30.09.2020 | Presseinfo Nr. 60

Leichte Erholung am Arbeitsmarkt

Vor allem jüngere Menschen melden sich aus der Arbeitslosigkeit ab
 
 

Erstmals seit Beginn des pandemiebedingten Anstiegs der Arbeitslosigkeit im April mussten sich in Rheinhessen weniger Menschen arbeitslos melden als im Vormonat. Auf der anderen Seite fanden wieder deutlich mehr Menschen eine neue Beschäftigung. Der für einen September saisonal übliche Rückgang der Arbeitslosigkeit fiel dabei etwa ebenso hoch aus wie in den Vorjahren.

„Dies sind positive Signale, die darauf hindeuten, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt etwas aufhellt“, so Heike Strack, Chefin der Mainzer Arbeitsagentur. „Viele der Menschen, die sich in den vergangenen Monaten arbeitslos melden mussten, sind sehr nah am Arbeitsmarkt und konnten im Zuge der wieder anziehenden Nachfrage nach Arbeitskräften eine Anschlussbeschäftigung finden.“ Die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen stieg im September deutlich an, blieb aber noch unter dem Niveau der Stellenmeldungen vor Beginn der Corona-Krise im März dieses Jahres. Vor allem die Zeitarbeit, der Handel und der Bereich Verkehr und Lagerei meldeten vermehrt Stellen.

Besonders stark haben im September die Arbeitslosenzahlen unter den jungen Menschen abgenommen. In den Vormonaten war die Arbeitslosigkeit in dieser Personengruppe kontinuierlich angestiegen. „Erfreulicherweise konnten im September zahlreiche Jugendliche in Ausbildung einmünden und zahlreiche junge Männer und Frauen fanden nach Abschluss ihrer Ausbildung eine Arbeitsstelle“, so Strack. 

Neu Kurzarbeit angezeigt haben im September nur noch 29 Betriebe für rund 142 Mitarbeiter. Seit Beginn der Krise waren es in Rheinhessen insgesamt 5.913 Betriebe für rund 56.954 Beschäftigte.

Trotz der positiven Signale am Arbeitsmarkt müssten sich laut Strack aufgrund der nach wie vor schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt Menschen, die ihren Job verloren haben, auch auf eine längere Episode der Arbeitslosigkeit einstellen. „Deshalb setzen wir bei unseren Gesprächen mit den Kundinnen und Kunden von Anfang an einen besonderen Fokus auf das Thema Qualifizierung.“ Wer Fragen zu Qualifizierungsmöglichkeiten während der Arbeitslosigkeit hat, kann sich unter der Hotline 0800 4 5555 00 oder der lokalen Sonderhotline 06131/248-777 an die Agentur für Arbeit Mainz wenden.

 

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

Im September waren in Rheinhessen bei den Dienststellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern insgesamt 26.001 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 793 weniger als im Vormonat, aber 3.661 mehr als im Vorjahr. 20.725 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 1.081 weniger als im August, aber 4.822 oder 30,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote fiel von August auf September von 6,0 auf 5,7 Prozent. Im Vorjahr hatte sie bei 4,5 Prozent gelegen. Von den 20.725 Arbeitslosen im September wurden 9.347 von der Arbeitsagentur und 11.351 von den Jobcentern betreut. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit entfiel etwa hälftig auf beide Rechtskreise. Mit über 15 Prozent gegenüber dem Vormonat fiel der Rückgang bei den Jugendlichen bis 20 Jahre am stärksten aus. Die Arbeitgeber meldeten 1.254 neue Stellen. Das waren 149 mehr als im August, aber 107 weniger als im Vorjahr.

Im September kam es auch auf allen regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur zu einem Rückgang Arbeitslosenzahlen. Im Gesamtbezirk fiel die Quote von 6,0 auf 5,7 Prozent, in der Stadt Mainz von 6,8 auf 6,5 Prozent, in der Stadt Worms von 9,1 auf 8,7 Prozent, im Landkreis Alzey-Worms von 5,0 auf 4,7 Prozent und im Landkreis Mainz-Bingen von 4,7 auf 4,4 Prozent.