31.03.2020 | Presseinfo Nr. 38

Kurzarbeit in der Region

Im Verlauf des März ist ein drastischer Anstieg der eingehenden Anzeigen zu Kurzarbeit zu verzeichnen. Kurzarbeit hat den Sinn, dass Arbeitsplätze gesichert werden und dass sich Unternehmen Fach- und Arbeitskräfte sichern. Wenn Arbeitgeber ihre Beschäftigten im Unternehmen halten, können sie, sobald sich die Auftragslage wieder erholt, ihren Wirtschaftsbetrieb sofort wieder erfolgreich hochfahren.

Unternehmen versuchen gerade, wie in der Finanz- und Wirtschaftskrise, zumindest ihre Beschäftigten im Unternehmen mit Kurzarbeit zu halten. Genau dafür ist Kurzarbeit da: Arbeitslosigkeit vermeiden. Vor zehn Jahren war vor allem die Industrie von der krisenhaften Entwicklung betroffen. Heute steht fast die gesamte Wirtschaft vor einer dieser Herausforderung.

„Wir erleben eine Mischung aus Viruseindämmung, Strukturwandel und einsetzender Wirtschaftskrise. Derzeit stehen nicht nur Förderbänder in den Fabriken still, es sind z.B. auch Läden, Cafés und Handwerksbetriebe geschlossen“, so Oliver Schmale, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Meschede-Soest. Es ist derzeit davon auszugehen, dass die Zahl der tatsächlich Kurzarbeitenden in der Spitze erheblich höher ausfallen wird als vor 12 Jahren. Eine stabile Datenbasis liegt dafür derzeit aber noch nicht vor.

Wenn Betriebe Kurzarbeit planen, müssen sie das bei der Agentur für Arbeit anzeigen. Ohne Anzeige ist später keine Zahlung möglich. Wird dann tatsächlich kurzgearbeitet, kann der Betrieb innerhalb von 3 Monaten die erforderliche Abrechnungsliste einreichen. „Erst danach haben wir endgültige Daten dazu, wie viele Personen in welcher Branche betroffen sind und wie groß der Arbeitsausfall war. Für den März sind bis vergangenen Freitag in unserer Agentur schon etwa 5.000 Anzeigen zu Kurzarbeit eingegangen, die teils schon geprüft und erfasst sind“, so Schmale weiter. Im weiteren Jahresverlauf wird diese Zahl weiter ansteigen. Priorität hat für die Agenturen die schnelle und unbürokratische Bearbeitung aller Anträge. Dafür wurde in wenigen Tagen das zur Bearbeitung eingesetzte Personal vervielfacht.

Zum Hintergrund:
In damaligen Krisen-Zeiten (2008/2009) wurden Kurzarbeit vor allem von Industrie-Unternehmen beantragt. Aktuell ist nahezu jede Branche betroffen. Im Agenturbezirk Meschede-Soest lagen die eingegangenen Anzeigen im Jahr 2009 bei rund 1.100 und rund 25.000 betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.