31.03.2020 | Presseinfo Nr. 36

Der Arbeitsmarkt im März 2020


Konjunktur und Beschäftigung mit „Corona"-Prägung im Abstieg
Arbeitslosenquote bleibt im März noch bei 4 Prozent
Kurzarbeit dringt in alle Märkte vor

Der Arbeitsmarkt gerät massiv unter Druck. Die aktuelle „Coronavirus"-Entwicklung dominiert seit Mitte März die Märkte und wird mit Macht auf Konjunktur und Beschäftigung durchschlagen.

„Wir erleben mittlerweile täglich allein von Arbeitgebern rund 100 Anrufe, der Beratungsbedarf bzgl. Kurzarbeit* und Kurzarbeitergeld* für die Beschäftigten explodiert verständlicherweise; wir sehen einem Einschnitt entgegen, und das branchenübergreifend. Neu- und Wiedereinstellungen werden in vielen Betrieben vorerst ausbleiben. Wir bieten unseren Kunden Beratung und Unterstützung nach allen Möglichkeiten des Gesetzgebers, damit die individuellen Problemlagen abgemildert werden können" sagt Volker Breustedt, Leiter der Marburger Arbeitsagentur.

Kontakte Agentur für Arbeit Marburg, wenn es um Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosmeldungen geht:

Hinweis:

Die im folgenden genannten Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum Mitte Februar bis Mitte März 2020 und können daher noch nicht die Lage im Kontext der Corona-Entwicklung abbilden.

Im März waren 5 351 Personen arbeitslos gemeldet, 146 oder 2,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vormonat Februar weist die Statistik 72 oder 1,3 Prozent weniger Arbeitslose aus. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4 Prozent.

Arbeitslosenzahlen regional:

  • -Marburg: Arbeitslosenquote bei 4 Prozent (2 752 Arbeitslose)
  • -Stadtallendorf: Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent (1 446 Arbeitslose)
  • -Biedenkopf: Arbeitslosenquote bei 3,5 Prozent (1 153 Arbeitslose)

Arbeitslosigkeit (nach Rechtskreisen) im Vergleich zu März 2019

  • Ganz klar stieg die Arbeitslosigkeit deutlich in der Versichertengemeinschaft (SGB III): 2 441 Personen waren arbeitslos, 230 oder 10,4 Prozent mehr; Arbeitslosenquote = 1,8 Prozent; 2 367 Personen bezogen Arbeitslosengeld, 282 oder 13,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.
  • Anders war die Entwicklung im Rechtskreis des SGB II: Es gab 84 oder rund 3 Prozent arbeitslose Menschen weniger, insgesamt waren 2 910 Personen arbeitslos; Arbeitslosenquote =2,2 Prozent

Fluktuation am Arbeitsmarkt

Neu arbeitslos meldeten sich im Landkreis insgesamt 1 396 Personen, das waren 93 oder 6,2 Prozent weniger als im März 2019; im Vergleich zu Februar 2020 meldeten sich 68 oder 4,6 Prozent weniger Menschen arbeitslos.

Gleichzeitig konnten sich 1 471 Personen aus der Arbeitslosigkeit abmelden, das waren 78 oder 5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, gegenüber Februar 2020 waren es 4 Personen mehr.

Zahl der gemeldeten Stellen gesunken

601 neue Arbeitsstellen wurden gemeldet, das waren 12 weniger als im Februar 2020 und gegenüber März 2019 waren es 70 oder 10,4 Prozent weniger.

Insgesamt sind derzeit 2 420 freie Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet, 649 oder rund ein Fünftel weniger als vor einem Jahr.

Ausbildungsmarkt – weniger Ausbildungsstellen und weniger Bewerber

(Zeitraum Oktober 2019 bis März 2020):

Es gibt 1 200 gemeldete Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das sind rund 10 Prozent oder 130 Jugendliche weniger als vor einem Jahr. Parallel dazu sind bis jetzt 1 345 Berufsausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit Marburg gemeldet worden, das sind 6,5 Prozent oder 93 Stellen weniger als ein Jahr zuvor.

Zurzeit gibt es 644 nicht versorgte Bewerber und 825 unbesetzte Ausbildungsstellen im Landkreis.

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Weitere Informationen

Unter "Weitere Informationen" finden Sie den Arbeitsmarktbericht März 2020 in Zahlen

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*Hier ein paar wichtige Infos zu Kurzarbeit und -Kurzarbeitergeld (KUG) in Kürze:

⇒Kurzarbeit könen Unternehmen beantragen, die aufgrund unverschuldeter

wirtschaftlicher Ursachen wie Lieferengpässe bei benötigten Produktionsteilen oder

anderer nicht beeinflussbarer (unabwendbarer) Ereignisse wie z.B. die Coronavirus-Pandemie

•kurzfristig in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten,

•ihre Beschäftigten dadurch nicht mehr voll auslasten können

•und bei denen mindestens 10 Prozent der im Betrieb Beschäftigten mindestens

zehn Prozent ihres Lohns einbüßen.

⇒Die Bundesagentur zahlt Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns; wenn Arbeitnehmer/innen mindestens 0,5 Kinder auf der Lohnsteuersteuer eingetragen haben, beträgt der Satz 67 Prozent. Die Sozialversicherungsbeiträge erstattet die Bundesagentur für Arbeit vollständig.