12.11.2020 | Presseinfo Nr. 106

Der Bezug von Kurzarbeitergeld - bis zu 24 Monaten möglich

Grundsätzlich gilt: Kurzarbeitergeld kann für zwölf Monate bezogen werden. Um die Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie abzudämpfen, wurde die Bezugsdauer der Lohnersatzleistung nun für Betriebe auf maximal bis zu 24 Monate verlängert, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind.
 

Verlängerung der Bezugsdauer auf maximal 24 Monate

  • Maximaler Anspruch: 24 Monate
  • Voraussetzung für einen über 12-monatigen Kug-Beug ist: Erster Kug-Bezug  spätestens im Dezember 2020. Danach gilt wieder die 12-Monats-Frist, denn:

Die aktuelle Weisung ist befristet bis 31.12.2021. Demnach kann die 24 Monate nach derzeitiger Rechtslage nur ausschöpfen, wer spätestens im Januar 2020 mit der Kurzarbeit begonnen hat (01.01.2020 – 31.12.2021 oder auch 01.11.2019 – 31.10.2021).

Erstattung der SV-Beiträge

  • Bis zum 30.06.2021 wird weiterhin die Beiträge zur Sozialversicherung zu 100% übernommen.
  • Im Zeitraum vom 01.07.2021 – 31.12.2021 in Höhe von 50 % der allein vom Arbeitgeber zu tragenden Beiträge in pauschalierter Form

Folgende Erleichterungen beim Zugang zur Kurzarbeit gelten fort, sofern die Kurzarbeit spätestens am 31.03.2021 eingeführt wurde

  • Senkung der Grenze der im Betrieb/der Betriebsabteilung mindestens Betroffenen auf 10 v.H. der Beschäftigten.
  • Bei Einführung der Kurzarbeit ab April 2021 gilt wieder das Drittelerfordernis aus der Vor-Corona-Zeit.
  • Auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Zeitarbeitsbranche haben bei Einführung der Kurzarbeit spätestens am 31.03.2021 weiterhin einen Anspruch auf Kug.
  • Ab dem 01.04.2021 greift wieder die alte Regelung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG), die im Falle von Arbeitsmangel eine ungeminderte Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers vorsieht.

Formlose Anzeige auf Verlängerung reicht aus

Für die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes ist eine neue Anzeige des Arbeitgebers bei der Arbeitsagentur erforderlich. Die Anzeige auf Verlängerung kann formlos erfolgen, zum Beispiel per E-Mail. Wichtig ist allerdings, dass in der Anzeige

  • die Dauer und die Gründe für eine Verlängerung geschildert werden,
  • entweder die Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat über die Ver-längerung vorgelegt oder
  • in Betrieben ohne Betriebsrat, die Einzelvereinbarungen mit den Arbeitnehmern*innen belegt und für die Abschlussprüfung aufbewahrt werden. Keine Zusendung vor der Abschlussprüfung.

Erneute Anzeige von Kurzarbeitergeld nach Unterbrechung

Die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld kann auch unterbrochen werden. Ist in einem Unternehmen zum Beispiel kurzfristig ein größerer Auftrag zu bearbeiten, kann der Bezug der Lohnersatzleistung ausgesetzt werden. Wird wieder Kurzarbeitergeld beantragt, verlängert sich die Bezugsdauer um diesen Unterbrechungszeitraum. Wichtig ist, dass nach einer Unterbrechung von drei oder mehr Monaten eine erneute Anzeige der Kurzarbeit durch die Unternehmen und Betriebe erforderlich ist.

Qualifizierung von Beschäftigten während Kurzarbeit.

  • Während der Kurzarbeit besteht grundsätzlich die Möglichkeit der Beschäftigten Qualifizierung.
  • Die Agentur für Arbeit kann bei Vorliegen bestimmter Kriterien die Weiterbildungskosten ganz oder teilweise übernehmen.

Für nähere Informationen und zur individuellen Beratung stehen wir Ihnen telefonisch sehr gerne zur Verfügung.

Kontakt für Betriebe:

Tel. 0800 45555 20 (kostenfrei)

E-Mail. Marburg.arbeitgeber@arbeitsagentur.de

Hinweis

Dokumente können auch digital eingereicht werden – entweder über die Kurzarbeit-App oder über den Upload Service der Bundesagentur. App und Upload Service findet man auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit: https://www.arbeitsagentur.de/m/corona-kurzarbeit/

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