01.09.2020 | Presseinfo Nr. 57

Abeitslosigkeit steigt im August erneut

Besonders junge Menschen sind betroffen

Auch der August bringt in Rheinhessen weiter steigende Arbeitslosenzahlen. Dabei sind ausnahmslos Frauen betroffen und vor allem jüngere Bewerberinnen. Die Quote stieg auf 6,0 Prozent.

„Ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit von Juli auf August ist im Jahresvergleich aufgrund der Urlaubszeit nicht unüblich", so Heike Strack, Chefin der Mainzer Arbeitsagentur, „und erfreulicherweise bremst sich der monatliche Aufwuchs auch langsam ab". Mit Sorge schaut die Agenturchefin jedoch auf die Entwicklung im Bereich der jüngeren Bewerber, viele von ihnen an der sogenannten zweiten Schwelle, also dem Übergang von Ausbildung in Erwerbstätigkeit.

"Zwar lässt sich der Anstieg gegenüber dem Vormonat auch damit erklären, dass – coronabedingt – in Teilbereichen die Abschlussprüfungen in diesem Jahr einfach später stattfanden", so Strack, „dennoch sind in der Gesamtbetrachtung aktuell mehr junge Menschen arbeitslos als im Vorjahr. Ob die Aufnahmefähigkeit für diese jungen Fachkräfte durch den krisengeschüttelten Markt gegeben ist, werden die beiden nächsten Monate zeigen.

Der in den beiden Vormonaten erkennbare Anstieg neu gemeldeter Arbeitsstellen hat sich im August nämlich leider nicht fortgesetzt. Dies kann allerdings in einem Sommermonat noch der Ferienzeit geschuldet sein. Neue Mitarbeiter wurden vor allem im Dienstleistungsbereich, im Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung, aber auch im Handel gesucht.

Neu Kurzarbeit angezeigt haben im August nur noch 59 Betriebe für rund 1000 Mitarbeiter. Seit Beginn der Krise waren es in Rheinhessen insgesamt 5.861 Betriebe für rund 57.200 Beschäftigte. Ein Rückgang der Inanspruchnahme kann aus den Erkenntnissen der Fachteams noch nicht signalisiert werden, die meisten Betriebe sind fortlaufend seit März oder April im Bezug der Kurzarbeits-Leistungen.

Getrübt bleibt leider auch der Blick auf den Ausbildungsmarkt: „Die Zahl derer, die sich in Ausbildung abmelden, liegt deutlich unter den Werten der letzten drei Jahre", erklärt Strack, "und über 600 junge Menschen suchen noch immer nach einer Ausbildung". Dem stehen allerdings auch noch rund 1000 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. „Unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater unterstützen die Jugendlichen, die jetzt noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, bei ihren Bewerbungen, schauen wo noch Plätze frei sind und sprechen gegebenenfalls über Alternativen.“ Die Beratungen finden derzeit wegen der Corona-Pandemie hauptsächlich telefonisch statt. An diesem Dienstag bietet die Berufsberatung von 14:30 bis 18:00 Uhr zusätzlich coronagerechte Beratungen auf der Grünfläche zwischen Arbeitsagentur und katholischer Hochschule an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

Im August waren in Rheinhessen bei den Dienststellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern insgesamt 26.711 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 198 mehr als im Vormonat und 4.160 mehr als im Vorjahr. 21.786 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 322 mehr als im Juli und 5.235 oder 31,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 5,9 auf 6,0 Prozent. Im Vorjahr hatte sie bei 4,6 Prozent gelegen. Von den 21.786 Arbeitslosen im August wurden 9.939 von der Arbeitsagentur und 11.847 von den Jobcentern betreut. Der Zuwachs ist in beiden Rechtskreisen erkennbar.

Der Zuwachs der Arbeitslosigkeit entfällt vollständig auf Frauen (+323 gegenüber Juli) während die Zahl der arbeitslosen Männer sich um 1 reduziert hat.

Es handelt sich dabei vor allem jüngere Bewerberinnen, insbesondere im Alter unter 20 Jahren; hier stieg die Zahl um 268 gegenüber Juli.

Mit 1.105 gemeldeten Stellen sank die Nachfrage nach Arbeitskräften erstmals wieder. Es waren 63 weniger als im Juli und 231 weniger als vor einem Jahr.

Im August kam es auch fast auf allen regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Im Gesamtbezirk stieg die Quote von 5,9 auf 6,0 Prozent, im Landkreis Alzey-Worms von 4,8 auf 5 Prozent und im Landkreis Mainz-Bingen von 4,6 auf 4,7 Prozent. In der Stadt Worms stieg die Quote von 8,9 auf 9,1 Prozent, nur in der Stadt Mainz blieb sie bei 6,8 Prozent stabil.