01.07.2020 | Presseinfo Nr. 51

Unternehmen setzen weiterhin stärker auf Kurzarbeit als auf Entlassungen.

Arbeitslosigkeit steigt gegenüber Mai nur leicht.

Die Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt: Im Bezirk der Agentur für Arbeit Meschede-Soest steigt die Arbeitslosigkeit im Berichtsmonat um 299 Personen oder 1,7 Prozent. Aktuell sind 17.813 Männer und Frauen als arbeitslos registriert.

„Die Unternehmen setzen weiterhin auf Kurzarbeit, in einem bisher unbekannten Ausmaß. Dadurch wird Beschäftigung aktuell gerettet. Wir verzeichnen natürlich auch Entlassungen. Der Grund für die leicht steigende Arbeitslosigkeit ist aber vor allem, dass weniger Menschen als sonst üblich wieder eine neue Beschäftigung finden, auch wenn die Einstellungsbereitschaft gegenüber Mai wieder etwas zugenommen hat ", so Oliver Schmale, Chef der Agentur für Arbeit Meschede-Soest, zur aktuellen Entwicklung. "Die Unternehmen in unserer Region blicken weiterhin unsicher in die Zukunft. Daher warten viele bis zuletzt mit Neueinstellungen, setzen Bewerbungsverfahren aus oder verlegen Eintrittstermine nach hinten. Besonders spannend bleibt die Entwicklung in den zahlreichen kurzarbeitenden Betrieben. Viele Unternehmen haben für längere Zeit Kurzarbeit angemeldet. Dies bietet die Chance, ihre Beschäftigten in dieser Zeit zu qualifizieren", erläutert er weiter.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Meschede-Soest beträgt die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen 5,6 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,4 Prozent.

Im Versicherungsbereich (Rechtskreis Sozialgesetzbuch Drittes Buch, SGB III - Arbeitslosengeld I) werden aktuell 8.117 arbeitslose Menschen betreut, das sind 262 Personen oder 3,3 Prozent mehr als im Vormonat und 2.686 Frauen und Männer oder 49,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Rechtskreis Sozialgesetzbuch Zweites Buch, SGB II - Arbeitslosengeld II) sind 9.696 Personen bei den Jobcentern registriert; 37 Männer und Frauen oder 0,4 Prozent mehr als im Vormonat und 1.042 Personen oder 12,0 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.

Kurzarbeit im Agenturbezirk:

Im Juni sind noch einmal 107 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Ein Großteil der Anzeigen ist bereits im März bis Mai gestellt worden (6.126 Anzeigen auf Kurzarbeit). Die Zahl der möglicherweise von Kurzarbeit betroffenen Personen liegt jetzt bei insgesamt 111.224 und hat sich damit im Juni um 2.416 erhöht. Genauere Zahlen über die tatsächlich realisierte Kurzarbeit können aufgrund der Regelungen zum Antragsverfahren erst zu einem späteren Zeitpunkt abgebildet werden. "Jede Anzeige auf Kurzarbeit signalisiert die Bereitschaft der Unternehmen, Personal zu halten und auf Kündigungen zu verzichten", fasst Schmale die aktuelle Entwicklung zusammen.


Der Arbeitsmarkt im Hochsauerlandkreis (HSK)

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Hochsauerlandkreis im Juni gestiegen. Insgesamt waren 7.230 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 67 Personen oder 0,9 Prozent mehr. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.492 Personen bzw. 26,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Juni 4,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 3,8 Prozent (+1,0 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 3.365 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 39 Personen bzw. 1,2 Prozent erhöht. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 1.117 Personen oder 49,7 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

In der Grundsicherung sind 28 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 375 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis zum Vormonat entspricht dies 0,7 Prozent mehr bzw. 10,7 Prozent mehr zum Vorjahr. Insgesamt sind es 3.865 Personen und damit 53,5 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

775 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Hochsauerlandkreis unter 25 Jahre alt. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 17 junge Arbeitslose mehr und im Vorjahresvergleich 223 arbeitslose junge Menschen mehr. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 2,2 Prozent zum Vormonat bzw. plus 40,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ältere Arbeitslose

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat um 45 Personen oder 1,8 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 439 Arbeitslose mehr (+21,0 Prozent). Insgesamt sind 2.529 Menschen ab 50 Jahre im Hochsauerlandkreis betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Hochsauerlandkreis im Berichtsmonat gestiegen. 2.377 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 84,1 Prozent (1.999 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 63 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 299 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 396 Stellen gemeldet (-35 zum Vormonat). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.291 offene Stellen, 95 weniger als im Vormonat und 719 weniger als im Vorjahresmonat.


Der Arbeitsmarkt im Kreis Soest

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Soest im Juni gestiegen. Insgesamt waren 10.583 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 232 Personen oder 2,2 Prozent mehr. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 2.236 Personen bzw. 26,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Juni 6,2 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,9 Prozent (+1,3 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 4.752 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 223 Personen bzw. 4,9 Prozent erhöht. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 1.569 Personen oder 49,3 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

In der Grundsicherung sind 9 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 667 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis zum Vormonat entspricht dies 0,2 Prozent mehr bzw. 12,9 Prozent mehr zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.831 Personen und damit 55,1 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

1.020 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Soest unter 25 Jahre alt. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 5 junge Arbeitslose mehr und im Vorjahresvergleich 301 arbeitslose junge Menschen mehr. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 0,5 Prozent zum vorherigen Monat bzw. plus 41,9 Prozent im Vorjahresvergleich.

Ältere Arbeitslose

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat um 62 Personen oder 1,7 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 702 Arbeitslose mehr (+22,9 Prozent). Insgesamt sind 3.766 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Soest betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Soest im Berichtsmonat gestiegen. 3.338 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 85,4 Prozent (2.851 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 141 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 355 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 604 Stellen gemeldet (+30 zum Vormonat). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.238 offene Stellen, 200 weniger als im Vormonat und 1.016 weniger als im Vorjahresmonat.


Der Ausbildungsmarkt im Juni 2020

Agenturbezirk Meschede-Soest

Bis Juni 2020 sind im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest insgesamt 4.206 Berufsausbildungsstellen gemeldet worden. Dem gegenüber stehen 3.003 Bewerber und Bewerberinnen, die sich im Laufe des Berichtsjahres bei den Agenturen für Arbeit vor Ort gemeldet haben. Auf eine/n Bewerber/in kommen damit im Agenturbezirk Meschede-Soest 1,4 Ausbildungsplätze. Zurzeit sind noch 952 junge Frauen und Männer auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Gleichzeitig sind noch 1.610 Ausbildungsplätze unbesetzt. Somit kommen auf jede/n unversorgte/n Bewerber/in 1,7 unbesetzte Berufsausbildungsstellen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl von Bewerber/innen gesunken. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Ausbildungsstellen gestiegen.


Kreis Soest

Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage geht weiter auseinander: 1.275 Jugendliche aus dem Kreis Soest haben sich seit Oktober 2019 an die Berufsberatung der heimischen Agentur für Arbeit gewandt, um einen Ausbildungsplatz zu finden (207 Personen/14,0 Prozent weniger als im Vorjahr). Der Vielzahl an Bewerbern und Bewerberinnen stehen derzeit 1.971 seit Beginn des Berichtsjahres gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber, von denen aktuell noch 777 Ausbildungsplätze unbesetzt sind. Im Vergleich zum Vorjahr sind seit Beginn des Berichtsjahres 111 Ausbildungsstellen (-5,3 Prozent) weniger gemeldet worden. In NRW insgesamt sind sogar 9,1 Prozent weniger Ausbildungsstellen gemeldet worden. 461 Jugendliche sind aktuell noch unversorgt (16 Personen/3,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor). Im Kreis Soest kommen auf jede/n unversorgte/n Bewerber/in 1,69 unbesetzte Berufsausbildungsstellen.

"Der Ausbildungsmarkt benötigt besondere Aufmerksamkeit. In den Monaten März bis Juni 2020 wurden uns weniger Ausbildungsstellen gemeldet als sonst in dieser Zeit üblich, dennoch haben wir für unsere Ausbildungssuchenden ein breites Angebot an offenen Stellen. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben dazu geführt, dass sich Betriebe und Jugendliche nicht immer so schnell finden wie sonst. Die gemeldeten Ausbildungsstellen sind trotz leichtem Rückgangs im Kreis Soest - verglichen mit NRW - immer noch auf einem sehr hohen Niveau, und beschreibt die vorbildliche Ausbildungsbereitschaft der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in unserer Region. Unternehmen sollten auch weiter den Mut haben, Ausbildung möglich zu machen, so es denn irgendwie geht. Zum einen darf es keinen "Jahrgang Corona" auf dem Ausbildungsmarkt geben, zum anderen werden Fachkräfte angesichts der demografischen Entwicklung in der weiteren Zukunft dringend gebraucht. Auch wenn die Corona-Krise vieles in Frage stellt, appelliere ich weiter an alle Unternehmen in der Region, jungen Menschen eine berufliche Perspektive anzubieten", so Schmale weiter.

Jugendliche sollten weiterhin die Zeit nutzen und sich mit den wichtigen Fragen der Berufs- und Studienwahl auseinandersetzen. Was soll ich später einmal werden? Welcher Beruf macht mir Spaß? Was kann ich in diesem Beruf verdienen? Unterstützung bei der Beantwortung dieser Fragen bietet nach wie vor die Studien- und Berufsberatung der Agentur für Arbeit Meschede-Soest.


Hochsauerlandkreis

1.728 Jugendliche aus dem Hochsauerlandkreis haben sich seit Oktober 2019 an die Berufsberatung der heimischen Agenturen für Arbeit gewandt, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Insgesamt sind das 158 Personen (-8,4 Prozent) weniger als im Vorjahr. 491 Jugendliche sind davon aktuell noch unversorgt, 48 Personen (-8,9 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor. Der Vielzahl an Bewerbern und Bewerberinnen stehen derzeit 2.235 seit Beginn des Berichtsjahres gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber, von denen aktuell noch 833 Ausbildungsplätze unbesetzt sind. Im Vergleich zum Vorjahr sind seit Beginn des Berichtsjahres 128 Ausbildungsstellen (6,1 Prozent) mehr gemeldet worden. Im HSK kommen auf jede/n unversorgte/n Bewerber/in 1,70 unbesetzte Berufsausbildungsstellen..

"Der Ausbildungsmarkt benötigt besondere Aufmerksamkeit. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben dazu geführt, dass sich Betriebe und Jugendliche nicht immer so schnell finden wie sonst. Die leichte Zunahme an Ausbildungsstellen ist in dieser Zeit, verglichen mit anderen Regionen, besonders und beschreibt die vorbildliche Ausbildungsbereitschaft der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in unserer Region. Unternehmen sollen auch weiter den Mut haben, Ausbildung möglich zu machen, so es denn irgendwie geht. Zum einen darf es keinen "Jahrgang Corona" auf dem Ausbildungsmarkt geben, zum anderen werden Fachkräfte angesichts der demografischen Entwicklung in der weiteren Zukunft dringend gebraucht. Auch wenn die Corona-Krise vieles in Frage stellt, appelliere ich weiter an alle Unternehmen in der Region, jungen Menschen eine berufliche Perspektive anzubieten", so Schmale weiter.

Jugendliche sollten weiterhin die Zeit nutzen und sich mit den wichtigen Fragen der Berufs- und Studienwahl auseinandersetzen. Was soll ich später einmal werden? Welcher Beruf macht mir Spaß? Was kann ich in diesem Beruf verdienen? Unterstützung bei der Beantwortung dieser Fragen bietet nach wie vor die Studien- und Berufsberatung der Agentur für Arbeit Meschede-Soest.