29.11.2019 | Presseinfo Nr. 78

Arbeitsmarktbericht November 2019

Arbeitslosigkeit sinkt, aber kaum konjunkturelle Impulse

Gegen Ende des Jahres ist die registrierte Arbeitslosigkeit in Rheinhessen gegenüber dem Vormonat deutlich zurückgegangen, im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lage allerdings weiter verschlechtert. Laut der Mainzer Arbeitsagentur ist der aktuelle Rückgang im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass auch im November noch Jugendliche in betriebliche oder schulische Ausbildungen einmündeten sowie auf Eintritte in arbeitspolitische Maßnahmen. „Mit Blick auf die Stellenmeldungen und die Abgänge in Erwerbstätigkeit sehen wir, wie bereits in den Vormonaten, wenig konjunkturelle Impulse“, erläutert Marion Hesse, stellvertretende Agenturchefin die aktuellen Zahlen. Allerdings gebe es aufgrund der milden Witterung auch noch keinerlei Anzeichen für eine Winterarbeitslosigkeit. Durch höhere Teilnehmerzahlen in Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik lag die Unterbeschäftigung, in der u.a. auch Maßnahmeteilnehmer mitgezählt werden, im November erstmals in diesem Jahr über den Werten des Vorjahres.

Wie in den Vorjahren nutzt die Mainzer Arbeitsagentur auch in diesem Jahr den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember, um mit einer Aktionswoche auf die Situation dieser Personengruppe auf dem Arbeitsmarkt aufmerksam zu machen. Aktuell sind im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur 887 Menschen mit Behinderungen arbeitslos gemeldet. „Menschen mit Behinderungen konnten von der guten Arbeitsmarktentwicklung der vergangenen Jahre weitaus weniger profitieren als die übrigen Personengruppen, obwohl sie in der Regel gut ausgebildet sind und eine hohe Leistungsbereitschaft und Motivation mitbringen“, so Hesse. Psychische Erkrankungen spielten eine zunehmend große Rolle. Diese Entwicklung bringe spezielle Herausforderungen für die Vermittlungsarbeit mit sich. Es gebe aber immer wieder auch schöne Erfolge bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Hesse: „Diese Beispiele werden wir im Rahmen der Woche der Menschen mit Behinderungen offiziell würdigen, um damit nicht zuletzt auch andere Betriebe zu ermutigen, Menschen mit Handicaps zu beschäftigen. Die Agentur für Arbeit und die Integrationsämter hielten umfangreiche Förder- und Unterstützungsangebote bereit, die von Arbeitgebern in Anspruch genommen werden könnten.

 

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

Im November waren in Rheinhessen bei den Dienststellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern insgesamt 21.924 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 153 weniger als im Oktober, aber 42 oder 0,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. 15.492 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet, 334 weniger als im Vormonat aber 653 oder 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,3 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Quote 4,2 Prozent betragen. Von den 15.492 Arbeitslosen im November wurden 6.079 von der Arbeitsagentur und 9.413 von den Jobcentern betreut. Der aktuelle Rückgang der Arbeitslosigkeit betraf zu zwei Dritteln die vom Jobcenter betreuten Arbeitslosen. Mit 1.380 Stellen wurden im November 61 Stellen mehr gemeldet als im Vormonat, aber 293 weniger als im Vorjahresmonat.

Der aktuelle Rückgang der Arbeitslosigkeit zeigte sich auch auf den regionale Arbeitsmärkten Rheinhessens.  Mit Ausnahme des Landkreises Alzey-Worms. Hier stiegen die Arbeitslosenzahlen geringfügig an, die Quote blieb unverändert bei 3,5 Prozent. Die übrigen Quoten veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 4,4 auf 4,3 Prozent. Stadt Mainz von 5,2 auf 5,1 Prozent, Stadt Worms von 6,5 auf 6,4 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen von 3,4 auf 3,3 Prozent.