333 Arbeitslose und damit 37 (1,1 Prozent) weniger als im Vormonat und 743 (28,7 Prozent) mehr als im Vorjahr waren dem Rechtskreis des SGB III (Betreuung durch die Arbeitsagentur) zuzuordnen.

Beim Jobcenter Lübeck (Rechtskreis SGB II) waren im Februar 2021 6.780 Arbeitnehmende arbeitslos gemeldet, das waren 77 (1,1 Prozent) mehr als im Januar 2021 und 945 (16,2 Prozent) mehr als im Februar 2020.

Die Kurzarbeit sichert zurzeit viele Jobs. Nach einem Anstieg im November und Dezember gehen die Zahlen wieder zurück. Aktuell im Februar lagen 120 Anzeigen für 1.087 Beschäftigte vor. Dabei gehen einerseits erstmals Anzeigen von Betrieben ein, die bislang noch keine Kurzarbeit angezeigt hatten. Andererseits können Betriebe erneut betroffen sein: Musste seit einer ersten Anzeige im Frühjahr 2020 Kurzarbeit für mindesten drei Monate nicht umgesetzt werden, bedarf es einer erneuten Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit. Vom 01. März 2020 bis 24. Februar 2021 sind in der Hansestadt Lübeck insgesamt 3.466 Anzeigen zur Kurzarbeit für 37.368 Beschäftigte eingegangen. Die meisten Anzeigen gingen dabei mit 1.722 im April 2020 ein. Wie umfangreich die angezeigte Kurzarbeit tatsächlich genutzt wird, zeigt sich erst in den Arbeitszeitabrechnungen, für die Betriebe drei Monate Zeit haben. Nunmehr liegen die Kreisdaten zur Inanspruchnahme für den Monat September 2020 vor. 514 Betriebe haben für 3.446 Beschäftigte tatsächlich Kurzarbeitergeld erhalten. Der Anteil dieser Kurzarbeitenden an der Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ergibt eine Kurzarbeiterquote von 3,4 Prozent. Die wirtschaftliche Erholung während der Sommermonate wird dabei sichtbar. Zum Höchststand im April 2020 lag die Quote bei 13,8 Prozent.

Kreis Ostholstein

Im Kreis Ostholstein waren im Februar 2021 6.658 Arbeitslose gemeldet, 60 oder 0,9 Prozent mehr als im Vormonat. Die Unternehmen halten ihre Fachkräfte mit Kurzarbeit, dennoch waren im Vergleich zum Februar 2020 396 Arbeitnehmende oder 6,3 Prozent mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Der Abstand zum Vorjahr war im Mai 2020 noch mehr als drei Mal so hoch (+1.358 oder 28,2 Prozent zum Mai 2019). Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat auf 6,3 Prozent (Vorjahr 5,9 Prozent).

3.564 Arbeitslose wurden bei den Arbeitsagenturen in Ostholstein im Rechtskreis des SGB III betreut, 35 (1,0 Prozent) mehr als im Januar 2021 und 320 (9,9 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Beim Jobcenter Ostholstein (Rechtskreis SGB II) waren im Februar 2021 3.094 Arbeitslose gemeldet, das waren 25 (0,8 Prozent) mehr als im Vormonat und 76 (2,5 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Die Kurzarbeit sichert zurzeit viele Jobs. Nach einem Anstieg im November und Dezember gehen die Zahlen wieder zurück. Aktuell im Februar lagen 119 Anzeigen für 1.053 Beschäftigte vor. Dabei gehen einerseits erstmals Anzeigen von Betrieben ein, die bislang noch keine Kurzarbeit angezeigt hatten. Andererseits können Betriebe erneut betroffen sein: Musste seit einer ersten Anzeige im Frühjahr 2020 Kurzarbeit für mindesten drei Monate nicht umgesetzt werden, bedarf es einer erneuten Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit. Vom 01. März 2020 bis 24. Februar 2021 sind im Kreis Ostholstein 3.939 Anzeigen zur Kurzarbeit für 34.484 Beschäftigte eingegangen. Die meisten Anzeigen gingen mit 1.991 im April 2020 ein. Wie umfangreich die angezeigte Kurzarbeit tatsächlich genutzt wird, zeigt sich erst in den Arbeitszeitabrechnungen, für die Betriebe drei Monate Zeit haben. Nunmehr liegen die Kreisdaten zur Inanspruchnahme für den Monat September 2020 vor. 408 Betriebe haben für 2.409 Beschäftigte tatsächlich Kurzarbeitergeld erhalten. Der Anteil dieser Kurzarbeitenden an der Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ergibt eine Kurzarbeiterquote von 3,9 Prozent. Die wirtschaftliche Erholung während der Sommermonate wird dabei sichtbar. Zum Höchststand im April 2020 lag die Quote bei 21,7 Prozent.

Südbezirk (Geschäftsstelle Hauptagentur Lübeck und Umgebung)

Im Südbezirk (Geschäftsstelle Hauptagentur Lübeck und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Februar 2021 11.537 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 52 (0,5 Prozent) gegenüber dem Vormonat und um 1.867 (19,3 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert an. Die Arbeitslosenquote betrug 8,0 Prozent (Vorjahr 6,7 Prozent). Es meldeten sich 1.637 Personen arbeitslos, 510 oder 23,8 Prozent weniger als im Vormonat und 617 oder 27,4 Prozent weniger als im Vorjahr. 1.585 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten, 117 oder 8,0 Prozent mehr als im Vormonat und 869 oder 35,4 Prozent weniger als im Vorjahr. 614 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten, 293 oder 91,3 Prozent mehr als im Vormonat und 76 oder 11,0 Prozent weniger als im Februar 2020.

Mittelbezirk (Geschäftsstelle Eutin und Umgebung)

Im Mittelbezirk (Geschäftsstelle Eutin und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Februar 2021 2.880 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 26 (0,9 Prozent) gegenüber dem Vormonat und um 211 (7,9 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert an. Die Arbeitslosenquote betrug 6,3 Prozent (Vorjahr 5,9 Prozent). Es meldeten sich 371 Personen arbeitslos, 193 oder 34,2 Prozent weniger als im Vormonat und 150 oder 28,8 Prozent weniger als im Vorjahr. 354 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten, 23 oder 6,1 Prozent weniger als im Vormonat und 210 oder 37,2 Prozent weniger als im Vorjahr. 139 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten, 27 oder 24,1 Prozent mehr als im Vormonat und 5 oder 3,5 Prozent weniger als im Februar 2020.

Nordbezirk (Geschäftsstelle Oldenburg und Umgebung)

Im Nordbezirk (Geschäftsstelle Oldenburg und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Februar 2021 2.354 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 22 oder 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 6 oder 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Die Arbeitslosenquote betrug 7,4 Prozent (Vorjahr 7,5 Prozent). Es meldeten sich 325 Personen arbeitslos, 220 oder 40,4 Prozent weniger als im Vormonat und 111 oder 25,5 Prozent weniger als im Vorjahr. 293 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten, 56 oder 23,6 Prozent mehr als im Vormonat und 136 oder 31,7 Prozent weniger als im Vorjahr. 158 Stellen wurden im Laufe des Monats neu zur Besetzung angeboten, 68 oder 75,6 Prozent mehr als im Vormonat und 37 oder 19,0 Prozent weniger als im Februar 2020.