30.04.2020 | Presseinfo Nr. 47

Der Arbeitsmarkt im April 2020

April 2020: Kurzarbeit statt Frühjahrbelebung – Corona-Krise trifft Arbeitsmarkt

  • 1 712 geprüfte Anzeigen von Betrieben über Kurzarbeit
  • 687 mehr Menschen arbeitslos als vor einem Jahr
  • Arbeitslosenquote 4,4 Prozent

Die Corona-Krise ist auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Sie trifft nahezu alle Branchen im Landkreis und lässt mehr Menschen aus allen Personen- und Altersgruppen arbeitslos werden.

Die Arbeitslosigkeit wird durch das Instrument der Kurzarbeit abgepuffert.

Für den gesamten Arbeitsagenturbezirk Marburg/Landkreis wurden seit März 1 712 Kurzarbeit- Anzeigen geprüft; im Landkreis Marburg-Biedenkopf gibt es insgesamt 5 638 Betriebe, die, weil sie mindestens einen Beschäftigten haben, Kurzarbeitgergeld-berechtigt sein können.

Hinter der Zahl der 1 712 geprüften Anzeigen über Kurzarbeit stehen potenziell 21 247 Arbeitnehmer*innen, die mittels Kurzarbeitergeld ihren Arbeitsplatz behalten können.

Im April waren insgesamt 5 902 Personen arbeitslos gemeldet, 687 oder 13,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vormonat März weist die Statistik 551 oder rund 10 Prozent mehr Arbeitslose aus. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,4 Prozent.

Arbeitslosenzahlen regional:

Deutlich Steigerungen der Arbeitslosenzahlen gab es im Raum Marburg und Biedenkopf, im Geschäftsgebiet der Arbeitsagentur Stadtallendorf weniger Arbeitslose.

-Marburg: Arbeitslosenquote bei 4,5 Prozent (3 086 Arbeitslose)

-Stadtallendorf: Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent (1 456 Arbeitslose)

-Biedenkopf: Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent (1 360 Arbeitslose)

Fluktuation am Arbeitsmarkt

Diese Entwicklung trifft fast ausschließlich die Arbeitsagentur; im SGB III gab es 27,4 Prozent mehr Arbeitslose, im SGB II stieg die Arbeitslosigkeit um 3,1 Prozent.

Von 1 635 neuen Arbeitslosen kamen 816 aus vorheriger Erwerbstätigkeit: 234 Personen (rund 40 Prozent) mehr als einen Monat vorher bzw. 244 (rund 43 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor.

Gleichzeitig gibt es auch noch positive Entwicklungen in den für die Infrastruktur wichtigen Bereichen. Von 1 076 Personen, die sich aus der Arbeitslosigkeit abmeldeten, gingen 517 in eine Erwerbstätigkeit: immerhin 41 oder 8,6 Prozent mehr als einen Monat vorher und nur 7 Personen weniger als ein Jahr zuvor.

Im Krisenmodus: Zahl der gemeldeten Stellen

283 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen wurden gemeldet, das waren 278 oder 49,6 Prozent weniger als im April 2019.

So gut wie alle Branchen waren betroffen. Allein im Bereich Gesundheit/Sozialwesen wurden mehr sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet als vor einem Jahr.

Ausbildungsmarkt – weniger Ausbildungsstellen und weniger Bewerber

(Zeitraum Oktober 2019 bis April 2020):

Es gibt 1 236 gemeldete Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das sind rund 12 Prozent oder 165 Jugendliche weniger als vor einem Jahr. Parallel dazu sind bis jetzt 1 360 Berufsausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit Marburg gemeldet worden, das sind 8,7 Prozent oder 129 Stellen weniger als ein Jahr zuvor.

Zurzeit gibt es 608 nicht versorgte Bewerber und 767 unbesetzte Ausbildungsstellen im Landkreis.

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Weitere Informationen

Untere "Weitere Informationen" finden Sie den Arbeitsmarktbericht April 2020 in Zahlen.