31.03.2022 | Presseinfo Nr. 30

Arbeitsmarktbericht

Frühjahrshoch auf dem Arbeitsmarkt – Nachwuchsmangel auf dem Ausbildungsmarkt verschärft sich

Die Frühjahrsbelebung auf dem rheinhessischen Arbeitsmarkt hat sich auch im März fortgesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen und auch die so genannte Unterbeschäftigung, in der unter anderem auch Maßnahmenteilnehmer mitgezählt werden, sind weiter deutlich zurückgegangen, und die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt auf hohem Niveau. Der Mainzer Arbeitsagentur wurden im März rund 30 Prozent mehr offene Stellen gemeldet als vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen fiel mit 16.181 sogar unter den Wert vor Beginn der Corona-Krise.

„Trotz dieser positiven Zahlen sehen wir auch, dass die Einstellungsbereitschaft der Betriebe aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten, die der Krieg in der Ukraine ausgelöst hat, gegenüber dem Vormonat etwas gedämpft ist“, erklärt Heike Strack, Leiterin der Mainzer Arbeitsagentur. So habe sich die Zahl der Abgänge in Erwerbstätigkeit leicht verringert. „Die bestehenden Lieferkettenprobleme werden durch den Ukrainekrieg weiter verschärft und die Gefahr ist gegeben, dass sie die Erholung des Arbeitsmarkts nach der Coronapandemie ausbremsen“, so Strack. Auf dem Arbeitsmarkt lasse sich aber Vieles mit dem Instrument der Kurzarbeit abfedern. So habe die Bundesregierung bereits entschieden, den erleichterten Zugang zur Kurzarbeit zu verlängern. Betriebe, die ihre Beschäftigten während der Kurzarbeit qualifizieren können sich jetzt noch die Erstattung von 50 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge sichern.

Der Arbeitsmarkt in Zahlen

Im März waren in Rheinhessen bei den Dienststellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern insgesamt 21.674 Männer und Frauen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 458 weniger als im Februar und 4.068 weniger als vor einem Jahr. Darunter standen 16.181 Personen dem Arbeitsmarkt sofort zur Verfügung und galten damit offiziell als arbeitslos. Das waren 391 weniger als im Februar und 4.280 oder 20,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote fiel von 4,6 auf 4,5 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 5,7 Prozent. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im März betraf zu rund zwei Dritteln die von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosengeld-I-Empfänger. Die Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem ersten Arbeitsmarkt zog im März noch einmal leicht an. Die Arbeitgeber meldeten 1.849 offene Stellen; 47 mehr als im Februar und 426 oder 29,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen führte auf allen regionalen Arbeitsmärkten Rheinhessens auch zu fallenden Arbeitslosenquoten. Sie veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 4,6 auf 4,5 Prozent, Stadt Mainz von 5,0 auf 4,9 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 3,9 auf 3,7 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen von 3,4 auf 3,3 Prozent. In der Stadt Worms blieb die Quote stabil bei 7,4 Prozent,

Ausbildungsmarkt

Im vergangenen Monat nahm die Agentur für Arbeit eine erste Auswertung zur Situation auf dem Ausbildungsmarkt vor. Die Zahlen zeigen, dass sich der seit Jahren zu beobachtende Trend noch einmal deutlich verstärkt hat. Die weiterhin schrumpfende Zahl an Bewerberinnen und Bewerbern verschärft die Nachwuchsprobleme der Betriebe, die ihre offenen Stellen immer öfter nicht besetzen können. „Schon jetzt können wir absehen, dass auch in diesem Herbst wieder zahlreiche Stellen unbesetzt bleiben werden, denn das Verhältnis von Stellen und Bewerbern verschiebt sich jedes Jahr ein Stück weiter in Richtung der Bewerber“, erklärt Strack. 

Derzeit stehen laut Arbeitsagentur 2.142 offenen Ausbildungsstellen 952 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber, die noch auf der Suche nach einer passenden Lehrstelle sind. Insgesamt meldete die rheinhessische Wirtschaft seit Herbst letzten Jahres 3.081 Ausbildungsstellen, 168 mehr als ein Jahr zuvor. 1.641 junge Männer und Frauen hatten sich bis März bei der Arbeitsagentur als ausbildungsplatzsuchend gemeldet, 186 weniger als ein Jahr zuvor.

Der Ausländeranteil unter den Ausbildungsplatzbewerbern lag bei knapp 20 Prozent; 7,3 Prozent hatten einen Fluchthintergrund.

„Die Aussichten für Ausbildungssuchende bleiben grundsätzlich günstig“ erläutert Strack. „Zwar haben viele Betriebe ihre Stellenbesetzungsverfahren schon abgeschlossen, trotzdem bieten sich noch vielfältige Ausbildungschancen – und zwar für jeden Schulabschluss. Allen Jugendlichen, die noch auf der Suche sind und noch nicht den Weg zu unserer Beratung gefunden haben, können wir immer noch attraktive Angebote unterbreiten; es lohnt sich also schnellstmöglich mit uns Kontakt aufzunehmen“. Darüber hinaus rät die Agenturchefin dazu, durch Praktika in Betrieben erste Eindrücke zu einzelnen Berufen zu sammeln. „Auch die Osterferien lassen sich für ein Praktikum nutzen, und für Abiturienten ist nach den bestandenen Prüfungen die beste Zeit, im Rahmen eines Praktikums in die Arbeitswelt hineinzuschnuppern“, so Strack.