29.10.2020 | Presseinfo Nr. 42

Pressemitteilung

Agentur für Arbeit Magdeburg zieht Bilanz

„Jugendliche hatten auch in diesem besonderen Ausbildungsjahr grundsätzlich gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz" sagt Matthias Kaschte, Chef der Magdeburger Arbeitsagentur. „Außergewöhnliche Rücknahmen von gemeldeten Ausbildungsstel-len gab es nicht. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hatten aber den-noch Einfluss auf das Geschehen am Ausbildungsmarkt", ergänzt er.

Zahl der Bewerber gesunken

Im Berufsberatungsjahr 2019/2020 betreute die Agentur für Arbeit Magdeburg, in der Lan-deshauptstadt sowie den Landkreisen Börde und das Jerichower Land, 2.372 Ausbildungs-bewerber. Im Vorjahreszeitraum waren es 2.551 junge Menschen. Die Zahl der Bewerber ist damit im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Viele Jugendliche entscheiden sich zudem statt einer Ausbildung lieber für das Erreichen eines höheren Schulabschlusses und drücken deshalb länger die Schulbank.

Auch die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung im Zusammenhang mit der Corona- Pandemie haben ein Anteil daran, dass die Zahl der jungen Menschen, die als Bewerber registriert werden konnten, zurückgegangen ist. So war es den Berufsberaterinnen und Be-rufsberatern der Arbeitsagentur, unter Beachtung des Gesundheitsschutzes, nicht oder nicht im üblichen Maße möglich in den Schulen Beratungen durchzuführen. Um das Bera-tungsangebot dennoch allen Jugendlichen zu unterbreiten wurde eine gesonderte Hotline eingerichtet.

Die Relation zwischen gemeldeten Ausbildungsstellen und Bewerberinnen und Bewerbern ist im Agenturbezirk Magdeburg aber auch in diesem Jahr weiterhin zu Gunsten der Ju-gendlichen. Rein rechnerisch kamen auf jeden Bewerber 1,11 gemeldete Ausbildungsstel-len. Trotz dessen sind 130 unversorgte junge Menschen im Bezirk der Agentur für Arbeit Magdeburg noch auf Lehrstellensuche. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agen-tur für Arbeit Magdeburg stehen jedoch mit diesen Jugendlichen in engem Kontakt und schöpfen die Möglichkeiten aus, um noch in diesem Jahr eine Ausbildung oder Ausbil-dungsalternative beginnen zu können.

Zahl gemeldeter betriebliche Ausbildungsstellen ähnlich wie im Vorjahr

„Die gesunkenen Schülerzahlen und die häufige Entscheidung in der Schule zu verbleiben, um einen höherwertigen Schulabschluss zu erlangen führen dazu, dass den Unternehmen weniger potentielle Bewerber zur Verfügung stehen. Dennoch engagieren sich alle Arbeits-marktakteure und investieren in die Ausbildung, denn der Bedarf an jungen Fachkräften ist trotz Krise ungebrochen" so Kaschte.

Den Unternehmen fällt es zunehmend schwer passende Bewerber zu finden. Deshalb wur-den der Agentur für Arbeit Magdeburg in diesem Jahr auch weniger offene Ausbildungsstellen angezeigt als im letzten Jahr. So wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 2.571 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet, 153 Stellen bzw. 5,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Hinzu kamen 67 außerbetriebliche Berufs-ausbildungsstellen. Insgesamt blieben 337 Lehrstellen Ende September noch unbesetzt.

Die meisten Bewerber haben eine Ausbildung begonnen

Über die Hälfte der gemeldeten Bewerber (1.338 Bewerber) konnte in eine duale Berufs-ausbildung vermittelt werden, der Großteil davon ohne eine Förderung. Einige Bewerber wählten einen anderen Weg. 222 Jugendliche entschieden sich letztendlich für einen höhe-ren Schulabschluss und 37 beginnen ein Studium. Auch Freiwilligendienste werden genutzt – 58 junge Menschen haben sich für diese Möglichkeit entscheiden.

20 Bewerberinnen und Bewerber benötigen noch intensivere Unterstützung vor der Ausbil-dungsaufnahme und werden deshalb mit berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen und Praktika oder Einstiegsqualifizierung gefördert, um sich für einen späteren Ausbildungsstart fit zu machen.

Frühzeitige Berufsorientierung entwickeln

Auch die zunehmende Diskrepanz zwischen den Berufswünschen der Bewerber und den Anforderungen der Ausbildungsbetriebe stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. „Wenn Jugendliche so früh wie möglich bei der Berufsorientierung unterstützt werden, hilft dies dabei die Zahl der Ausbildungsabbrüche zu reduzieren. Berufsorientierung sollte die Kinder und Jugendlichen bereits in der Schule ständig begleiten, um ihre individuellen Talente zu fördern", so Kaschte.

Potentiale nutzen

Nicht alle Bewerber erfüllen die zum Teil hohen Anforderungen der Ausbildungsberufe. Um hier einen Ausgleich zu schaffen, unterstützen die Agenturen für Arbeit und Jobcenter z.B. mit der Einstiegsqualifizierung oder einer zusätzlichen Lernunterstützung Arbeitgeber, die auch jungen Menschen mit Lern- oder Bildungsdefiziten eine Chance geben.

Für Fragen zur Rekrutierung von Auszubildenden steht der Arbeitgeber-Service unter 0800 4 5555 20 zur Verfügung.

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