30.07.2020 | Presseinfo Nr. 29

Der Mannheimer Arbeitsmarkt im Juli 2020

· Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Mannheim sinkt um 0,1 % auf 7,4 %
· Arbeitslosenquote in Baden - Württemberg liegt unverändert bei 4,4 %

Der Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote in Mannheim sinkt um 0,1% auf 7,4%.

Der Zugang an Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit liegt bei 886 Personen und ist damit

etwas höher als im Vormonat (Juni 2020: 814 Personen).

Dagegen haben 623 Personen im aktuellen Berichtsmonat eine neue Beschäftigung aufgenommen.

Diese Entwicklung ist im Vergleich zum Vormonat erneut positiv (Juni 2020: 577 Personen).

Die Werte bei den Zu- und Abgängen aus bzw. in Erwerbstätigkeit nähern sich damit immer

weiter den Durchschnittswerten der vergangenen 5 Jahre, im Monatsvergleich an.

Durchschnittswerte im Juli 2015 – 2020:

Zugang aus Erwerbstätigkeit: 887 Personen

Abgang in Erwerbstätigkeit: 640 Personen

Weiterbildung – wenn nicht jetzt, wann dann?

Die Anzahl der Kundinnen und Kunden die Bildungs- und Unterstützungsmaßnahmen begonnen

haben, ist erfreulicherweise bereits diesen Monat deutlich gestiegen. Dies wirkt sich auch

positiv auf die aktuelle Entwicklung der Arbeitslosenquote aus. Viele unserer Kundinnen und

Kunden sind bereits unserem Aufruf, die Chance zur individuellen Qualifizierung zu nutzen, gefolgt.

Die Aufnahme von Erwerbstätigkeit entwickelt sich positiv, dennoch gilt dies nicht für alle

Branchen und Tätigkeiten gleichmäßig. Wir empfehlen daher jedem entsprechend der individuelle

Situation tätig zu werden: wir beraten Sie sehr gerne.

Anstieg der Langzeitarbeitslosen im SGB III

Im Gesetz heißt es: Langzeitarbeitslose sind Arbeitslose, die ein Jahr und länger arbeitslos sind.

(§ 18 (1) S.1 SGB III)

Die Anspruchsdauer auf Arbeitslosengeld nach dem Sozialgesetzbuch III betrug bisher für Personen

jünger als 50 Jahre höchstens 12 Monate. Wer zu Beginn der Arbeitslosigkeit mindestens

50 Jahre alt ist, kann entsprechend der zu berücksichtigenden Beschäftigungsdauer einen längeren

Anspruch haben. Die maximale Anspruchsdauer lag bei bis zu 24 Monaten. Im Rahmen

des Zweiten Sozialschutz-Pakets wurde beschlossen, Arbeitslosengeld 3 Monate länger auszuzahlen.

Das gilt für alle, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai und dem 31. Dezember 2020

endet. Durch diese Verlängerung der Anspruchsdauer auf Arbeitslosengeld I, ist für die davon

betroffenen Kundinnen und Kunden eine Antragsstellung auf Arbeitslosengeld II nach dem Sozialgesetzbuch

II aktuell noch nicht notwendig. Zudem war die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen

Beschäftigung krisenbedingt in vielen Brachen schwierig. Auch Qualifizierungsmaßnahmen

konnten nicht wie geplant durchgeführt werden. Diese Faktoren erklären den Anstieg

der Langzeitarbeitslosen im Rechtskreis SGB III.

Kurzarbeit

Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen

Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu

erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen.

Eine Anzeige wird einmalig je Zeitraum gestellt und beinhaltetet die Anzahl der Beschäftigten,

welche voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sein könnten.

Sollte sich die Erwartung des Betriebs bestätigen, kann der Betrieb jeweils monatlichen nachträglich

einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen.

Beispiel: Ein Unternehmen zeigt Kurzarbeit für 6 Monate an, es besteht aber die Möglichkeit,

dass monatlich ein Antrag gestellt wird. Gezählt wird dabei einmalige eine Anzeige

und je nach Bedarf der jeweilige Antrag, in diesem Beispiel also bis zu sechs Anträge.

Aufgrund der enormen Anzahl von Anzeigen im Monat März 2020, welche überwiegend Ende

des laufenden Monats eingegangen sind, konnten nicht alle Anzeigen noch im März bearbeitet

werden. Dies führt dazu, dass die Anzahl der statistisch erfassten Anzeigen (565) im März entgegen

dem tatsächlichen Zugang recht gering ist. Viele Anzeigen wurden erst Anfang April bearbeitet,

dadurch ist die Zahl der Anzeigen im April sehr groß.

Hintergrund: Aufgrund des situationsbedingten, aber unvorhergesehenen Zugangs war

eine Umstrukturierung und Schulung des vorhandenen Personals notwendig, was einige

Wochen in Anspruch nahm.

Zudem werden Daten über die realisierte Kurzarbeit mit einer Wartezeit veröffentlicht, dadurch

ist eine sichere Statistik auf vollzähliger Basis mit hoher Datenqualität gewährleistet.

Aktuell liegt eine Hochrechnung zur tatsächlichen Kurzarbeit im Monat März vor. Die endgültigen

Werte für März liegen erst Ende September vor, wir werden darüber fortlaufend berichten.