30.07.2020 | Presseinfo Nr. 73

Der Arbeitsmarkt im Juli 2020

Arbeitsmarkt im Juli 2020:
- Hohe Arbeitslosigkeit im Versichertenbereich, Arbeitsagentur unter Volllast
- Zahl der neu gemeldeten Stellen steigt wieder
 

  • Realisierte Kurzarbeit im März: 822 Betriebe und 7 208 Arbeitnehmer*innen
  • Deutlich mehr Menschen arbeitslos
  • 1 177 mehr arbeitslose Menschen als vor einem Jahr
  • Arbeitslosenquote = 4,7 Prozent

 

Im Juli wurden in allen Regionen des Landkreises mehr Arbeitslose gezählt. Insgesamt waren 6 340 Personen arbeitslos gemeldet, 1 177 oder rund 23 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch gegenüber Juni 2020 ist die Zahl im Landkreis gestiegen, und zwar um 194 Personen oder 3,2 Prozent.

Die Arbeitslosenquote lag bei 4,7 Prozent; im Vergleich zu Juli 2019 ist sie um fast einen Prozentpunkt gewachsen.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft vor allem den Rechtskreis SGB III. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2019 wurden im SGB III (Arbeitsagentur) fast 50 Prozent mehr Arbeitslose (970 Personen) gezählt als vor meinem Jahr; im Bereich SGB II (Kreisjobcenter) waren es 207 oder 6,6 Prozent mehr.

Der Vergleich mit dem Vormonat Juni 2020 betrifft vollständig den Rechtskreis SGB III; in der Versichertengemeinschaft gab es 219 oder rund 8 Prozent mehr Arbeitslose als vor einem Monat. Im SGB II (Kreisjobcenter) gab es dagegen sogar 25 Arbeitslose weniger.

 

Kurzarbeit

Für den gesamten Arbeitsagenturbezirk Marburg/Landkreis liegen seit Beginn der Corona-Krise im März 2 026 Kurzarbeit-Anzeigen von Betrieben vor; dahinter stehen/standen  potenziell 24 915 Arbeitnehmer*innen im Landkreis Marburg-Biedenkopf, die in Kurzarbeit gegangen sind.

Im Juli zeigten 32 Betriebe Kurzarbeit an für 377 Mitarbeiter*innen. 

Realisiert wurde allein im März Kurzarbeit bei 7 208 Menschen in 822 Betrieben.

Das Instrument Kurzarbeit kann in Betrieben vorübergehende wirtschaftliche Krisenphasen überbrücken und damit Arbeitsplätze erhalten. Eingearbeitete Mitarbeiter*innen bleiben dem Betrieb erhalten und Entlassungs- und Einstellungskosten können vermieden werden. Insgesamt gibt es im Landkreis 5 638 Betriebe, die, weil sie mindestens einen Beschäftigten haben, Kurzarbeitergeldberechtigt sind.

 

Arbeitslosenzahlen regional –in allen Regionen des Landkreises mehr Arbeitslose als vor einem Jahr

-Marburg: Arbeitslosenquote bei 4,9 Prozent (3 426 Arbeitslose)

-Stadtallendorf: Arbeitslosenquote bei 4,6 Prozent (1 500 Arbeitslose)

-Biedenkopf: Arbeitslosenquote bei 4,3 Prozent (1 414 Arbeitslose)

 

Fluktuation am Arbeitsmarkt – deutlich weniger Zu- und Abgänge

1 235 Personen meldeten sich neu arbeitslos, 286 oder rund 19 Prozent weniger als vor einem Jahr und 204 oder rund 20 Prozent mehr als im Juni 2020.

1 041 Personen meldeten sich aus der Arbeitslosigkeit ab, das waren 142 oder 12 Prozent weniger als vor einem Jahr; im Vergleich zum Vormonat Juni 2020 waren es 20 Personen weniger.   

 

Zahl der gemeldeten Stellen

Im Juli wurden 434 neue Arbeitsstellen gemeldet, das waren 139 und damit fast ein Viertel  weniger als ein Jahr zuvor; im Vergleich zu Juni waren es 37 oder 9,3 Prozent mehr.  

Seit April nimmt die Zahl der neu gemeldeten Stellen wieder kontinuierlich zu.

 

Ausbildungsmarkt – weniger Ausbildungsstellen und weniger Bewerber

(Zeitraum Oktober 2019 bis Juli 2020):

Es gibt 1 461 gemeldete Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das sind 9,5 Prozent oder 153 Jugendliche weniger als vor einem Jahr. Parallel dazu sind bis jetzt 1 489 Berufsausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit Marburg gemeldet worden, das sind 8,9 Prozent oder 146 Stellen weniger als ein Jahr zuvor.

Zurzeit gibt es 500 nicht versorgte Bewerber und 524 unbesetzte Ausbildungsstellen im Landkreis.

 

Weitere Informationen

Unter "Weitere Informationen" finden Sie den Arbeitsmarktbericht und den Ausbildungsmarktbericht in Zahlen.

 

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