02.03.2021 | Presseinfo Nr. 14

Nur leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Februar

Im Vorjahresvergleich besteht jedoch erhebliche Zunahme

 

Auch im Februar blieb die registrierte Arbeitslosigkeit in Rheinhessen weiter über der Marke von 20.000, wenn auch der Zuwachs gegenüber dem Januar nur gering ausfiel. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,8 Prozent. Aufgrund des strengen Winterwetters traten auch im Februar saisonübliche Faktoren ein, insofern ist der leichte Zugang der Arbeitslosigkeit zunächst nicht ungewöhnlich.

Sorgen bereiten der Agenturchefin Heike Strack jedoch die Entwicklungen im Bereich älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit. „Wer direkt vor oder in der Krise arbeitslos wurde, hat es ungleich schwerer wieder Fuß zu fassen, da die Einstellungsbereitschaft der Betriebe deutlich abgenommen hat", erklärt Strack. "Und so liegen bei immer mehr Menschen nun - nach einem Jahr Pandemie –  bereits zwölf Monate oder mehr Beschäftigungslosigkeit vor".

Dennoch bieten sich auch in der aktuellen Situation Chancen und Möglichkeiten. "Unsere Vermittlungsfachkräfte loten mit den Betroffenen immer auch alternative Wege aus und ermuntern zu neuer Orientierung. Das Thema Qualifizierung gehört natürlich immer dazu", so Strack. Zur besseren Orientierung plant die Agentur für Arbeit in Kürze eine Woche der Qualifizierung, in der die Weiterbildungsvielfalt in der Region transparent werden soll. 

Ein kleiner Lichtblick zeichnet sich in den aktuellen Zahlen bei den Stellenmeldungen aus den Betrieben ab. Hier gab es mit rund 350 Stellen ein deutliches Plus gegenüber dem Vormonat. Besonders viele Stellen wurden aus der Zeitarbeit, dem Gesundheits- und Sozialwesen, dem Handel, der öffentlichen Verwaltung und dem Baugewerbe gemeldet.

Durch die Schließung etlicher Wirtschaftsbereiche haben im Februar nochmals 246 Betriebe für knapp 2200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt. Seit April 2020 haben in Rheinhessen damit fast 7.900 Betriebe für rund 72.900 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Kurzarbeit angeziegt. Besonders betroffen natürlich Gastronomie, Handel und das Dienstleistungsgewerbe.

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

Im Februar waren in Rheinhessen bei den Dienststellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern insgesamt 26.439 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 104 mehr als im Vormonat und 3.383 mehr als im Vorjahr. 21.054 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 24 mehr als im Januar und 4.426 oder 26,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote blieb bei 5,8 Prozent. Im Vorjahr hatte sie bei 4,7 Prozent betragen.

Von den 21.054 Arbeitslosen im Februar wurden 9.407 von der Arbeitsagentur und 11.647 von den Jobcentern betreut. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit entfällt vollständig auf den Rechtskreis SGB II.

Die Arbeitgeber meldeten 1.296 neue Stellen. Das waren 347 mehr als im Januar aber 47 weniger als im Vorjahr.

Im Januar kam es nicht auf allen regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Im Gesamtbezirk blieb die Quote bei 5,8 Prozent, in der Stadt Mainz sank sie von 6,4 auf 6,3 Prozent. In der Stadt Worms stieg die Quote von 8,9 auf 9,2 Prozent und im Landkreis Alzey-Worms von 4,9 auf 5,1 Prozent. Im Landkreis Mainz-Bingen blieb die Quote unverändert bei 4,5 Prozent.