29.01.2021 | Presseinfo Nr. 8

Arbeitsmarkt stabilisiert sich auf hohem Niveau

Moderater Saisonanstieg. Betriebe halten Personal mit Kurzarbeit. Ausbildung nicht aus dem Blick verlieren.
 

Im Bezirk der Arbeitsagentur Lübeck, der die Hansestadt Lübeck und den Kreis Ostholstein umfasst, waren im Januar 2021 saisonbedingt mehr Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen als im Vormonat und Corona-bedingt mehr als im Vorjahr.

„Die übliche Winterpause in Außenberufen sowie der Kündigungstermin zum Quartalsende ließen die Arbeitslosigkeit zum Vormonat ansteigen. Der Saisonanstieg fiel jedoch geringer als in den Vorjahren aus, weil Unternehmen ihr Personal mit Kurzarbeit halten. Der Arbeitsmarkt hat sich auf dem Niveau von 2018 stabilisiert. Wenn die Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Pandemie greifen und der Lockdown gelockert werden kann, können die Unternehmen mit ihrem eingearbeiteten Personal gleich durchstarten. Dann erwarte ich auch wieder eine steigende Nachfrage nach Arbeitskräften, die zurzeit verhalten ausfällt. Wir sind für den Saisonstart gerüstet und unterstützen die Betriebe bei der Personalgewinnung“, erklärt Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck.

„Die Halbjahreszeugnisse möchte ich zum Anlass nehmen und junge Leute ermuntern, sich um ihre Bewerbungen zu kümmern. Trotz Corona-Beschränkungen gibt es viele Branchen, wie zum Beispiel das Handwerk, die weiter ausbilden. Insbesondere Unternehmen in sogenannten systemrelevanten Branchen wie Lebensmittelhandel, Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion oder Gesundheitswesen brauchen dringend neue Fachkräfte. Mehr als 2.000 Ausbildungsstellen sind bereits in Lübeck und Ostholstein für den Herbst im Angebot. Wer noch nicht weiß, was er machen möchte, findet zusammen mit der Berufsberatung interessante Möglichkeiten. Die Profis helfen bei allen Fragen rund um das Thema Ausbildung und Studium und beraten auch telefonisch oder per Videochat“, bietet Dusch an und richtet die Bitte an Unternehmen, in der Ausbildungsbereitschaft nicht nachzulassen: „Nach der Krise werden Fachkräfte dringend gebraucht. Eine Entscheidungshilfe kann das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ sein. Gerne beraten wir Sie zu den Möglichkeiten.“

Kurzarbeit

Nach einem Anstieg der Anfragen durch den Teil-Lockdown im November und die Einschränkungen im Dezember geht die Zahl der Anzeigen wieder zurück.

Vom 01. März 2020 bis 25. Januar 2021 sind im Agenturbezirk Lübeck 7.058 Anzeigen zur Kurzarbeit für 68.428 Beschäftigte eingegangen. Die meisten Anzeigen gingen mit 3.713 im April 2020 ein. Aktuell im Januar lagen 441 Anzeigen für 2.568 Beschäftigte vor.

Wie umfangreich die angezeigte Kurzarbeit tatsächlich genutzt wird, zeigt sich erst in den Arbeitszeitabrechnungen. Dann steht fest, ob wirklich alle Beschäftigten im Unternehmen verkürzt gearbeitet haben oder nur ein Teil, weil sich zum Beispiel zwischenzeitlich Aufträge ergeben haben oder Vorsorgemaßnahmen gelockert wurden. Für die Abrechnung haben Unternehmen drei Monate Zeit. Nunmehr liegen die Agenturdaten zur Inanspruchnahme für den Monat September vor. 917 Betriebe haben für 5.791 Beschäftigte tatsächlich Kurzarbeitergeld erhalten. Der Anteil dieser Kurzarbeitenden an der Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ergibt eine Kurzarbeiterquote von 3,6 Prozent.

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk

Insgesamt waren in Lübeck und Ostholstein 16.671 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Mit 7,7 Prozent (1.192 Personen) fiel der Anstieg zum Vormonat etwas geringer aus als in den letzten Jahren. Im Vergleich zum Januar 2020 waren 1.761 (11,8 Prozent) mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Den stärksten Abstand zum Vorjahr gab es im Mai mit 2.942 (22,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg um 0,5 Prozentpunkte zum Vormonat und um 0,8 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 7,5 Prozent an.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III (Betreuung durch die Agentur für Arbeit) lag die Zahl der Arbeitslosen bei 6.899, das sind 756 (12,3 Prozent) mehr als im Vormonat und 1.024 (17,4 Prozent) mehr als im Vorjahr. Die anteilige SGB III‑Arbeitslosenquote betrug 3,1 Prozent.

Im Rechtskreis SGB II (Betreuung durch das Jobcenter) gab es 9.772 Arbeitslose. Das ist ein Plus von 436 (4,7 Prozent) gegenüber Dezember 2020. Im Vergleich zum Januar 2020 stieg die Arbeitslosigkeit um 737 (8,2 Prozent). Die anteilige SGB II‑Arbeitslosenquote betrug 4,4 Prozent.

Stellenangebote

Im Januar 2021 wurden 523 Stellen neu zur Besetzung angeboten, 165 oder 24,0 Prozent weniger als im Vormonat und 274 oder 34,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei 3.402 Stellen werden noch Arbeitskräfte gesucht. Das waren 580 oder 14,6 Prozent weniger als im Januar 2020. Trotz des strikteren Lockdown gibt es weiterhin Berufsfelder wie das Gesundheitswesen, Handwerk, Handel mit Lebensmitteln oder Pflege, die Beschäftigte suchen.

Unterbeschäftigung

Neben dem gesetzlich definierten Kreis der Arbeitslosen gibt es weitere Menschen, die ohne Beschäftigung sind. Sie werden unter dem Begriff der Unterbeschäftigung erfasst und monatlich veröffentlicht, um den Arbeitsmarkt transparent zu machen. Die Unterbeschäftigung stellt damit das gesamte Defizit an regulärer Beschäftigung dar. Hier werden neben den Arbeitslosen beispielsweise Personen in Qualifizierungsmaßnahmen oder Arbeitsgelegenheiten, Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer oder Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen ausgewiesen. Insgesamt 21.279 Personen befanden sich im Januar 2021 in Unterbeschäftigung. Die Zahl der Unterbeschäftigten ist in den letzten zwölf Monaten um 859 Personen oder 4,2 Prozent gestiegen, was insbesondere auf den Anstieg der Arbeitslosigkeit zurückzuführen ist, während die Eintritte in Weiterbildungsmaßnahmen rückläufig sind.

Arbeitsmarkt Regional

Im Vergleich zum Vormonat stieg die Arbeitslosigkeit in allen Regionen des Agenturbezirkes an. Im Vergleich zum Vorjahr gab es lediglich im Nordbezirk Oldenburg einen leichten Rückgang.

Hansestadt Lübeck

In der Hansestadt Lübeck waren im Januar 2021 10.073 Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosigkeit stieg um 588 (6,2 Prozent) an. Das waren 1.468 Personen (17,1 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Der Abstand zum Vorjahr blieb dabei unter dem Höchstwert im Juni von 1.698 (20,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Prozentpunkte zum Vormonat und um 1,3 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 8,7 Prozent an. Unter den kreisfreien Städten verzeichnet die Hansestadt zusammen mit Kiel die niedrigste Quote.

3.370 Arbeitslose und damit 272 (8,8 Prozent) mehr als im Vormonat und 760 (29,1 Prozent) mehr als im Vorjahr waren dem Rechtskreis des SGB III (Betreuung durch die Arbeitsagentur) zuzuordnen.

Beim Jobcenter Lübeck (Rechtskreis SGB II) waren im Januar 2021 6.703 Arbeitnehmende arbeitslos gemeldet, das waren 316 (4,9 Prozent) mehr als im Dezember 2020 und 708 (11,8 Prozent) mehr als im Januar 2020.

Die Kurzarbeit sichert zurzeit viele Jobs. Vom 01. März 2020 bis 25. Januar 2021 sind in der Hansestadt Lübeck 3.298 Anzeigen zur Kurzarbeit für 35.602 Beschäftigte eingegangen. Die meisten Anzeigen gingen mit 1.722 im April ein. Aktuell im Januar lagen 216 Anzeigen für 1.353 Beschäftigte vor. Wie umfangreich die angezeigte Kurzarbeit tatsächlich genutzt wird, zeigt sich erst in den Arbeitszeitabrechnungen, für die Betriebe drei Monate Zeit haben. Nunmehr liegen die Kreisdaten zur Inanspruchnahme für den Monat August vor. 607 Betriebe haben für 4.235 Beschäftigte tatsächlich Kurzarbeitergeld erhalten. Der Anteil dieser Kurzarbeitenden an der Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ergibt eine Kurzarbeiterquote von 4,2 Prozent.

Kreis Ostholstein

Im Kreis Ostholstein waren im Januar 2021 6.598 Arbeitslose gemeldet. Der saisonbedingte Anstieg fiel mit 604 oder 10,1 Prozent geringer aus als in den Vorjahren. Die Unternehmen halten ihre Fachkräfte mit Kurzarbeit, dennoch waren im Vergleich zum Januar 2020 293 Arbeitnehmende oder 4,6 Prozent mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Der Abstand zum Vorjahr verringerte sich jedoch weiter und war im Mai noch mehr als vier Mal so hoch (+1.358 oder 28,2 Prozent zum Mai 2019). Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Prozentpunkte zum Vormonat auf 6,2 Prozent zurück (Vorjahr 6,0 Prozent).

3.529 Arbeitslose wurden bei den Arbeitsagenturen in Ostholstein im Rechtskreis des SGB III betreut, 484 (15,9 Prozent) mehr als im Dezember 2020 und 264 (8,1 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Beim Jobcenter Ostholstein (Rechtskreis SGB II) waren im Januar 2021 3.069 Arbeitslose gemeldet, das waren 120 (4,1 Prozent) mehr als im Vormonat und 29 (1,0 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Die Kurzarbeit sichert zurzeit viele Jobs. Vom 01. März 2020 bis 25. Januar 2021 sind im Kreis Ostholstein 3.760 Anzeigen zur Kurzarbeit für 32.826 Beschäftigte eingegangen. Die meisten Anzeigen gingen mit 1.991 im April ein. Aktuell im Januar lagen 225 Anzeigen für 1.215 Beschäftigte vor. Wie umfangreich die angezeigte Kurzarbeit tatsächlich genutzt wird, zeigt sich erst in den Arbeitszeitabrechnungen, für die Betriebe drei Monate Zeit haben. Nunmehr liegen die Kreisdaten zur Inanspruchnahme für den Monat August vor. 482 Betriebe haben für 2.414 Beschäftigte tatsächlich Kurzarbeitergeld erhalten. Der Anteil dieser Kurzarbeitenden an der Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ergibt eine Kurzarbeiterquote von 3,9 Prozent.

Südbezirk (Geschäftsstelle Hauptagentur Lübeck und Umgebung)

Im Südbezirk (Geschäftsstelle Hauptagentur Lübeck und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Januar 2021 11.485 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 702 (6,5 Prozent) gegenüber dem Vormonat und um 1.622 (16,4 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert an. Die Arbeitslosenquote betrug 8,0 Prozent (Vorjahr 6,8 Prozent). Es meldeten sich 2.147 Personen arbeitslos, 338 oder 18,7 Prozent mehr als im Vormonat und 377 oder 14,9 Prozent weniger als im Vorjahr. 1.468 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten, 235 oder 13,8 Prozent weniger als im Vormonat und 367 oder 20,0 Prozent weniger als im Vorjahr. 321 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten, 159 oder 33,1 Prozent weniger als im Vormonat und 211 oder 39,7 Prozent weniger als im Januar 2020.

Mittelbezirk (Geschäftsstelle Eutin und Umgebung)

Im Mittelbezirk (Geschäftsstelle Eutin und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Januar 2021 2.854 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 184 (6,9 Prozent) gegenüber dem Vormonat und um 153 (5,7 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert an. Die Arbeitslosenquote betrug 6,3 Prozent (Vorjahr 5,9 Prozent). Es meldeten sich 564 Personen arbeitslos, 43 oder 8,3 Prozent mehr als im Vormonat und 117 oder 17,2 Prozent weniger als im Vorjahr. 377 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten, 28 oder 6,9 Prozent weniger als im Vormonat und 68 oder 15,3 Prozent weniger als im Vorjahr. 112 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten, 11 oder 10,9 Prozent mehr als im Vormonat und 42 oder 27,3 Prozent weniger als im Januar 2020.

Nordbezirk (Geschäftsstelle Oldenburg und Umgebung)

Im Nordbezirk (Geschäftsstelle Oldenburg und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Januar 2021 2.332 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 306 oder 15,1 Prozent gegenüber dem Vormonat an und ging um 14 oder 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Arbeitslosenquote betrug 7,4 Prozent (Vorjahr 7,5 Prozent). Es meldeten sich 545 Personen arbeitslos, 21 oder 4,0 Prozent mehr als im Vormonat und 101 oder 15,6 Prozent weniger als im Vorjahr. 237 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten, 5 oder 2,1 Prozent weniger als im Vormonat und 87 oder 26,9 Prozent weniger als im Vorjahr. 90 Stellen wurden im Laufe des Monats neu zur Besetzung angeboten, 17 oder 15,9 Prozent weniger als im Vormonat und 21 oder 18,9 Prozent weniger als im Januar 2020.