30.04.2020 | Presseinfo Nr. 43

Auswirkungen von Covid-19 erfassen im April den gesamten Arbeitsmarkt

Die Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt: Für knapp 41 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten wurde bislang Kurzarbeit angezeigt. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Meschede-Soest steigt die Arbeitslosigkeit im Berichtsmonat um 1.563 Personen oder 10,3 Prozent. Aktuell sind 16.695 Männer und Frauen als arbeitslos registriert.

„Der Arbeitsmarkt im April ist von den Folgen der Corona-Virus-Pandemie stark geprägt. Auswirkungen hatte das Infektionsgeschehen unter anderem auf die Zahl der Anzeigen zur konjunkturellen Kurzarbeit, auf die Arbeitslosigkeit und auf die Nachfrage nach Arbeitskräften. Die saisonal übliche Frühjahresbelebung ist aufgrund der Pandemie-Folgen in diesem Jahr ausgeblieben. Obwohl viele Arbeitgeber derzeit auf Kurzarbeit zurückgreifen und Kündigungsfristen einzuhalten sind, ist die Zahl der Arbeitslosen im April angestiegen. Neueinstellungen gehen stark zurück. Nur wenige Branchen melden derzeit Arbeitsstellen", so Oliver Schmale, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Meschede-Soest zur aktuellen Entwicklung.

Gegenüber früheren Erfahrungen ist neu, dass nahezu alle Branchen gleichzeitig von Kurzarbeit betroffen sind. Die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeitergeld sowie die Zahl der betroffenen Personen ist auf ein Rekordniveau gestiegen. Nicht jede angezeigte verkürzte Arbeit wird auch realisiert. „Details dazu erfahren wir erst nach der eigentlichen Abrechnung mit einem Zeitverzug von bis zu 6 Monaten. Seit Anfang März bis zum 26. April wurden in unserem Agenturbezirk 5.500 Anzeigen auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld mit rund 93.000 Personen gestellt. Ein Vergleich mit den Auswirkungen der Finanzkrise 2008/2009 zeigt, wie deutlich höher die Anzeigen aktuell ausfallen. Im gesamten Jahr 2009 sind im Agenturbezirk 1.379 Anzeigen für 28.381 Personen in Kurzarbeit eingegangen. In der aktuellen Krise sind uns Anzeigen aus nahezu allen Branchen zugegangen. Besonders stark betroffen ist mit 95 Prozent der Beschäftigten in angezeigter Kurzarbeit das Gastgewerbe. Im Vergleich dazu ist der Handel mit etwa 25 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Anzeigen eher unterdurchschnittlich betroffen."


Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Meschede-Soest:

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Meschede-Soest beträgt die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen 5,2 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,5 Prozent.

Im Versicherungsbereich (Rechtskreis Sozialgesetzbuch Drittes Buch, SGB III - Arbeitslosengeld I) werden aktuell 7.425 arbeitslose Menschen betreut, das sind 954 Personen oder 14,7 Prozent mehr als im Vormonat und 1.805 Frauen und Männer oder 32,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Rechtskreis Sozialgesetzbuch Zweites Buch, SGB II - Arbeitslosengeld II) sind 9.270 Personen bei den Jobcentern registriert; 609 Männer und Frauen oder 7,0 Prozent mehr als im Vormonat und 653 Personen oder 7,6 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.


Der Arbeitsmarkt im Hochsauerlandkreis (HSK)

Kurzarbeit

Seit Anfang März bis zum 26. April sind im Hochsauerlandkreis insgesamt etwa 2.800 Anzeigen für konjunkturelles Kurzarbeitergeld mit mehr als 49.500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingegangen. In der aktuellen Krise sind uns Anzeigen aus nahezu allen Branchen von Kurzarbeit zugegangen. Besonders betroffen ist mit nahezu 100 Prozent der Beschäftigten in angezeigter Kurzarbeit das Gastgewerbe. Im Vergleich dazu ist der Handel mit etwa 29 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Anzeigen eher unterdurchschnittlich betroffen. Für insgesamt etwa 45 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen1 im HSK ist bisher Kurzarbeit angezeigt worden.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Hochsauerlandkreis im April 2020 gestiegen. Insgesamt waren 6.815 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 661 Personen oder 10,7 Prozent mehr. Im Vergleich zum April 2020 des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 961 Personen bzw. 16,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im April 2020 4,6 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 3,9 Prozent (+0,7 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 3.127 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 466 Personen bzw. 17,5 Prozent erhöht. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 764 Personen oder 32,3 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

In der Grundsicherung sind 195 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 197 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis zum Vormonat und zum Vorjahr entspricht dies 5,6 Prozent mehr. Insgesamt sind es 3.688 Personen und damit 54,1 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

715 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Hochsauerlandkreis unter 25 Jahre alt. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 121 junge Arbeitslose mehr und im Vorjahresvergleich 156 arbeitslose junge Menschen mehr. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 20,4 Prozent zum Vormonat bzw. plus 27,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ältere Arbeitslose

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat um 184 Personen oder 8,2 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 310 Arbeitslose mehr (+14,7 Prozent). Insgesamt sind 2.420 Menschen ab 50 Jahre im Hochsauerlandkreis betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Hochsauerlandkreis im Berichtsmonat gestiegen. 2.231 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 85,2 Prozent (1.901 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 105 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 147 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 59,3 Prozent Stellen (-277) weniger gemeldet als im Vormonat. Im Bestand befinden sich insgesamt 2.472 offene Stellen, 241 weniger als im Vormonat und 361 weniger als im Vorjahresmonat. "Wir spüren Stellenrückgänge insbesondere in den Bereichen Gastgewerbe und verarbeitendes Gewerbe."


Der Arbeitsmarkt im Kreis Soest

Kurzarbeit

Seit Anfang März bis zum 26. April sind im Kreis Soest etwa 2.600 Anzeigen für konjunkturelles Kurzarbeitergeld mit mehr als 43.700 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingegangen. In der aktuellen Krise sind uns Anzeigen aus nahezu allen Branchen zugegangen. Besonders betroffen ist mit nahezu 90 Prozent der Beschäftigten in angezeigter Kurzarbeit das Gastgewerbe. Im Vergleich dazu ist der Handel mit etwa 22 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeiter in den Anzeigen eher unterdurchschnittlich betroffen. Für etwa 38 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen2 im Kreisgebiet ist bisher Kurzarbeit angezeigt worden.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Soest im April 2020 gestiegen. Insgesamt waren 9.880 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 902 Personen oder 10 Prozent mehr. Im Vergleich zum April 2020 des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.497 Personen bzw. 17,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im April 2020 5,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5 Prozent (+0,8 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 4.298 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 488 Personen bzw. 12,8 Prozent erhöht. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 1.041 Personen oder 32,0 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

In der Grundsicherung sind 414 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 456 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis zum Vormonat entspricht dies 8 Prozent mehr bzw. 8,9 Prozent mehr zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.582 Personen und damit 56,5 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

927 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Soest unter 25 Jahre alt. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 136 junge Arbeitslose mehr und im Vorjahresvergleich 177 arbeitslose junge Menschen mehr. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 17,2 Prozent zum vorherigen Monat bzw. plus 23,6 Prozent im Vorjahresvergleich.

Ältere Arbeitslose

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat um 262 Personen oder 7,9 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 532 Arbeitslose mehr (+17,5 Prozent). Insgesamt sind 3.567 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Soest betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Soest im Berichtsmonat gestiegen. 3.123 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 86,6 Prozent (2.704 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 138 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 148 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 62,4 Prozent weniger Stellen als im Vormonat gemeldet (-482 Stellen). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.654 offene Stellen, 376 weniger als im Vormonat und 496 weniger als im Vorjahresmonat. "Wir spüren Stellenrückgänge insbesondere in den Bereichen Gastgewerbe, Arbeitnehmerüberlassung und dem verarbeitenden Gewerbe."


Der Ausbildungsmarkt im Agenturbezirk der Agentur für Arbeit Meschede-Soest

Bis April 2020 sind im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest insgesamt 4.013 Berufsausbildungsstellen gemeldet worden. Dem gegenüber stehen 2.789 Bewerber und Bewerberinnen, die sich im Laufe des Berichtsjahres bei den Agenturen für Arbeit vor Ort gemeldet haben. Zurzeit sind noch 1.210 junge Frauen und Männer auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Gleichzeitig sind noch 2.053 Ausbildungsplätze unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl von Bewerber/innen um 312 Personen gesunken. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um 112 gestiegen.


Ausbildungsmarkt im Hochsauerlandkreis

1.622 Jugendliche aus dem Hochsauerlandkreis haben sich seit Oktober 2019 an die Berufsberatung der heimischen Agenturen für Arbeit gewandt, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Insgesamt sind das 117 Personen (-6,7 Prozent) weniger als im Vorjahr. 670 Jugendliche sind davon aktuell noch unversorgt: 50 Personen (-6,9 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor. Der Vielzahl an Bewerbern und Bewerberinnen stehen derzeit 2.130 gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber, von denen aktuell noch 1.015 Ausbildungsplätze unbesetzt sind. Im Vergleich zum Vorjahr sind seit Beginn des Berichtsjahres 152 Ausbildungsstellen (7,7 Prozent) mehr gemeldet worden.

"Auch der Ausbildungsmarkt ist derzeit von den Auswirkungen der Pandemie auf das Wirtschaftsleben geprägt. Viele Unternehmen warten jetzt aufgrund der Unsicherheit mit einer Entscheidung, ob sie in diesem Jahr weiter auf Ausbildung setzen wollen. Die Berufsberatung gibt derzeit ihr Bestes, die Schülerinnen und Schüler unserer Region auch ohne persönliche Kontaktmöglichkeiten zu erreichen und zu beraten. Im besten Fall holt der Ausbildungsmarkt das, was er jetzt verpasst hat, in kurzer Zeit wieder auf. Denn die Herausforderung, dass viele Unternehmen strukturell gut ausgebildeten Nachwuchs benötigen, bleibt für die Wirtschaft weiter bestehen – auch nach Covid-19. Wir erkennen das an der weiterhin hohen Zahl an gemeldeten Ausbildungsstellen. Ich möchte sowohl Arbeitgeber, als auch Jugendliche ermutigen, weiter am Thema Ausbildung festzuhalten", so der Experte.


Ausbildungsmarkt im Kreis Soest

1.167 Jugendliche aus dem Kreis Soest haben sich seit Oktober 2019 an die Berufsberatung der heimischen Agenturen für Arbeit gewandt, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Insgesamt sind das 195 Personen (-14,3 Prozent) weniger als im Vorjahr. 540 Jugendliche sind davon aktuell noch unversorgt: 83 Personen (-13,3 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor. Der Vielzahl an Bewerbern und Bewerberinnen stehen derzeit 1.883 gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber, von denen aktuell noch 1.038 Ausbildungsplätze unbesetzt sind. Im Vergleich zum Vorjahr sind seit Beginn des Berichtsjahres 40 Ausbildungsstellen (-2,1 Prozent) weniger gemeldet worden.

"Die Herausforderung, dass viele Unternehmen strukturell gut ausgebildeten Nachwuchs benötigen, bleibt für die Wirtschaft weiter bestehen – auch nach Covid-19. Wir erkennen das an der weiterhin hohen Zahl an gemeldeten Ausbildungsstellen. Aufgrund der derzeitigen Unsicherheit warten viele Unternehmen noch mit einer Entscheidung, ob sie in diesem Jahr weiter auf Ausbildung setzen wollen. Die Berufsberatung gibt derzeit ihr Bestes, die Schülerinnen und Schüler unserer Region auch ohne persönliche Kontaktmöglichkeiten zu erreichen und zu beraten. Im besten Fall holt der Ausbildungsmarkt das, was er jetzt verpasst hat, in kurzer Zeit wieder auf. Ich möchte sowohl Arbeitgeber, als auch Jugendliche ermutigen, weiter am Thema Ausbildung festzuhalten", so der Experte.