30.07.2020 | Presseinfo Nr. 54

Saisontypischer Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli.

Tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit auf Rekordstand.

Die Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt: Im Bezirk der Agentur für Arbeit Meschede-Soest steigt die Arbeitslosigkeit im Berichtsmonat um 412 Personen oder 2,3 Prozent. Aktuell sind 18.225 Männer und Frauen als arbeitslos registriert.

Es liegen erste Hochrechnungen der tatsächlich realisierten Kurzarbeit der Betriebe für den Monat März vor. Im März ist bei 2.268 Betrieben und 17.865 Personen Kurzarbeit realisiert worden. In der Finanzkrise im März 2009 wurde bei etwa genauso vielen Personen (16.205), aber bei wesentlich weniger Betrieben (375) Kurzarbeit realisiert. "Das ist eine enorm hohe Anzahl betroffener Personen und Betriebe, die fast an der Zahl zuvor gestellter Anzeigen liegt. Diese Entwicklung unterstreicht nochmal die Tatsache, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie durchweg alle Branchen getroffen hat", erklärt Tanja Schubert, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Meschede-Soest, die aktuelle Hochrechnung. Dennoch positiv sieht Schubert die hohe Zahl an Unternehmen, die in Kurzarbeit gegangen sind, denn: „Ohne die Kurzarbeit und die hohe Bereitschaft der heimischen Betriebe ihr Personal durch den Einsatz von Kurzarbeit zu halten, hätte die Arbeitslosigkeit viel mehr Menschen erreichen können. Im Monat Juli sind für beide Kreise nochmal 62 neue Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Jetzt möchte ich alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ermutigen, diese besondere Zeit für die Qualifizierung der Beschäftigten zu nutzen. Wir beraten und unterstützen Sie dabei gern!"

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Meschede-Soest beträgt die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen 5,7 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,5 Prozent.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis Sozialgesetzbuch Drittes Buch, SGB III - Arbeitslosengeld I) werden aktuell 8.596 arbeitslose Menschen betreut, das sind 479 Personen oder 5,9 Prozent mehr als im Vormonat und 2.793 Frauen und Männer oder 48,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Rechtskreis Sozialgesetzbuch Zweites Buch, SGB II - Arbeitslosengeld II) sind 9.629 Personen bei den Jobcentern registriert; 67 Männer und Frauen oder 0,7 Prozent weniger als im Vormonat und 958 Personen oder 11 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.


Der Arbeitsmarkt im Hochsauerlandkreis (HSK)

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Hochsauerlandkreis im Juli 2020 gestiegen. Insgesamt waren 7.463 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 233 Personen oder 3,2 Prozent mehr. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.517 Personen bzw. 25,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Juli 5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4 Prozent (+1 Prozentpunkt).

"Dass die Arbeitslosigkeit in einem Juli steigt, ist für die Jahreszeit absolut typisch. Dieser betrifft auch während der Corona-Pandemie überwiegend viele junge Menschen unter 25 Jahre, die sich wegen des Schul- und Studienendes oder nach Beendigung ihrer Berufsausbildung übergangsweise arbeitslos melden. Viele Stellen in der Zeitarbeit sowie die Möglichkeiten, eine befristete Anstellung einzugehen sind in den vergangenen Monaten weggefallen - und damit klassische Einstiegswege junger Menschen in das Berufsleben", so Schubert weiter. "Im Hochsauerlandkreis wurden im Juli mehr neue Stellen gemeldet, als noch im Vormonat. Das lässt uns hoffen, dass der Stellenmarkt langsam wieder in Schwung kommt."

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 3.581 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 216 Personen bzw. 6,4 Prozent erhöht. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 1.115 Personen oder 45,2 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

In der Grundsicherung sind 17 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 402 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis zum Vormonat entspricht dies 0,4 Prozent mehr bzw. 11,6 Prozent mehr zum Vorjahr. Insgesamt sind es 3.882 Personen und damit 52 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

885 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Hochsauerlandkreis unter 25 Jahre alt. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 110 junge Arbeitslose mehr und im Vorjahresvergleich 212 arbeitslose junge Menschen mehr. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 14,2 Prozent zum Vormonat bzw. plus 31,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ältere Arbeitslose

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat um 26 Personen oder 1 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 422 Arbeitslose mehr (+19,8 Prozent). Insgesamt sind 2.555 Menschen ab 50 Jahre im Hochsauerlandkreis betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Hochsauerlandkreis im Berichtsmonat gestiegen. 2.475 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 82,9 Prozent (2.051 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 98 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 408 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 439 Stellen gemeldet (+43 zum Vormonat). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.289 offene Stellen, 2 weniger als im Vormonat und 718 weniger als im Vorjahresmonat.


Der Arbeitsmarkt im Kreis Soest

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Soest im Juli 2020 gestiegen. Insgesamt waren 10.762 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 179 Personen oder 1,7 Prozent mehr. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 2.234 Personen bzw. 26,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Juli 6,3 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5 Prozent (+1,3 Prozentpunkte).

"Dass die Arbeitslosigkeit in einem Juli steigt, ist für die Jahreszeit absolut typisch. Dieser betrifft auch während der Corona-Pandemie überwiegend viele junge Menschen unter 25 Jahre, die sich wegen des Schul- und Studienende oder nach Beendigung ihrer Berufsausbildungen übergangsweise arbeitslos melden. Viele Stellen in der Zeitarbeit sowie die Möglichkeiten, eine befristete Anstellung einzugehen sind in den vergangenen Monaten weggefallen - und damit klassische Einstiegswege junger Menschen in das Berufsleben", so Schubert weiter. "Junge Absolventen sind begehrt und viele werden, sobald die Wirtschaft wieder in Fahrt kommt, eine sozialversicherungspflichtige Anstellung finden. Im Kreis Soest waren im Juli mehr Stellen im Bestand als im Vormonat. Die Arbeitskräftenachfrage hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Das lässt uns hoffen, dass der Stellenmarkt in den nächsten Wochen wieder in Schwung kommt."

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 5.015 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 263 Personen bzw. 5,5 Prozent erhöht. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 1.678 Personen oder 50,3 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

In der Grundsicherung sind 84 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 556 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis zum Vormonat entspricht dies 1,4 Prozent weniger bzw. 10,7 Prozent mehr zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.747 Personen und damit 53,4 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

1.103 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Soest unter 25 Jahre alt. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 83 junge Arbeitslose mehr und im Vorjahresvergleich 236 arbeitslose junge Menschen mehr. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 8,1 Prozent zum vorherigen Monat bzw. plus 27,2 Prozent im Vorjahresvergleich.

Ältere Arbeitslose

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat um 22 Personen oder 0,6 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 728 Arbeitslose mehr (+23,8 Prozent). Insgesamt sind 3.788 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Soest betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Soest im Berichtsmonat gestiegen. 3.462 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 84 Prozent (2.909 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 124 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 522 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 583 Stellen gemeldet (-21 zum Vormonat). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.250 offene Stellen, 12 mehr als im Vormonat und 1.141 weniger als im Vorjahresmonat.


Der Ausbildungsmarkt im Juli 2020

Agenturbezirk Meschede-Soest

Bis Juli 2020 sind im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest insgesamt 4.307 Berufsausbildungsstellen gemeldet worden. Dem gegenüber stehen 3.139 Bewerber und Bewerberinnen, die sich im Laufe des Berichtsjahres bei den Agenturen für Arbeit vor Ort gemeldet haben. Auf eine/n Bewerber/in kommen damit im Agenturbezirk Meschede-Soest 1,4 Ausbildungsplätze. Zurzeit sind noch 734 junge Frauen und Männer auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Gleichzeitig sind noch 1.409 Ausbildungsplätze unbesetzt. Somit kommen auf jede/n unversorgten Bewerber/in 1,9 unbesetzte Berufsausbildungsstellen. Im In den kommenden Monaten bestehen für alle Beteiligten noch gute Chancen.

"Der Ausbildungsmarkt steht weiter unter dem Einfluss der Pandemie. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der seit Oktober 2019 gemeldeten Bewerber/innen gesunken. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Ausbildungsstellen gestiegen. Das zeigt, dass die Unternehmen in unserer Region die Ausbildung ernst nehmen, trotz der noch schwierigen Rahmenbedingungen", so Tanja Schubert zur aktuellen Entwicklung. " Einen besonderen Schwerpunkt legen wir derzeit auf die Beratung und Unterstützung von Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsplatz haben. Vorallem im Hochsauerlandkreis bestehen durch die noch vielen freien Ausbildungsplätze gute Chancen. Auch für Jugendliche aus dem Kreis Soest lohnt sich deshalb ein Blick über die Kreisgrenze.Unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater sprechen in diesen Tagen verstärkt Schülerinnen und Schüler an. Es lohnt sich, jetzt aktiv zu werden, sich beraten zu lassen und zu bewerben. Wir gehen davon aus, dass der Ausbildungsmarkt etwa 6-8 Wochen "zurück hängt" und viele Ausbildungsstellen deshalb erst später besetzt werden. Viele Schülerinnen und Schüler glauben möglicherwiese wegen schlechter Nachrichten aus der Wirtschaft, dass sich eine Bewerbung nicht lohnt. Doch das Gegenteil ist der Fall – aktuell fehlen in vielen Branchen die Bewerber."

Kreis Soest

1.342 Jugendliche aus dem Kreis Soest haben sich seit Oktober 2019 an die Berufsberatung der heimischen Agenturen für Arbeit gewandt, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Insgesamt sind das 197 Personen (-12,8 Prozent) weniger als im Vorjahr. 375 Jugendliche sind davon aktuell noch unversorgt: 12 Personen (-3,1 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor. Der Vielzahl an Bewerbern und Bewerberinnen stehen derzeit 2.035 gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber von denen aktuell noch 665 Ausbildungsplätze unbesetzt sind. Im Vergleich zum Vorjahr sind seit Beginn des Berichtsjahres 106 Ausbildungsstellen (-5,0 Prozent) weniger gemeldet worden.

Hochsauerlandkreis

1.797 Jugendliche aus dem Hochsauerlandkreis haben sich seit Oktober 2019 an die Berufsberatung der heimischen Agenturen für Arbeit gewandt, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Insgesamt sind das 153 Personen (-7,8 Prozent) weniger als im Vorjahr. 359 Jugendliche sind davon aktuell noch unversorgt: 48 Personen (-11,8 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor. Der Vielzahl an Bewerbern und Bewerberinnen stehen derzeit 2.272 gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber von denen aktuell noch 744 Ausbildungsplätze unbesetzt sind. Im Vergleich zum Vorjahr sind seit Beginn des Berichtsjahres 117 Ausbildungsstellen (5,4 Prozent) mehr gemeldet worden.