21.01.2021 | Presseinfo Nr. 8

Neuregelungen Kurzarbeitergeld und Qualifizierung während Kurzarbeit

Zum 1. Januar 2021 traten folgende Erleichterungen beim Bezug von Kurzarbeitergeld in Kraft:

Verlängerte Bezugsdauer von bis zu 24 Monaten, längstens aber bis Ende 2021

Die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wurde verlängert. Dabei gilt, dass der Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31.12.2020 entstanden sein muss. Die Verlängerung kann längstens bis zum 31.12.2021 erfolgen. Damit die Voraussetzung erfüllt ist, musste spätestens im Dezember 2020 Kurzarbeitergeld an die Beschäftigten ausgezahlt werden.

Für die Verlängerung des Bezugszeitraums ist in den Fällen, in denen bereits Kurzarbeitergeld gezahlt wird, eine (Verlängerungs-)Anzeige des Arbeitgebers erforderlich. In den Fällen, in denen bis zum 31.12.2020 über eine erstmalige Anzeige des Arbeitsausfalls entschieden wurde, kann der Anspruch auf Kurzarbeitergeld schon jetzt bis längstens zum 31.12.2021 bewilligt werden.

Verlängerung der Zugangserleichterungen

Wenn der Betrieb bis zum 31.03.2021 Kurzarbeit begonnen hat, gelten befristet bis 31.12.2021 folgende Erleichterungen beim Zugang zum Kurzarbeitergeld:

  • Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent ihres monatlichen Bruttoentgelts haben.
  • Zur Vermeidung der Kurzarbeit müssen keine negativen Arbeitszeitsalden (Minusstunden) gebildet werden.
  • Leiharbeitnehmer*innen haben einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge

Die Sozialversicherungsbeiträge werden für die Zeit eines Arbeitsausfalls längstens bis 31.12.2021 weiterhin von der Bundesagentur für Arbeit erstattet, wenn der Betrieb bis zum 30.06.2021 Kurzarbeit begonnen hat. Die Erstattung erfolgt über den Bezug von Kurzarbeitergeld. Während der Zeit vom 01.01. bis 30.06.2021 werden die Beiträge in Höhe von 100 Prozent erstattet, ab 01.07. bis Jahresende in Höhe von 50 Prozent.

Qualifizierung während Kurzarbeit

Für Beschäftigte, die in Kurzarbeit sind und sich gleichzeitig qualifizieren, kann Ihr Betrieb die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge erstattet bekommen. Dies gilt bis 31. Juli 2023.

Voraussetzungen für diese Erstattung sind:

  •  Die berufliche Weiterbildungsmaßnahme hat während der Kurzarbeit begonnen.
  •  Die Maßahme dauert mehr als 120 Stunden.
  •  Maßahme und Träer sind zugelassen

Die Sozialversicherungsbeiträge können auch erstattet werden, wenn die Weiterbildung auf ein Fortbildungsziel vorbereitet, das nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) förderfähig ist.

Übernahme von Lehrgangskosten

Diese werden in Abhängigkeit von der Betriebsgröße erstattet.

Betriebe mit weniger als 10 Beschäftigten erhalten 100%

Betriebe mit 10 – 249 Beschäftigten erhalten 50%.

Größere Betriebe mit 250 – 2.499 Beschäftigten erhalten 25%.

Großbetriebe ab 2.500 beschäftigten erhalten 15%.

Lehrgangskosten für Fortbildungsziele die nach dem AFBG förderfähig sind, können nicht erstattet werden.

Weitere Informationen unter: https://www.arbeitsagentur.de/m/corona-kurzarbeit/

Folgen Sie der Agentur für Arbeit Marburg auf Twitter