17.06.2019 | Presseinfo Nr. 30

Engpässe auf dem Arbeitsmarkt – Arbeitgeber reagieren; Jugendlichen bieten sich beste Chancen

Der über viele Jahre andauernde Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ist auf einem neuen Höhepunkt angekommen. Aktuell sind in Magdeburg, der Börde und dem Jerichower Land insgesamt über 200.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Volle Auftragsbücher, steigende Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen und nicht zuletzt älter werdende Belegschaften führen jedoch dazu, dass die Arbeits- und Fachkräftesicherung in den Unternehmen der Region allgegenwärtig ist. Diese wird jedoch zunehmend zur Herausforderung. Der hohe Bestand von derzeit 6.862 gemeldeter Arbeitsstellen (davon 4.331 in der Landeshauptstadt, 1.722 im Landkreis Börde und 809 im Jerichower Land) macht dies deutlich.

Fachkräftelücke wirkt sich auf Wirtschaftswachstum aus

„Unternehmen benötigten in erster Linie beruflich gut qualifizierte Beschäftigte", erklärt Mathias Kaschte, Chef der Magdeburger Arbeitsagentur, und ergänzt: „Im Idealfall finden geeignete Bewerber und Unternehmen zügig zusammen. Das ist heute jedoch schwieriger als vor einigen Jahren."

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Insbesondere der demografische Wandel und der Rückgang der Arbeitslosigkeit führen dazu, dass es für Unternehmen immer schwerer wird, ihre offenen Stellen zeitnah zu besetzen. „Es besteht ein branchenübergreifender Arbeitskräftemangel, in einigen Bereichen wie zum Beispiel Gesundheits- und Pflegeberufen oder Mechatronik-, Energie- und Elektroberufen ist ein Engpass an Fachkräften bereits spürbar", so Kaschte.

Diese Engpässe können zu erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen für die Region und deren Wirtschaftswachstum führen. Unternehmen, die keine Arbeitskräfte finden, müssen eventuell Aufträge verschieben oder sogar ablehnen, weil die dafür benötigten Fachkräfte fehlen.

Engpässe verschärfen sich laut Prognosen

Die derzeitigen Herausforderungen des Arbeitsmarktes werden sich laut Prognosemodell des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) noch verschärfen. Bis 2030 wird sich die Fachkräftelücke nochmals spürbar erhöhen. Hier spielt insbesondere das Ausscheiden der „Baby-Bommer" aus dem Erwerbsleben eine erhebliche Rolle. „Gemeinsam mit der Wirtschaft, regionalen Partnern und den Schulen werden wir wirksame Maßnahmen ergreifen, um dem Fachkräftebedarf zu begegnen", ist Kaschte überzeugt.

Arbeitgeber machen auf sich aufmerksam

„Unternehmen passen sich den veränderten Herausforderungen des Arbeitsmarktes zunehmend an. Sie nutzen verschiedenste Strategien und analoge sowie digitale Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen", berichtet Matthias Kaschte von seinen Erfahrungen aus regionalen Unternehmen.

„Erfolgsversprechende Möglichkeiten gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeit zu finden sind beispielsweise angemessene Vergütung, flexible Arbeitszeitmodelle oder betriebliches Gesundheitsmanagement", erklärt der Chef der Arbeitsagentur.

Wichtig ist, dass das Konzept der Personalrekrutierung zum Unternehmen und den potentiellen Bewerbern passt. Bei dessen Entwicklung unterstützt der gemeinsame Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Magdeburg und der Jobcenter bei Bedarf.

Gute Chancen durch Ausbildung – Arbeitsagentur hilft

Der Weg ins Berufsleben beginnt mit der Ausbildung. Sie ist für viele Jugendliche und junge Menschen der Beginn der beruflichen Kariere. Deutschland kann dabei auf ein erfolgreiches und fast einzigartiges System vertrauen – die Duale Ausbildung in Berufsschule und Betrieb.

Demografische Entwicklungen erschweren auch hier die Besetzung offener Ausbildungsstellen, doch die Investition lohnt sich für alle Beteiligten!

„Wer als Arbeitgeber Ausbildungsbewerber vorausschauend für seine Bedarfe anwirbt, gut ausbildet und frühzeitig an sich bindet, arbeitet aktiv an der eigenen Fachkräftesicherung. Jugendliche legen mit einer fundierten Ausbildung, insbesondere in einem stark nachgefragten Berufsfeld, den Grundstein für ein erfolgreiches Erwerbsleben", erklärt Matthias Kaschte.

Über 300 verschiedene duale Ausbildungsberufe gibt es in Deutschland. Jugendliche, junge Erwachsene und deren Eltern können sich daher bei der Suche an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Magdeburg wenden.

Sie unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene bei der Berufswahl und später bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz.

„Die Berufsberaterinnen und Berufsberater kennen die Ausbildungsanforderungen und wissen welche Berufe regional gefragt sind. Am besten ist es daher, einen individuellen Beratungstermin zu vereinbaren", erklärt Matthias Kaschte.

Derzeit stehen 2.091 gemeldete Ausbildungsbewerber 2.495 gemeldeten Ausbildungsstellen im Agenturbezirk Magdeburg gegenüber.