03.05.2022 | Presseinfo Nr. 40

Arbeitsmarktbericht

Frühjahrsbelebung setzt sich fort
 

Die Frühjahrsbelebung auf dem rheinhessischen Arbeitsmarkt hat sich im April mit sinkenden Arbeitslosenzahlen fortgesetzt. Damit erreichte die Arbeitslosigkeit den niedrigsten Stand in einem April der letzten fünf Jahre. Auf der anderen Seite ist die Zahl offener Stellen weiterhin hoch und liegt aktuell über dem Durchschnittsniveau der April-Werte.

„Auch wenn im aktuellen Monat wieder etwas mehr Menschen ihren Job verloren haben als im Vormonat zeigen die aktuellen Zahlen, dass der Bedarf an Personal weiterhin hoch und das Entlassungsrisiko nach wie vor niedrig ist“, so die Vorsitzende Geschäftsführerin der Mainzer Arbeitsagentur Heike Strack. Allerdings bleibe abzuwarten wie sich die Verunsicherung durch den Krieg in der Ukraine und die Folgen für die Wirtschaft in den kommenden Monaten auf den Arbeitsmarkt auswirkten.

Dass der Bedarf der rheinhessischen Wirtschaft an Fachkräften weiterhin ungebrochen ist, zeigt ein Blick in die aktuellen Stellenmeldungen. Im April wurden 389 Stellen mehr gemeldet als im gleichen Monat des Vorjahres. Auch Nachwuchskräfte werden dringend benötigt. Derzeit sind noch 2.212 der insgesamt 3.256 gemeldeten Ausbildungsstellen unbesetzt. 927 junge Menschen sind noch auf der Suche nach einer passenden Lehrstelle.

Positiv vermerkte die Agenturleiterin, dass sich auch die Zahl der in den Jobcentern gemeldeten Langzeitarbeitslosen im aktuellen Monat deutlich verringert habe. Nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen könnten konkrete Schritte zurück in den Arbeitsmarkt wie die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen nun wieder verstärkt in Präsenz stattfinden. So habe sich die Zahl der Teilnehmenden an Beschäftigung schaffenden Maßnahmen zuletzt deutlich erhöht. „Gerade für Personen, die durch bzw. in der Pandemie arbeitslos geworden sind, ist eine persönliche Beratung wichtig“, so Strack.

Die Zahl der geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer, die sich bei der Mainzer Arbeitsagentur als arbeitsuchend gelmeldet haben, sei derzeit noch recht überschaubar. „Über die Hälfte der registrierten Flüchtlinge sind Kinder, die mit ihren Müttern zu uns gekommen sind. Hier geht es erst einmal darum, dauerhafte Unterkünfte für die zumeist privat untergekommenen Menschen sowie Kindergarten- und Schulplätze zu finden.“

Bei den Jobsuchenden aus der Ukraine, die sich jetzt schon gelmeldet hätten, handele es sich in der Mehrzahl um Akademikerinnen und Akademiker. Für Menschen aus der Ukraine gibt es bei der Arbeitsagentur eine kostenlose Hotline, unter der sie in ihrer Muttersprache Infos erhalten und sich orientieren können, sowie eine Webseite, die in beiden Sprachen direkt auf der Startseite der Homepage der Bundesagentur verortet ist.  Ab dem 1. Juni werden die Flüchtlinge von den Jobcentern betreut. Die Meldung und Antragstellung kann dort ab sofort erfolgen.          

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

Im April waren in Rheinhessen bei den Dienststellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern insgesamt 21.480 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 223 weniger als im März und 3.884 oder 15,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. 15.814 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 367 weniger als im Vormonat und 4.281 oder 21,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank von 4,5 auf 4,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Quote 5,6 Prozent betragen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb anhaltend hoch. Neu gemeldet wurden 1.657 Stellen, 389 oder 30,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Stellenbestand belief sich im April auf 7.788 Stellen, 2.561 mehr als im Vorjahr.

Von den 15.814 Arbeitslosen im April wurden 5.836 von der Arbeitsagentur und 9.978 von den Jobcentern betreut. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im April entfiel etwa hälftig auf die beiden Rechtskreise.

Auch auf den regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur sank die Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquoten änderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 4,5 auf 4,4 Prozent, Stadt Mainz von 4,9 auf 4,8 Prozent, Stadt Worms von 7,4 auf 7,3 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 3,7 auf 3,6 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen von 3,3 auf 3,2 Prozent.