01.12.2020 | Presseinfo Nr. 65

Erholung auf dem Arbeitsmarkt noch nicht auf stabilem Kurs

Späte Einmündungen in Ausbildung / Nach wie vor viele Betriebe in Kurzarbeit
 

Im November hat die Arbeitslosigkeit in Rheinhessen noch einmal deutlich abgenommen. Damit fiel der saisonal übliche Rückgang der Arbeitslosen in den Monaten September bis November in diesem Jahr höher aus als in den Vorjahren. Für Jubelmeldungen sieht die Mainzer Arbeitsagenturchefin Heike Strack dennoch keinen Anlass. Zwar sei der Arbeitsmarkt seit nunmehr drei Monaten auf Erholungskurs, die Zahlen lägen aber immer noch um knapp 27 Prozent über den Werten des Vorjahres. Auch sei nach wie vor ein erheblicher Anteil der Beschäftigten in Kurzarbeit und die Auswirkungen des erneuten Lockdowns im November blieben in den aktuellen Zahlen noch weitgehend unberücksichtigt.

„Wir sehen im November erneut vor allem einen Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen“, erklärt Strack. Diese seien vor allem in Ausbildung oder Studium eingemündet. „Viele Betriebe haben wegen der durch Corona verzögerten Auswahlverfahren auch noch im November neue Auszubildende eingestellt, und auch an manchen Hochschulen hat das Semester einen Monat später begonnen als sonst üblich.“

Wie bereits im Oktober fanden daneben auch deutlich mehr Menschen einen neuen Job als ein Jahr zuvor. „Außerdem sehen wir weiterhin ein vergleichsweise niedriges Niveau bei den Entlassungen“, so die Agenturchefin. „Dies könnte sich jedoch zum Jahreswechsel ändern.“ Personen, die sich im November neu arbeitslos melden mussten, kamen vor allem aus der Zeitarbeit, dem Handel, dem Gastgewerbe und dem verarbeitenden Gewerbe.

Nach wie vor befinden sich zahlreiche Betriebe in Kurzarbeit. Neu Kurzarbeit angezeigt haben im November 422 Betriebe für 4.582 Mitarbeitende. Seit Beginn der Krise haben in Rheinhessen insgesamt 6.407 Betriebe für 62.900 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Durch die Krise mussten auch mehr Menschen Grundsicherung beantragen. In Rheinhessen waren es allein in den ersten beiden Monaten der Pandemie rund 650 Personen, die Grundsicherung beantragen mussten, weil das Kurzarbeitergeld für den Lebensunterhalt nicht ausreichte oder weil bei Selbstständigen durch den Auftragsausfall das Existenzminium nicht mehr gedeckt werden konnte.

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

Im November waren in Rheinhessen bei den Dienststellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern insgesamt 25.318 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 411 weniger als im Vormonat, aber 3.464 mehr als im Vorjahr. 19.632 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 571 weniger als im Oktober, aber 4.140 oder 26,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote fiel von Oktober auf November von 5,6 auf 5,4 Prozent. Im Vorjahr hatte sie bei 4,3 Prozent gelegen. Von den 19.632 Arbeitslosen im November wurden 8.847 von der Arbeitsagentur und 10.785 von den Jobcentern betreut. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit entfiel überwiegend auf die von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosen. Mit knapp 16 Prozent gegenüber dem Vormonat fiel der Rückgang bei den Jugendlichen bis 20 Jahre am stärksten aus. Die Arbeitgeber meldeten 1.257 neue Stellen. Das waren 94 weniger als im Oktober und 123 weniger als im Vorjahr.

Im November kam es auch auf allen regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur zu einem Rückgang Arbeitslosenzahlen. Im Gesamtbezirk fiel die Quote von 5,6 auf 5,4 Prozent, in der Stadt Mainz von 6,3 auf 6,2 Prozent, in der Stadt Worms von 8,5 auf 8,2 Prozent, im Landkreis Alzey-Worms von 4,6 auf 4,4 Prozent und im Landkreis Mainz-Bingen von 4,3 auf 4,2 Prozent.