29.10.2020 | Presseinfo Nr. 89

Herbstbelebung setzt sich im Oktober fort

Die Arbeitslosenzahl sink im Oktober saisonuntypisch und der Abstand zum Vorjahr verringert sich kontinuierlich. Kurzarbeit sichert weiterhin viele Arbeitsplätze.

Im Bezirk der Arbeitsagentur Lübeck, der die Hansestadt Lübeck und den Kreis Ostholstein umfasst, waren im Oktober 2020 weniger Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen als im Vormonat und mehr als im Vorjahr.

„Der Abstand der Arbeitslosigkeit zum Vorjahr verringert sich weiter und der Rückgang zum Vormonat fällt stärker aus als dieses üblicherweise im Oktober der Fall wäre. Insbesondere Ostholstein profitiert von einem eher saisonuntypischen Rückgang. Normalerweise gibt es hier im Oktober bereits einen Anstieg. Erfahrungsgemäß wird die Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten zunehmen. Inwieweit sich die in den letzten Wochen stark gestiegenen Infektionszahlen und die Entscheidungen der Bundesregierung sowie der Ministerpräsidenten zur Eindämmung der Pandemie in den nächsten Monaten auf den Arbeitsmarkt auswirken werden, kann nicht abgeschätzt werden“, erklärt Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck. „Nutzen Sie die geschäftsärmeren Wintermonate oder die Zeit der Kurzarbeit dafür, Ihr Personal zu qualifizieren. Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften wird aus demografischen Gründen weiter steigen, auch wenn die aktuelle Situation das zurzeit vielleicht anders aussehen lässt. Es gibt viele interessante Bildungsangebote - von der Teilqualifizierung bis zum Berufsabschluss. Teilweise werden sie mit mehr digitalen Anteilen durchgeführt. Gerne beraten wir Unternehmen, Beschäftigte und Arbeitslose zu den Möglichkeiten“, bietet Dusch an.

Kurzarbeit

Die Kurzarbeit bewährt sich in der Krise und hilft dabei Arbeitsplätze zu erhalten sowie Fachkräfte zu sichern. Unternehmen können flexibel und schnell den Betrieb wiederaufnehmen ohne aufwendig nach neuem Fachpersonal suchen zu müssen.

Vom 01. März bis 25. Oktober sind im Agenturbezirk Lübeck 5.052 Anzeigen zur Kurzarbeit für 52.426 Beschäftigte eingegangen. Damit greifen 42,8 Prozent der Betriebe, die mindestens eine oder einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben, auf dieses Instrument zurück. Die meisten Anzeigen gingen im April ein. Danach sank die Zahl stark. Im Oktober sind 31 Betriebe mit 257 Beschäftigten hinzugekommen.

Wie umfangreich die angezeigte Kurzarbeit tatsächlich genutzt wird, zeigt sich erst in den Arbeitszeitabrechnungen. Dann steht fest, ob wirklich alle Beschäftigten im Unternehmen verkürzt gearbeitet haben oder nur ein Teil, weil sich zum Beispiel zwischenzeitlich Aufträge ergeben haben oder Vorsorgemaßnahmen gelockert wurden. Für die Abrechnung haben Unternehmen drei Monate Zeit. „Nunmehr liegen die Agenturdaten zur Inanspruchnahme für den Monat Juni vor. 1.873 Betriebe haben für 13.852 Beschäftigte tatsächlich Kurzarbeitergeld erhalten“, ergänzt der Agenturchef.

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk

Insgesamt waren in Lübeck und Ostholstein 14.604 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 309 (2,1 Prozent) weniger als im Vormonat und 1.927 (15,2 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. Im Mai betrug der Abstand noch 2.942 (22,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen ging um 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat zurück und stieg um 0,9 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 6,6 Prozent an.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III (Betreuung durch die Agentur für Arbeit) lag die Zahl der Arbeitslosen bei 5.313, das sind 97 (1,8 Prozent) weniger als im Vormonat und 1.308 (32,7 Prozent) mehr als im Vorjahr. Die anteilige SGB III‑Arbeitslosenquote betrug 2,4 Prozent.

Im Rechtskreis SGB II (Betreuung durch das Jobcenter) gab es 9.291 Arbeitslose. Das ist ein Minus von 212 (2,2 Prozent) gegenüber September 2020. Im Vergleich zum Oktober 2019 stieg die Arbeitslosigkeit um 619 (7,1 Prozent). Die anteilige SGB II‑Arbeitslosenquote betrug 4,2 Prozent.

Arbeitslosmeldung

Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter sind weiter online unter www.arbeitsagentur.de oder www.jobcenter.digital sowie telefonisch erreichbar. Dringend erforderliche, persönliche Gespräche finden nur nach Terminabsprache in speziell ausgestatteten Servicebereichen an den Standorten statt.

Die persönliche Arbeitslosmeldung ist weiter ausgesetzt und kann telefonisch oder online erfolgen. Diese ursprünglich bis Ende September befristete Möglichkeit wurde bis zum Jahresende verlängert. Die Identitätsprüfung muss allerdings nachgeholt werden. Dazu bietet die Arbeitsagentur eine datenschutzkonforme Online-Prüfung (Selfie-Ident-Verfahren) der Personalien per Handy oder Tablet über die App des Partnerunternehmens Nect GmbH an (www.arbeitsagentur.de/selfie-ident). Wer die Möglichkeit nutzt, muss nicht noch einmal persönlich zur Vorlage seiner Ausweispapiere erscheinen.

„Es ermöglicht unseren Kundinnen und Kunden, rund um die Uhr und ganz bequem von zu Hause aus die notwendige Identifizierung vorzunehmen. Das spart Zeit und Wege. Wer das Online-Verfahren nicht nutzt, wird zu einem persönlichen Termin eingeladen. Bitte sprechen Sie nicht ohne Einladung vor und halten Sie Ihren Termin ein. Bitte bringen Sie zu den Einladungen eine Mund-Nasen-Bedeckung mit“, empfiehlt der Agenturchef.

Stellenangebote

Im Oktober 2020 wurden 739 Stellen neu zur Besetzung angeboten, 96 oder 11,5 Prozent weniger als im Vormonat und 131 oder 15,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Obwohl in den Sommermonaten die Personalnachfrage spürbar anzog, wird der Bestand des Vorjahres nicht mehr erreicht. Bei 3.799 Stellen werden noch Arbeitskräfte gesucht. Das waren 357 oder 8,6 Prozent weniger als im Oktober 2019. Einstiegschancen für Arbeitsuchende bieten sich im Handel, Gesundheits- und Sozialwesen, Gastgewerbe, verarbeitenden Gewerbe, Baugewerbe oder der Arbeitnehmerüberlassung.

Unterbeschäftigung

Neben dem gesetzlich definierten Kreis der Arbeitslosen gibt es weitere Menschen, die ohne Beschäftigung sind. Sie werden unter dem Begriff der Unterbeschäftigung erfasst und monatlich veröffentlicht, um den Arbeitsmarkt transparent zu machen. Die Unterbeschäftigung stellt damit das gesamte Defizit an regulärer Beschäftigung dar. Hier werden neben den Arbeitslosen beispielsweise Personen in Qualifizierungsmaßnahmen oder Arbeitsgelegenheiten, Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer oder Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen ausgewiesen. Insgesamt 19.274 Personen befanden sich im Oktober 2020 in Unterbeschäftigung. Die Zahl der Unterbeschäftigten ist in den letzten zwölf Monaten um 1.042 Personen oder 5,7 Prozent gestiegen.

Arbeitsmarkt Regional

Im Vergleich zum Vormonat ging die Arbeitslosigkeit in allen Regionen des Agenturbezirkes zurück und stieg im Vergleich zum Vorjahr an.

Hansestadt Lübeck

In der Hansestadt Lübeck waren im Oktober 2020 9.418 Arbeitslose gemeldet, 174 (1,8 Prozent) weniger als vor einem Monat und 1.350 (16,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Der Abstand zum Vorjahr verringert sich kontinuierlich. Im Juni betrug der Abstand noch 1.698 (20,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat zurück und stieg um 1,2 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 8,2 Prozent an. Unter den kreisfreien Städten verzeichnet die Hansestadt die niedrigste Quote.

3.072 Arbeitslose und damit 63 (2,0 Prozent) weniger als im Vormonat und 815 (36,1 Prozent) mehr als im Vorjahr waren dem Rechtskreis des SGB III (Betreuung durch die Arbeitsagentur) zuzuordnen.

Beim Jobcenter Lübeck (Rechtskreis SGB II) waren Ende Oktober 2020 6.346 Arbeitnehmende arbeitslos gemeldet, das waren 111 (1,7 Prozent) weniger als im September 2020 und 535 (9,2 Prozent) mehr als im Oktober 2019.

Die Kurzarbeit sichert zurzeit viele Jobs. Vom 01. März bis 25. Oktober sind in der Hansestadt Lübeck 2.405 Anzeigen zur Kurzarbeit für 28.007 Beschäftigte eingegangen. Damit greifen 43,9 Prozent der Betriebe, die mindestens eine oder einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben, auf dieses Instrument zurück. Nunmehr liegen die Kreisdaten zur Inanspruchnahme für den Monat Mai vor. 1.437 Betriebe haben für 12.748 Beschäftigte tatsächlich Kurzarbeitergeld erhalten.

Kreis Ostholstein

Im Kreis Ostholstein waren im Oktober 2020 5.188 Arbeitslose gemeldet, ein Rückgang von 135 oder 2,5 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr waren 577 Arbeitnehmende oder 12,5 Prozent mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Der Abstand zum Vorjahr verringert sich kontinuierlich und war im Mai noch mehr als doppelt so hoch (+1.358 oder 28,2 Prozent zum Mai 2019). Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat auf 4,9 Prozent zurück (Vorjahr 4,3 Prozent).

2.241 Arbeitslose wurden bei den Arbeitsagenturen in Ostholstein im Rechtskreis des SGB III betreut, 34 (1,5 Prozent) weniger als im September 2020 und 493 (28,2 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Beim Jobcenter Ostholstein (Rechtskreis SGB II) waren 2.945 Arbeitslose gemeldet, das waren 101 (3,3 Prozent) weniger als im Vormonat und 84 (2,9 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Die Kurzarbeit sichert zurzeit viele Jobs. Vom 01. März bis 25. Oktober sind im Kreis Ostholstein 2.647 Anzeigen zur Kurzarbeit für 24.419 Beschäftigte eingegangen. Damit greifen 41,9 Prozent der Betriebe, die mindestens eine oder einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben, auf dieses Instrument zurück. Nunmehr liegen die Kreisdaten zur Inanspruchnahme für den Monat Mai vor. 1.639 Betriebe haben für 11.863 Beschäftigte tatsächlich Kurzarbeitergeld erhalten.

Südbezirk (Geschäftsstelle Hauptagentur Lübeck und Umgebung)

Im Südbezirk (Geschäftsstelle Hauptagentur Lübeck und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Oktober 2020 10.728 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl ging um 223 (2,0 Prozent) gegenüber dem Vormonat zurück und stieg um 1.543 (16,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert an. Die Arbeitslosenquote betrug 7,4 Prozent (Vorjahr 6,4 Prozent). Es meldeten sich 1.905 Personen arbeitslos, 22 oder 1,1 Prozent weniger als im Vormonat und 422 oder 18,1 Prozent weniger als im Vorjahr. 2.143 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten, 154 oder 6,7 Prozent weniger als im Vormonat und 312 oder 12,7 Prozent weniger als im Vorjahr. 544 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten, 15 oder 2,8 Prozent mehr als im Vormonat und 141 oder 20,6 Prozent weniger als im Oktober 2019.

Mittelbezirk (Geschäftsstelle Eutin und Umgebung)

Im Mittelbezirk (Geschäftsstelle Eutin und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Oktober 2020 2.406 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl ging um 80 (3,2 Prozent) gegenüber dem Vormonat zurück und stieg um 236 (10,9 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert an. Die Arbeitslosenquote betrug 5,3 Prozent (Vorjahr 4,8 Prozent). Es meldeten sich 381 Personen arbeitslos, 57 oder 13,0 Prozent weniger als im Vormonat und 155 oder 28,9 Prozent weniger als im Vorjahr. 452 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten, 154 oder 25,4 Prozent mehr als im Vormonat und 64 oder 12,4 Prozent weniger als im Vorjahr. 108 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten, 43 oder 28,5 Prozent weniger als im Vormonat und 10 oder 8,5 Prozent weniger als im Oktober 2019.

Nordbezirk (Geschäftsstelle Oldenburg und Umgebung)

Im Nordbezirk (Geschäftsstelle Oldenburg und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Oktober 2020 1.470 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl ging um 6 oder 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück und stieg um 148 oder 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Die Arbeitslosenquote betrug 4,6 Prozent (Vorjahr 4,2 Prozent). Es meldeten sich 296 Personen arbeitslos, 27 oder 10,0 Prozent mehr als im Vormonat und 68 oder 18,7 Prozent weniger als im Vorjahr. 308 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten, 44 oder 12,5 Prozent weniger als im Vormonat und 7 oder 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. 87 Stellen wurden im Laufe des Monats neu zur Besetzung angeboten, 68 oder 43,9 Prozent weniger als im Vormonat und 20 oder 29,9 Prozent mehr als im Oktober 2019.