29.04.2021 | Presseinfo Nr. 26

Der Arbeitsmarkt bleibt trotz Krise weiterhin robust

Frühjahrsbelebung beschert vor allem jungen Menschen neue Jobs
 

Trotz Krise und Lockdown hat sich der rheinhessische Arbeitsmarkt auch im April erstaunlich robust gezeigt. Mit einem saisonal üblichen Rückgang der Arbeitslosigkeit kam es sogar zu einer weiteren leichten Erholung. Die Arbeitslosenzahl liegt aktuell nur noch knapp über der Marke von 20.000. Sowohl die Zahl der offenen Stellen als auch die Zahl derer, die ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden konnten, lag deutlich über den Vorjahreswerten. Die Chefin der Mainzer Arbeitsagentur Heike Strack gibt jedoch zu bedenken, dass der Vorjahresvergleich in diesem Monat nicht überbewertet werden dürfe. „Der April 2020 war der Monat, indem sich der erste Lockdown mit voller Wucht auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt hat. Dies relativiert den positiven Befund beim Blick auf die Vorjahreswerte. Wir sehen allerdings, dass viele, insbesondere gut ausgebildete junge Leute, inzwischen den Weg zurück in den Arbeitsmarkt finden.“ Die Kehrseite der Medaille sei die weiterhin steigende Langzeitarbeitslosigkeit. „Wer es vor der Krise schon schwer hatte, der hat es jetzt umso schwerer einen neuen Job zu finden“, so Strack.

Mit Blick auf die Zahlen zum Ausbildungsmarkt machen Strack vor allem die sinkenden Bewerberzahlen Sorgen. „Viele Schülerinnen und Schüler sind aufgrund der aktuellen Situation verunsichert, was den Start in das Berufsleben angeht, und entscheiden sich deshalb für einen weiteren Schulbesuch. Erfahrungsgemäß stellt sich das aber für nicht wenige am Ende als verlorenes Jahr heraus.“ Strack rät allen, die in diesem Jahr die Schule beenden, sich unter 06131/-248-799 bei der Berufsberatung zu melden. „Noch gibt es quer durch alle Branchen zahlreiche offene Ausbildungsstellen.“

Aber auch bei den Betrieben herrsche vielfach Verunsicherung. „Was viele nicht wissen: Auch wenn ein Betrieb in Kurzarbeit ist, ist es kein Problem, einen Auszubildenden nach der Lehre in ein regulären Arbeitsverhältnis zu übernehmen, denn dieser hat ebenfalls Anspruch auf Kurzarbeitergeld“, so Strack.

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

Im April waren in Rheinhessen bei den Dienststellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern insgesamt 25.536 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 403 weniger als im Vormonat, aber 1.155 mehr als im Vorjahr. 20.095 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 366 weniger als im März, aber 1.221 oder 6,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote verringerte sich von 5,7 auf 5,6 Prozent. Im Vorjahr hatte sie 5,3 Prozent betragen.

Von den 20.095 Arbeitslosen im April wurden 8.192 von der Arbeitsagentur und 11.903 von den Jobcentern betreut. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit entfiel ausschließlich auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung. Bei den Jobcentern kam es zu einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen.

Die Arbeitgeber meldeten 1.268 neue Stellen. Das waren 155 weniger als im März, aber 641 mehr als im Vorjahr. Offene Stellen meldeten vor allem der Handel, das Gesundheits- und Sozialwesen, die Bereiche öffentliche Verwaltung und Dienstleistungen sowie das Baugewerbe.

Im April meldeten weitere 45 Betriebe für 461 Beschäftigte Kurzarbeit an; im April 2020 waren es 4.931 Betriebe und 44.586 Beschäftigte. Seit März 2020 waren es insgesamt 7.975 Betriebe, die für 74.096 Personen Kurzarbeit anmeldeten.

Auf dem Ausbildungsmarkt registrierte die Agentur für Arbeit Mainz insgesamt 1.999 Bewerberinnen und Bewerber für den Ausbildungsbeginn im Herbst 2021; 16,4% weniger als im vorangegangenen Beratungsjahr. Die Arbeitgeber meldeten 2.946 Ausbildungsstellen; 11,1% weniger als im Vorjahr.

Im April kam es auch auf allen regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur zu einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Im Gesamtbezirk fiel die Quote bei 5,7 auf 5,6 Prozent, in der Stadt Mainz sank sie von 6,2 auf 6,1 Prozent, in der Stadt Worms von 8,9 auf 8,7 Prozent, im Landkreis Alzey-Worms von 4,8 auf 4,7 Prozent und im Landkreis Mainz-Bingen blieb die Quote stabil bei 4,3 Prozent.