03.06.2020 | Presseinfo Nr. 46

Arbeitslosigkeit steigt moderat, Kurzarbeit ist das Mittel der Wahl

Die Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt: Neue Anzeigen zu Kurzarbeit werden im Mai nicht mehr so stark wie in den Vormonaten gestellt. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Meschede-Soest steigt die Arbeitslosigkeit im Berichtsmonat um 819 Personen oder 4,9 Prozent. Aktuell sind 17.514 Männer und Frauen als arbeitslos registriert.

„Die Unternehmen in unserer Region haben seit Mitte März bis zum 27. Mai etwa 6.100 Anzeigen auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld gestellt, so viele wie nie zuvor", so Oliver Schmale, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Meschede-Soest zur aktuellen Entwicklung. „Auch die Zahl der betroffenen Personen mit rund 108.000 seit März liegt nach wie vor auf Rekordniveau, ist aber im Berichtsmonat Mai nicht mehr so stark angestiegen. Jede Anzeige auf Kurzarbeit signalisiert auch die Bereitschaft der Unternehmen, das Personal zu halten und auf Kündigungen zu verzichten. Toll ist auch, dass viele Bildungsträger in unserer Region ihre Angebote online für die Kundinnen und Kunden fortsetzen, so dass aktuell auch die Zeit für Qualifizierungen genutzt werden kann."


Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Meschede-Soest:

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Meschede-Soest beträgt die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen 5,5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,4 Prozent.

Im Versicherungsbereich (Rechtskreis Sozialgesetzbuch Drittes Buch, SGB III - Arbeitslosengeld I) werden aktuell 7.855 arbeitslose Menschen betreut, das sind 430 Personen oder 5,8 Prozent mehr als im Vormonat und 2.353 Frauen und Männer oder 42,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Rechtskreis Sozialgesetzbuch Zweites Buch, SGB II - Arbeitslosengeld II) sind 9.659 Personen bei den Jobcentern registriert; 389 Männer und Frauen oder 4,2 Prozent mehr als im Vormonat und 1.033 Personen oder 12,0 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.


Der Arbeitsmarkt im Hochsauerlandkreis (HSK):

Kurzarbeit

Die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeitergeld sowie die Zahl der betroffenen Personen liegt nach wie vor auf Rekordniveau, ist aber im Berichtsmonat nicht mehr so stark angestiegen. Seit Anfang März sind im HSK insgesamt etwa 3.100 Anzeigen für konjunkturelles Kurzarbeitergeld eingegangen (davon 170 im Mai).

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass in den Zahlen für Mai Personen enthalten sind, die bereits im März oder April gemeldet worden waren (z.B. bei Verlängerung von Kurzarbeit). Die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit kann niedriger ausfallen als in den Anzeigen angekündigt.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Hochsauerlandkreis im Mai 2020 gestiegen. Insgesamt waren 7.163 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 348 Personen oder 5,1 Prozent mehr. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.376 Personen bzw. 23,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Berichtsmonat 4,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 3,9 Prozent (+0,9 Prozentpunkte).

"Durch die hohe Inanspruchnahme von Kurzarbeit können Kündigungen und Arbeitslosigkeit teilweise noch vermieden werden. Für viele Personen ist es allerdings derzeit schwierig, ihre Arbeitslosigkeit wieder zu beenden. Im Gesamtergebnis steigt deshalb die Arbeitslosigkeit im Augenblick, allerdings nur moderat", sagt der Experte weiter.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 3.326 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 199 Personen bzw. 6,4 Prozent erhöht. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 1.032 Personen oder 45 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

In der Grundsicherung sind 149 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 344 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis zum Vormonat entspricht dies 4 Prozent mehr bzw. 9,8 Prozent mehr zum Vorjahr. Insgesamt sind es 3.837 Personen und damit 53,6 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

758 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Hochsauerlandkreis unter 25 Jahre alt. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 43 junge Arbeitslose mehr; im Vorjahresvergleich 219 arbeitslose junge Menschen mehr. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 6 Prozent zum Vormonat bzw. plus 40,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ältere Arbeitslose

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat um 64 Personen oder 2,6 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 369 Arbeitslose mehr (+17,4 Prozent). Insgesamt sind 2.484 Menschen ab 50 Jahre im Hochsauerlandkreis betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Hochsauerlandkreis im Berichtsmonat gestiegen. 2.314 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 84,9 Prozent (1.965 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 83 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 188 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 431 Stellen gemeldet. Dies sind immerhin 241 mehr als noch im April. Im Bestand befinden sich insgesamt 2.386 offene Stellen, 86 weniger als im Vormonat und 478 weniger als im Vorjahresmonat.


Der Arbeitsmarkt im Kreis Soest:

Kurzarbeit

Die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeitergeld sowie die Zahl der betroffenen Personen liegt nach wie vor auf Rekordniveau, ist aber im Berichtsmonat nicht mehr so stark angestiegen. Seit Anfang März sind im Kreis Soest insgesamt etwa 3.000 Anzeigen für konjunkturelles Kurzarbeitergeld eingegangen (davon 212 im Mai).

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass in den Zahlen für Mai Personen enthalten sind, die bereits im März oder April gemeldet worden waren (z.B. bei Verlängerung von Kurzarbeit). Die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit kann niedriger ausfallen als in den Anzeigen angekündigt.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Soest im Mai gestiegen. Insgesamt waren 10.351 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 471 Personen oder 4,8 Prozent mehr. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 2.010 Personen bzw. 24,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Berichtsmonat 6,1 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,9 Prozent (+1,2 Prozentpunkte).

"Durch die hohe Inanspruchnahme von Kurzarbeit können Kündigungen und Arbeitslosigkeit teilweise noch vermieden werden. Für viele Personen ist es allerdings derzeit schwierig, ihre Arbeitslosigkeit wieder zu beenden. Im Gesamtergebnis steigt deshalb die Arbeitslosigkeit im Augenblick, allerdings nur moderat", sagt der Experte weiter.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 4.529 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 231 Personen bzw. 5,4 Prozent erhöht. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 1.321 Personen oder 41,2 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

In der Grundsicherung sind 240 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 689 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis zum Vormonat entspricht dies 4,3 Prozent mehr bzw. 13,4 Prozent mehr zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.822 Personen und damit 56,2 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

1.015 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Soest unter 25 Jahre alt. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 88 junge Arbeitslose mehr und im Vorjahresvergleich 302 arbeitslose junge Menschen mehr. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 9,5 Prozent zum vorherigen Monat bzw. plus 42,4 Prozent im Vorjahresvergleich.

Ältere Arbeitslose

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat um 137 Personen oder 3,8 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 664 Arbeitslose mehr (+21,8 Prozent). Insgesamt sind 3.704 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Soest betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Soest im Berichtsmonat gestiegen. 3.197 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 86,4 Prozent (2.761 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 74 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 221 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 574 Stellen gemeldet. Dies sind immerhin 283 mehr als noch im April. Im Bestand befinden sich insgesamt 2.438 offene Stellen, 216 weniger als im Vormonat und 692 weniger als im Vorjahresmonat.


Der Ausbildungsmarkt im Mai 2020

Agenturbezirk Meschede-Soest

Bis Mai 2020 sind im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest insgesamt 4.038 Berufsausbildungsstellen gemeldet worden. Dem gegenüber stehen 2.903 Bewerber und Bewerberinnen, die sich im Laufe des Berichtsjahres bei der Agenturen für Arbeit Meschede-Soest gemeldet haben. Zurzeit sind noch 1.107 junge Frauen und Männer auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Gleichzeitig sind noch 1.749 Ausbildungsplätze unbesetzt. Somit kommen auf jede/n unversorgten Bewerber/in 1,6 unbesetzte Berufsausbildungsstellen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl von Bewerber/innen gesunken. Auch die Zahl der Ausbildungsstellen ist gesunken. In den kommenden Monaten bestehen für alle Beteiligten noch gute Chancen.

Kreis Soest

1.228 Jugendliche aus dem Kreis Soest haben sich seit Oktober 2019 an die Berufsberatung der heimischen Agenturen für Arbeit gewandt, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Insgesamt sind das 186 Personen (-13,2 Prozent) weniger als im Vorjahr. 499 Jugendliche sind davon aktuell noch unversorgt, 55 Personen (-9,9 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor. Der Vielzahl an Bewerbern und Bewerberinnen stehen derzeit 1.893 gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber, von denen aktuell noch 827 Ausbildungsplätze unbesetzt sind. Im Vergleich zum Vorjahr sind seit Beginn des Berichtsjahres 134 Ausbildungsstellen (-6,6 Prozent) weniger gemeldet worden.

Hochsauerlandkreis

1.675 Jugendliche aus dem Hochsauerlandkreis haben sich seit Oktober 2019 an die Berufsberatung der heimischen Agenturen für Arbeit gewandt, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Insgesamt sind das 137 Personen (-7,6 Prozent) weniger als im Vorjahr. 608 Jugendliche sind davon aktuell noch unversorgt, 39 Personen (-6,0 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor. Der Vielzahl an Bewerbern und Bewerberinnen stehen derzeit 2.145 gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber, von denen aktuell noch 922 Ausbildungsplätze unbesetzt sind. Im Vergleich zum Vorjahr sind seit Beginn des Berichtsjahres 106 Ausbildungsstellen (5,2 Prozent) mehr gemeldet worden.

"Die Corona-Pandemie hinterlässt auch am Ausbildungsmarkt erste Spuren", sagt Oliver Schmale, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Meschede-Soest. „Viele Unternehmen sind derzeit damit beschäftigt, ihre Existenz zu sichern. Die Pandemie traf genau zur heißen Phase auf den Ausbildungsmarkt, in der viele Verträge geschlossen werden. Aufgrund der Unsicherheit werden aktuell viele Entscheidungen noch verschoben. Trotzdem möchte ich ermutigen, das Thema Ausbildung nicht aus den Augen zu verlieren. Die Arbeitgeber in unserer Region melden auch weiterhin offene Ausbildungsstellen und sind auf der Suche nach interessierten Auszubildenden. Trotz der derzeit erkennbaren Unsicherheiten auf dem Ausbildungsmarkt sollten besonders Jugendliche die Zeit nutzen und sich mit wichtigen Fragen der Berufs- und Studienwahl auseinandersetzen. Es wird ein Leben nach der Pandemie geben und gut ausgebildete Fachkräfte werden auch zukünftig existenziell für unsere Region sein. Eine duale Ausbildung legt einen wichtigen Grundstein für die berufliche Zukunft. Unsere Berufsberatung unterstützt dabei tatkräftig."