03.09.2020 | Presseinfo Nr. 34

Kurzarbeitergeld kann nur nachträglich beantragt werden

Wenn ein Betrieb in einem Monat tatsächlich Kurzarbeit durchführt, zahlt er neben dem Lohn
für geleistete Arbeit auch das Kurzarbeitergeld an die Beschäftigten aus.
Er sendet anschließend (nach Ablauf des Monats, für den Kurzarbeitergeld abgerechnet wird)
eine Abrechnungsliste mit den Namen aller Kurzarbeitenden und dem konkreten Arbeitsausfall
für jeden Beschäftigten an die Arbeitsagentur. Dafür hat er gesetzlich bis zu drei Monate Zeit.
Nachdem die Unterlagen eingegangen sind, werden sie geprüft und das Kurzarbeitergeld an
das Unternehmen ausgezahlt. Auszahlungsanträge auf Kurzarbeitergeld dürfen erst nach Ablauf
des Monats eingereicht werden, für den Kurzarbeitergeld abgerechnet wird.
Die Praxis zeigt, dass entgegen der Planungen noch bis zum letzten Tag des Monats Änderungen
in der tatsächlichen Umsetzung der Kurzarbeit eintreten können. Deshalb dürfen Abrechnungen
der Arbeitgeber für den laufenden Monat nicht mehr direkt bearbeitet werden. Die Antragsunterlagen
müssen im Folgemonat erneut eingereicht werden oder es wird im Folgemonat
eine separate Erklärung benötigt, dass keine Änderungen vorliegen. Beispiel: Die Abrechnungen
für den für den September dürfen erst ab 01.10.2020 an die Arbeitsagenturen gesandt werden
(spätestens bis 31.12.2020).
Um für beide Seiten unnötige Doppelarbeiten zu ersparen, sollten Abrechnungen auf Kurzarbeitergeld
frühestens zum ersten Kalendertag des Folgemonats an die Agentur für Arbeit gesandt
werden.
Wichtig: Damit ein Betrieb Anspruch auf Kurzarbeitergeld hat, muss er in jedem Fall zuerst
Kurzarbeit anzeigen. Das bedeutet, die Anzeige muss bis zum Ablauf des Monats erfolgen, in
dem erstmals Kurzarbeit durchführt wird. Diese Pflicht besteht weiterhin und unabhängig von
der späteren Abrechnung.
Sowohl die Anzeige als auch die Beantragung von Kurzarbeitergeld sind schnell, sicher und
jederzeit online möglich.
Umfangreiche Informationen zu Kurzarbeit und zu den erleichterten Regelungen finden Betriebe
und Beschäftigte unter www.arbeitsagentur.de.