14.05.2020 | Presseinfo Nr. 49

Corona hin oder her - Weiter ausbilden ist angesagt!

Gemeinsame Pressemitteilung Arbeitsagentur Marburg, IHK Kassel-Marburg,
IHK Lahn-Dill, Kreishandwerkerschaften Marburg und Biedenkopf und Landkreis Marburg-Biedenkopf

Die Arbeitsagentur Marburg, IHK Kassel-Marburg, IHK Lahn-Dill sowie die Kreishand-werkerschaften Marburg und Biedenkopf appellieren an Ausbildungsbetriebe

1.464 neue Ausbildungsverträge für eine duale Ausbildung von jungen Menschen wurden 2019 im Landkreis Marburg-Biedenkopf bei den Kammern eingetragen.

Mit der Ausbildung wird eine Win-Win-Perspektive geschaffen, und zwar für Jugendliche und Betriebe: eine Chance zur Fachkräftesicherung auf der einen Seite, eine Basis für berufliches Fortkommen und materielle Sicherheit auf der anderen. Auch für den Ausbildungsstart im Sommer 2020 sind schon viele Ausbildungsverträge gemacht worden.

Nun werden die Auswirkungen der „Corona“-Pandemie in so manchem Betrieb nicht ohne Folgen bleiben, was neue Ausbildungsverhältnisse bzw. die Organisation bestehender Ausbildungsverhältnisse angeht.

 

Ausbildungsmarkt im Landkreis - weniger Ausbildungsstellen und weniger Bewerber bei der Arbeitsagentur gemeldet (Zeitraum Oktober 2019 bis April 2020):

Es gab 1 236 gemeldete Bewerber für Berufsausbildungsstellen (rund 12 Prozent oder 165 Jugendliche weniger als vor einem Jahr).

Parallel dazu waren 1 360 Berufsausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit Marburg gemeldet worden (8,7 Prozent oder 129 Stellen weniger als ein Jahr zuvor); der stärkste Rückgang war im Raum Biedenkopf zu beobachten (77 Ausbildungsstellen oder 19,4 Prozent weniger).  

Ende April waren noch 767 unbesetzte Ausbildungsstellen und 608 Bewerber ohne einen Ausbildungsplatz registriert. Somit kamen Ende April rechnerisch 110 Lehrstellen auf 100 Bewerber.

„Die aktuellen Zahlen können noch nicht die via „Corona“ entstehenden Effekte auf den Ausbildungsmarkt abbilden“, betont Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit Marburg. „Betriebe und Unternehmen der Region haben bislang auch nur im Einzelfall Ausbildungsstellen storniert. Unsere Arbeit geht in Richtung: Weiter ausbilden – für die Zeit nach Corona. Die Kollegen*innen der Berufsberatung führen derzeit zwar nicht persönliche Gespräche in der Agentur, dafür aber werden laufend aktive/neue Bewerber*innen telefonisch oder online beraten.“

Gesucht werden derzeit unter anderem Auszubildende in unterschiedlichen kauf-männischen Berufen, Friseure, Bankkaufleute sowie Zahnmedizinische Fach-angestellte. Daneben finden sich auch Verkäufer*innen, Köche*innen und Handelfachwirte in der Liste der offenen Stellen wieder, ebenso Berufe aus der Verfahrensmechanik, dem Maschinen- und Anlagenbau, Elektronik sowie Energie-/Gebäudetechnik.

 

Dr. Thomas Fölsch, Bereichsleiter Aus- und Weiterbildung bei der IHK Kassel-Marburg: „Die Entwicklungen rund um die Corona-Krise beeinflussen das Geschehen rund um die duale Ausbildung in unseren Betrieben auf nie dagewesene Weise. Alle für die Ausbildung verantwortlichen Personen und Institutionen sehen sich vor Heraus-forderungen gestellt, die in dieser Dichte und Wucht nicht vorhersehbar waren. Hier muss sich zeigen, was agiles Handeln zu leisten imstande ist. Nun ist die Zeit für gemeinsames Handeln, wie die Politik es uns im großen Maßstab vormacht. Gut, dass sich die hier versammelten Institutionen schon seit langem in Abstimmung und Kooperation geübt haben. Die gute Nachricht ist: Das Ausbildungssystem fährt gewissermaßen unter Schwerlast, aber es leistet großartige Arbeit. Zügig und entschlossen auf die ständig wechselnden Szenarien zu reagieren und dabei sowohl Rechtsstandards wie Hygieneregeln und Sicherheitsansprüche zu gewährleisten, das ist eine große Herausforderung. Ich bin froh, dass das duale Ausbildungssystem so zuverlässig seine Arbeit macht. Ebenso verlassen sich unsere Betriebe darauf, von ihren Wirtschaftseinrichtungen wie der IHK klare Hinweise und Unterstützung zu bekommen, was zu tun ist, in Sachen Ausbildung und Neueinstellung von Auszubildenden unter den Vorzeichen der Krise. Unser Haus hat eine Kampagne ins Leben gerufen, die das perfekte Matching von Betrieb und Bewerber in den Vordergrund stellt und jedem Bewerber den Weg zu einem geeigneten Ausbildungsplatz ebnen soll. Gemeinsam mit unseren Ausbildungsbetrieben werden wir intensiv daran arbeiten, dieses Ziel zu erreichen. Wir sind zuversichtlich.“

Die komplette Presseinformation finden Sie unter "Weitere Informationen" in der rechten Spalte.