09.01.2019 | Presseinfo Nr. 3

Teilhabechancengesetz eröffnet Menschen und Unternehmen neue Möglichkeiten

Die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen in der Landeshauptstadt und den Landkreisen Börde und Jerichower Land ist in den letzten Jahren erheblich gesunken. Der Rückgang umfasst auch die Langzeitarbeitslosigkeit, jedoch in deutlich geringerem Umfang.
In 2018 waren im Agenturbezirk Magdeburg durchschnittlich 19.300 Menschen arbeitslos. Etwa 6.500 von ihnen waren von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen.

„Die Herausforderungen am Arbeitsmarkt in der Region Magdeburg haben sich verändert. Der Bedarf an Arbeitskräften steigt kontinuierlich an. Dennoch profitieren noch nicht alle Personen im gleichen Umfang von dieser Nachfrage", erklärt Matthias Kaschte, Chef der Magdeburger Arbeitsagentur.

„Deshalb lohnt es sich in besonderem Maße, für die Menschen und für die Betriebe, vorhandene Potentiale zu heben und bei der Personalsuche auch Bewerberinnen und Bewerber in Betracht ziehen, die eventuell eine intensivere Einarbeitung benötigen, da ihre letzte berufliche Tätigkeit schon länger zurückliegt. Die Agentur für Arbeit Magdeburg und die Jobcenter unterstützen dabei durch intensivere Beratung und individuell passende Fördermöglichkeiten", führt er weiter aus.

Caritas Alten-und Pflegeheim Kardinal-Jaeger-Haus zeigt wie die dauerhafte Integration langzeitarbeitsloser Menschen gelingen kann

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unser größtes Potential", berichtet Andreas Kretschmer, Einrichtungsleiter des Caritas Alten-und Pflegeheim Kardinal-Jaeger-Haus bei einem Besuch der Einrichtung in Oschersleben.

„Wir geben deshalb auch langzeitarbeitslosen Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance, wenn Sie uns durch ihr Engagement überzeugen", ergänzt er.

Die Caritas-Trägergesellschaft St. Mauritius möchte ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer langfristig beschäftigen, dafür bietet sie allen Beschäftigten verschiedene Anreize.

So erhalten diese zum Beispiel Gutscheine zu besonderen familiären Ereignissen oder es wird bei der Erstellung von Dienstplänen auf persönliche oder familiäre Verpflichtungen eingegangen.

Diese Investitionen zahlen sich aus, denn trotz angespannter Personalsituation im Pflegebereich, konnte Herr Kretschmer bisher alle Arbeitsstellen in seiner Einrichtung erfolgreich besetzen.

Neue Förderinstrumente seit dem 01.01.2019

Um langzeitarbeitslose Menschen gezielter zu unterstützen, gibt es seit Jahresbeginn durch das Teilhabechancengesetz zwei neue Fördermöglichkeiten. Die Jobcenter übernehmen je nach Dauer der bisherigen Arbeitslosigkeit zwischen 75 und 100 Prozent der Lohnkosten.

Zusätzlich werden die Menschen beschäftigungsbegleitend betreut und unterstützt und auch Weiterbildungskosten können übernommen werden.

„Die Gründe für die lange Dauer der Arbeitslosigkeit sind sehr individuell. Der Umfang der Förderung und berufsbegleitenden Betreuung richtet sich deshalb nach den individuellen Erfordernissen der geförderten Person und den Anforderungen im Unternehmen", sagt Marco Gravert, Geschäftsführer des Jobcenters Börde. „Das Ziel ist es, diesen Menschen wieder eine aktive Beteiligung am Arbeitsmarkt zu ermöglichen", so Gravert weiter.

Kostenfreie Beratung für Unternehmen durch den gemeinsamen Arbeitgeber-Service

Die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der gemeinsamen Arbeitgeber-Services von Arbeitsagentur und Jobcenter informieren interessierte Unternehmen zu allen Fragen der Personalrekrutierung und den neuen Fördermöglichkeiten bei Einstellung einer langzeitarbeitslosen Person.

Sie stehen für Fragen telefonisch unter 0800 4 5555 20 oder per E-Mail (magdeburg.arbeitgeber@arbeitsagentur.de) zur Verfügung.